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30 Meter Funkmast in Mauggen: Bürger sorgen sich um Gesundheit

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Die 5G-Technologie ist umstritten. Genauer darauf eingehen wollte der Telekom-Vertreter allerdings nicht.
Die 5G-Technologie ist umstritten. Genauer darauf eingehen wollte der Telekom-Vertreter allerdings nicht. © dpa

So mancher Bürger hat Bedenken wegen des von der Telekom geplanten, 30 Meter hohen Funkmasts in Mauggen. Dazu nahm ein Vertreter des Unternehmens am Donnerstag im Gemeinderat Stellung.

VON FRIEDBERT HOLZ

Mauggen/Bockhorn – „Vor drei Jahren haben wir den Gemeindebereich schon einmal wegen des Standorts für einen Mobilfunkmasten ausgelotet – doch damals ergab sich nichts. Nun aber hat der Wasserzweckverband Erding-Ost angeboten, auf seinem Gelände in Mauggen einen Funkmast zu erstellen, etwa 30 Meter hoch“: Frank-Peter Käßler, bei der Telekom als Kommunalbeauftragter für den Mobilfunk in Bayern unterwegs, stellte diesen Rückblick an den Beginn seiner Informationen, die er Gemeinderat und Besuchern im Schulhaus vortrug. Weil aus der Bevölkerung einige Fragen zum Thema Mobilfunk und Strahlung erwartet worden waren, hatte die Gemeindeverwaltung diese gesammelt und den Experten um Beantwortung gebeten.

Käßler sagte, dass ein Funkmast die Höhe von 30 Metern haben müsse, um das doch relativ große und topografisch schwierige Areal der Gemeinde gut mit einer Funkleistung zwischen 700 und 2100 Megahertz abdecken zu können. „Es wird auch keine so genannte Glocke direkt unter dem Mast im Gewerbegebiet Mauggen geben. Der Empfang wird danach dort wesentlich besser sein als heute.“ Käßler sieht von diesem Standort aus „eine gute Mobilfunk-Versorgung Bockhorns“, bis in hintere Ecken in jedem Fall im Sprachmodus. „In einer etwas kritischen Lage wie etwa in Maierklopfen kann es schon passieren, dass Telefonieren im Haus nicht gut möglich ist.“ Auch müsse ein Mast immer in Nähe zur Bebauung sein, um maximale Sendeleistung zu erreichen – „mitten im Wald würde ein solcher Mast wesentlich weniger bringen“.

Neben dem neuen System 5G könne der Mast weiter in den Formaten DSL und LTE senden, nicht aber UMTS. „Zudem wäre das neue Bauwerk auch für die Montage von Antennen anderer Mobilfunk-Anbieter möglich“, so Käßler, der aber solche Details erst in späteren Vertragsverhandlungen final abklären will. Bis zum Ausbau des Masts und besserer Empfangsleistung würde es „etwa zwei bis drei Jahre dauern“.

Bei der Veranstaltung kamen gesundheitliche Bedenken aus der Bevölkerung zur Sprache. Die meisten konnte der Mobilfunk-Experte entkräften: „Erstens wird jede Anlage vor der Inbetriebnahme von der Bundesnetzagentur auf ihre Unbedenklichkeit hin getestet. Zweitens gibt es keine Fehlsignale für mögliche medizinische Geräte, wie manche befürchten. Schließlich setzt sich jeder Handy-Nutzer durch sein Gerät selbst viermal höherer Strahlung aus als durch den Mast, weil er es viel näher am Körper trägt und öfter nutzt.“

Auf die mögliche Gefahr von 5G wollte er nicht näher eingehen: „Wir von der Telekom sind nur Anbieter, nicht Erzeuger des neuen Modus“. Und er gab eine klare Auskunft auf die Frage von Gemeinderat Bernhard Stein (CSU), was denn im Fall einer Ablehnung durch die Gemeinde geschehe. „Wir schließen den Vertrag nicht mit Bockhorn als Gemeinde ab, sondern mit dem Wasserzweckverband (Vorsitzender ist seit kurzem Bürgermeister Lorenz Angermaier, weitere Gemeinderäte sind ebenfalls Mitglieder; Anm. d. A.). Sollte es zu keiner Vereinbarung kommen, suchen wir vielleicht nach einem Standort auf privatem Gelände. Scheitert auch das, gibt’s für Bockhorn keine Verbesserung des Mobilfunks“, stellte Käßler klar.

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