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Die Streit- und Preisfrage um den Dekontaminierungs-Lkw füllte den Sitzungssaal.

Rivalität Dekontaminierungs-LKW

Feuerwehr Kirchasch zieht zurück

Bockhorn – Die Rivalität um den Dekontaminierungs-Lastwagen ist beigelegt. Der bundeseigene Gerätewagen kommt ins Feuerwehrhaus Bockhorn.

Nur noch Stehplätze im Sitzungssaal der Gemeinde Bockhorn: Die Entscheidung, welche Feuerwehr über den Dekontaminierungs-Lastwagen verfügen soll, lockte viele Zuhörer an. Zur Kampfabstimmung – wie im Fall der Wärmebildkamera und des Spreizers – kam es jedoch nicht. Vertreter der Gemeinde und der konkurrierenden Wehren hatten sich vorab geeinigt. Der bundeseigenen Gerätewagen Dekontamination Personen (GW Dekon P) wird bei der Feuerwehr Bockhorn stationiert.

In einer ersten Unterredung im April konnte keine Einigkeit erzielt werden. An einer weiteren Besprechung, nur drei Tage vor der Gemeinderatssitzung, fanden Bürgermeister Schreiner, sein Stellvertreter Lorenz Angermaier und Gemeinderat Hubert Strasser mit den Kommandanten Josef Vieregg und Martin Rauch zu einem Konsens. Nach reiflicher Überlegung verzichtet die Feuerwehr Kirchasch auf die Stationierung des GW Dekon P, „um die Stimmung und die gute Zusammenarbeit zwischen den Freiwilligen Feuerwehren Bockhorn und Kirchasch nicht zu verletzen“.

Im Gegenzug sagte Schreiner zu, dass die Kirchascher Wehr bei der in den nächsten Jahren anstehenden Neubeschaffung von Fahrzeugen priorisiert werden soll. Details hierzu werden im derzeit erarbeiteten Feuerwehrbedarfsplan erstellt.

Mit dem kostenlosen Angebot des bundeseigenen Gerätewagens Dekontamination Personen hatte der Landkreis Erding die Feuerwehren Kirchasch und Bockhorn in Konkurrenz und den Gemeinderat in Verlegenheit gebracht. Sowohl die Kirchascher als auch die Bockhorner wollten den 16-Tonner stationieren und warben für sich. Die Feuerwehr Bockhorn verwies darauf, dass es sich nur um eine Ersatzbeschaffung für den Dekon-Anhänger handelt den man schon seit 14 Jahren wartet. Außerdem erhalte man bei einer Platzierung in der ohnehin sanierungsbedürftigen Waschhalle einen Zuschuss von 27 500 Euro.

Die Feuerwehr Kirchasch stellte dagegen, dass der Anhänger damals nur aus Platzgründen nach Bockhorn gekommen war. Nach Neu- und Umbaumaßnahmen sei im eigenen Gerätehaus mittlerweile ausreichend Raum vorhanden. Zudem verfüge man über einen Rollcontainer und einen Hubwagen, so dass der Lkw schnell für jeden Einsatz umgerüstet werden könne.

Eine Einigung der Kommandanten schien im April ausgeschlossen. Bürgermeister Schreiner fragte sich gar, ob man das Fahrzeug braucht. „Wenn die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Wehren wegen so etwas gestört wird, ist es das Ganze nicht wert“, sagte er damals. Dennoch entschloss sich der Rat, den Lkw anzunehmen und auf eine Einigung zwischen den Wehren zu hoffen.

Gert Seidel

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