Hände und Geschirrtuch in die Höhe: Für Lukas Weber war das große Finale noch mal ein emotionaler Wellenritt. Auch wenn es nicht ganz für den Sieg reichte, konnte der Bockhorner mächtig stolz auf sich sein.
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Hände und Geschirrtuch in die Höhe: Für Lukas Weber war das große Finale noch mal ein emotionaler Wellenritt. Auch wenn es nicht ganz für den Sieg reichte, konnte der Bockhorner mächtig stolz auf sich sein.

Bockhorner Küchenchef landet auf Platz drei und hat jetzt Fans in ganz Deutschland

SAT.1-Kochshow „The Taste“: Lukas Weber, der Champion der Herzen

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Seine Familie, die vielen Fans und natürlich er selbst sind mächtig stolz: Lukas Weber aus Bockhorn hat es in der SAT.1-Kochshow „The Taste“ im Finale auf Platz drei geschafft.

Bockhorn – Über neun Folgen hat Lukas Weber seine mittlerweile zahlreichen Fans in ganz Deutschland begeistert. Am Mittwoch lief nun auf SAT.1 das große Finale der Kochshow „The Taste“, und der Küchenchef vom Gasthaus Weber in Bockhorn schaffte es auch hier bis in die dritte und letzte Runde. Am Ende reichte es zwar „nur“ zu Platz drei, trotzdem sind alle glücklich – auch der 24-Jährige selbst.

Und mit ihm seine Mama Inge, Oma Erna, Schwester Franziska und Papa Sepp. Die vier wussten von Anfang an als einzige bescheid, wie es ausgehen würde, die Show war im Sommer aufgezeichnet worden. „Für die ganze Familie war es eine Freude. Wir sind unheimlich stolz auf ihn“, sagt Inge Weber. Sie erinnert sich an die Zeit, als der Sohnemann nach einer weiteren Aufzeichnung nach Hause kam und wieder einmal sagte, er sei eine Runde weiter: „Wir waren damals alle unter Hochspannung und hätten nicht gedacht, dass er so weit kommt.“

„Es war schwer, nichts zu verraten“

Als die Sendung dann ausgestrahlt wurde, hatte das Ganze aber einen Haken: „Es war schwer, nichts zu verraten.“ Zum Beispiel aus Hamburg und Berlin, sagt Mama Inge, seien die Gäste, die sich in die sympathisch-bayerische Art des Küchenchefs verliebt hatten, ins Gasthaus nach Bockhorn gekommen. Webers Typ war oft gefragt, einfach in der Küche bleiben war da nicht möglich. Wegen der großen Nachfrage mussten die Webers manche Reservierungsanfrage absagen.

Wie berichtet, hat sich im Bekanntenkreis eine große Fangruppe formiert, die sogar Fanshirts drucken ließ. „Sie geht von Kindern, die ihn schon zuvor kannten, bis hin zu 80-, 85-jährigen Stammgästen. Die haben sooo mitgefiebert“, erzählt die stolze Mutter.

Auch Public Viewings haben die Webers im Gasthaus veranstaltet, das war wegen der Corona-Lage nun zum Finale nicht mehr möglich. Die Webers schauten im kleinen Kreis – mit einem prominenten Gast: Mitfinalist Yassin war aus München vorbeigekommen. „Wir haben zusammen gekocht“, berichtet Lukas Weber. Wen wundert‘s? „Der Yassin hat seinen Kürbislöffel aus dem Finale als Vorspeise gemacht, außerdem gab’s Zweierlei vom Rind und Buchteln mit Vanillesoße.“

Schon in der zweiten Runde wird‘s eng

Und was wurde parallel im TV kredenzt? Die Gastjuroren Marco D’Andrea und Tohru Nakamura hatten das Thema „Süß oder Herzhaft“ mitgebracht. Runde eins überstand Weber mit seiner Lachsforelle und Sonnenblumenkern-Mayonnaise, dazu Meerrettich, Apfel, Gurke und Radieschen, recht locker. Im zweiten Durchgang galt es, zwei Geschmackslöffel – einen herzhaften und einen süßen – zuzubereiten. Weber bereitete Entenroulade und Pannacotta zu, unter anderem jeweils mit Haselnuss. Der 24-Jährige musste nun mächtig zittern, denn am Ende stand fest, dass entweder er oder Mitkandidatin Sabrina rausfliegen würde. Doch Weber kam weiter und meisterte in der letzten Runde der verbliebenen vier Köche die Herkulesaufgabe: drei Gänge in 100 Minuten. Einen Stern von den vier Starköchen Herrmann, Rosin, Kumptner und Raue bekam er dafür aber nicht mehr, am Ende siegte der Münchner Lars Fumic mit drei goldenen Sternen.

Weber war trotzdem happy und meinte lachend: „Ich habe jetzt mit den Löffeln abgeschlossen. Das waren jetzt die letzten Löffel für die nächsten zehn Jahre – mindestens.“ Allein die Aufzeichnung der Finalshow war ein regelrechter Marathon: drei Kochsessions und dann noch die Aufzeichnung der Interviews. „Das war brutal“, so Weber, der von sich sagt: „Ich bin total zufrieden mit dem geteilten dritten Platz. Von Köchen wie den dreien, die mit mir im Finale standen, kann ich gerne geschlagen werden.“ Die Kandidaten sind Freunde geworden, man sieht und schreibt sich nach wie vor. Dem Sieger aus München gönnt Weber seinen Erfolg. „Er hat sich immer darum gekümmert, dass wir in der Hotellobby was zu essen bekommen haben“, erzählt Weber.

Der neuerliche Lockdown ist ein Schock

In den Stolz auf seine tollen Auftritte in neun TV-Folgen mischen sich nun allerdings Corona-Sorgen: Die Gastronomie muss vorerst bis Ende November wieder zusperren. „Wir waren erst mal geschockt“, sagt der 24-Jährige über die Nachricht vom neuerlichen Lockdown. „Ich hätte nicht gedacht, dass es noch mal so weit kommt.“ Die rund vierwöchige Schließung sei für die Webers allerdings nicht existenzgefährdend, betont der junge Küchenchef. Ab dem 8. November bietet das Gasthaus in Bockhorn immer sonntags, sowohl mittags als auch abends, einen Abholservice an. Weber rät zur Vorbestellung per E-Mail an info@weber-gasthaus.de.

Eine Frage treibt ihn übrigens noch um: Wohin mit dem riesigen Kühlschrank und dem Ofen, den er bei „The Taste“ gewonnen hat? „Ich weiß noch nicht, wo ich den unterbringen soll“, rätselt der bereits jetzt bestens ausgestattete Küchenchef.

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