Flächennutzungsplan 

Bockhorn kontert Kritik aus Erding

Großen Diskussionsbedarf hatte der Gemeinderat Bockhorn über den Flächennutzungsplan. Aus der Kreisstadt lassen sich die Räte aber ungern maßregeln.

VON Friedebert HOLZ

Bockhorn – „Verhinderungsplanung der Nordumfahrung“ und Mangel an Zukunftsvisionen – das sind zentrale Vorwürfe gegen die neue Fassung des Flächennuzungsplans von Bockhorn. Der Gemeinderat hat die Fortschreibung allerdings verabschiedet – wenn auch sechs Gemeinderäte, darunter die komplette CSU-Fraktion, dagegen stimmten.

Besonders ein Einwand der Stadt Erding gegen mehr Gewerbefläche in Unterstrogn beschäftigte das Ratsgremium. Die Stadt Erding vertritt die Meinung, dass die Erweiterung des Gewerbegebiets um fünf Hektar „eine unzulässige Verhinderungsplanung der Nordumfahrung Erding darstellt“. Die Nordumfahrung befinde sich ja bereits im Planfeststellungsverfahren. Bockhorns Planung verfolge „vorrangig das Ziel, die ergebnisoffene Trassendiskussion einzuschränken“, erklärte die Kreisstadt.

Eine Verhinderungsplanung liege jedoch keineswegs vor, wehrt sich die Gemeinde in ihrer Stellungnahme. Erstens befinde sich das geplante neue Gewerbegebiet außerhalb jener Fläche, die für die mögliche Nordumfahrung vorgesehen sei. Zweitens hätten weder das Staatliche Bauamt Freising noch das Landratsamt Einwände gegen diesen FNP erhoben.

Außerdem wirft Erding der Nachbargemeinde vor, die Darstellung für den Bereich Fliegerhorst sei „unkonkret“. Das Areal werde als Landwirtschaftsfläche dargestellt und müsse für gewerbliche Entwicklung abgelehnt werden. Auch hier hält die Gemeinde dagegen. Ein FNP, der nur eine langfristige Entwicklung skizziert, müsse nicht so konkret sein. Für den Bereich gebe es aber einen Bebauungsplan, aus dem die Absichten der Gemeinde erkennbar seien.

Diese Bedenken teilte Bernhard Stein (CSU). „Wir hätten schon längst einmal Ideen formulieren sollen, was wir auf dem Fliegerhorst machen wollen, wenn es so weit ist“, erklärte er und zeigte sich sauer darüber, dass die viel diskutierte Ortsumfahrung der B 388 um Grünbach „mit keinem Strich“ im FNP aufgenommen sei. „Schließlich wollen doch alle eine Umfahrung, und jetzt steht nichts davon im Plan“, sagte Stein.

Auch Franz Auer jun. „hätte gerne mehr Zukunftsvisionen im Plan gesehen“. Deshalb stimmten beide mit ihren Fraktionskollegen Anton Schlehhuber jun. und Christine Westermaier sowie Claus und Anton Lechner von der Grünbacher Liste dagegen.

Schließlich regte Bürgermeister Hans Schreiner an, auf den Vorschlag in einem anonymen Bürgerschreiben einzugehen. Die Gemeinde solle kartierte Bodendenkmäler und Verdachtsflächen in den FNP aufnehmen. „Dann kann es eines Tages deswegen kein böses Erwachen geben“, erklärte Schreiner.

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