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Bockhorner Polster trotz Corona: „Finanziell fahren wir nicht an die Wand“

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Von: Friedbert Holz

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Hier laufen die Fäden zusammen: Bürgermeister Lorenz Angermaier an seinem Schreibtisch.
Hier laufen die Fäden zusammen: Bürgermeister Lorenz Angermaier an seinem Schreibtisch. © Friedbert Holz

Während einige Gemeinden im Landkreis etwas sorgenvoll ins nächste Jahr schauen, was ihre finanzielle Situation angeht, ist Bockhorn diesbezüglich gut aufgestellt. Und so konnte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend getrost den Haushalt für 2022 in Höhe von rund 13,3 Millionen Euro verabschieden. Die Verwaltung kann sogar, selbst nach Abzug der Kosten für den neuen Kindergarten in Grünbach, auf ein Finanzpolster von fast vier Millionen Euro Rücklage verweisen, alle Schulden sind getilgt.

Bockhorn - Für den neuen Kindergarten stehen 2022 zwar noch rund 2,4 Millionen Euro auf der Soll-Liste. Doch die Gemeinde wartet auch noch auf 700 000 Euro Zuschüsse, etwa 600 000 Euro wurden bereits heuer für Baumaßnahmen und Planungskosten ausgegeben. Das Kinderhaus in Bockhorn wird ebenfalls um eine Krippen-Gruppe erweitert, wenn eine der Kindergarten-Gruppen nach Grünbach geht. Die Kosten dafür werden auf 250 000 Euro veranschlagt. Auf dem Dach des neuen Kindergartens soll, so der Plan, für 85 000 Euro eine Photovoltaikanlage montiert werden.

An weiteren größeren Investitionen stehen im kommenden Jahr Reparaturen an Decke und Boden in der Schulturnhalle Bockhorn an, ein neues Mehrzweck-Fahrzeug für Kirchaschs Feuerwehr, der Grunderwerb und Planungskosten für ein neues Feuerwehrhaus in Grünbach (jeweils 100 000 Euro) sowie rund 300 000 Euro für die Sanierung der Dorfstraße in Kirchasch, die jetzt für den Verkehr freigegeben worden ist. Schließlich muss die Gemeinde für Erschließung und Entwässerung des neuen geplanten Gewerbegebiets Unterstrogn mit ebenfalls 300 000 Euro rechnen. Beim Erhalt des Straßennetzes fallen vor allem für den Schulweg in Grünbach rund 200 000 Euro an.

Damit summiert sich der Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben auf rund sechs Millionen Euro, für den Verwaltungshaushalt sind 7,27 Millionen Euro vorgesehen. Hier fällt auf, dass die Gemeinde 2022 wohl 3,3 Millionen Euro Einkommensteuer bekommt, 960 000 Euro mehr als heuer. An Gewerbesteuer-Aufkommen schätzt die Verwaltung wieder rund eine Million Euro. Größter Batzen im Verwaltungshaushalt ist wieder die Kreisumlage: Hier sind 2,3 Millionen Euro an den Landkreis zu zahlen, ein Betrag, der laut Bürgermeister Lorenz Angermaier „derzeit aber noch heftig diskutiert wird“.

Nicht viel rütteln lässt sich dagegen am erhöhten Aufwand der Gemeinde für eine zeitgemäße Datenverarbeitung. Dafür sind in 2022 rund 245 000 Euro eingeplant, gut 67 000 Euro mehr als 2021. Auch sucht die Verwaltung nach mehr Personal für seine Bau-Abteilung, hat unter anderem dafür den Aufwand für Personalkosten auf fast 940 000 Euro erhöht.

Neben dem Haushalt 2022 hat der Gemeinderat auch dem Investitionsplan zugestimmt. In diesem Langfrist-Papier stehen etwa ein neues Vereinsheim in Kirchasch, für 2024 und 2025 jeweils rund eine Million für die Umsetzung des neuen Schulsystems (bei gleichzeitiger Förderung durch den Staat) sowie für die Feuerwehr Grünbach neues Haus und Löschfahrzeug. Schließlich sollen das alte Rathaus in Bockhorn für 100 000 Euro und die Brücke bei Oberstrogn für etwa 500 000 Euro saniert werden. Rathauschef Lorenz Angermaier dazu: „Bei all diesen Projekten helfen uns die Rücklagen. Daher steht nicht zu befürchten, dass wir finanziell an die Wand fahren.“

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