Georg Mesner war bis 2020 Vorsitzender des Wasserzweckverbands.
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Georg Mesner war bis 2020 Vorsitzender des Wasserzweckverbands.

Georg Mesner bestreitet, dass er den Standort der Telekom angeboten hat

Vorwürfe wegen Funkmast in Mauggen: Ex-Verbandschef wehrt sich - „Anonyme Stimmungsmache“

Der in Mauggen geplante 30-Meter-Funkmast erhitzt weiter die Gemüter. Persönlich angefeindet wird nun Ex-Wasserzweckverbands-Chef Georg Mesner. Er wehrt sich.

Bockhorn – Diese Entscheidung schmeckt nicht jedem Bürger: Vor einem Monat hat der Bockhorner Gemeinderat beschlossen, dass die Deutsche Funkturm GmbH im Auftrag der Telekom auf dem Gelände des Wasserzweckverbands Erding-Ost (WZV) in Mauggen einen rund 30 Meter hohen Mobilfunkmast aufstellen darf. Schon in der Entscheidungsphase gab es Initiativen gegen dieses Bauwerk. Nun gerät vor allem Georg Mesner aus Mauggen ins Schussfeld der Gegner: Sie sagen, er habe als ehemaliger WZV-Vorsitzender den Standort der Telekom aktiv angeboten. Dagegen wehrt sich Mesner.

Der 69-Jährige war von 2002 bis 2007 stellvertretender Vorsitzender und anschließend bis 2020 Chef des Wasserverbands. „Wie meist bei solchen Vorhaben gibt es Gegner, die mit allen Mitteln versuchen, ihre Interessen in den Vordergrund zu rücken. Ohne sich Klarheit zu verschaffen, schrecken sie nicht davor zurück, mit der Verbreitung von Halb- und Unwahrheiten, oft auch anonym, Stimmung zu machen“, sagt Mesner. Deshalb will er den Vorgang mit der Telekom richtigstellen, will sagen, wie es ablief.

„Bereits im Frühjahr 2019 und noch einmal im November des gleichen Jahres kontaktierte mich der damalige Bürgermeister und WZV-Verbandsrat Hans Schreiner. Er berichtete mir vom Anliegen der Telekom, die Gemeinde Bockhorn solle doch endlich einen geeigneten Standort für einen 30-Meter-Mobilfunkmast anbieten. Dabei fragte er auch nach einer möglichen Lösung auf einem der Grundstücke des Verbands“, blickt Mesner zurück. Sowohl ihm selbst als auch dem Bürgermeister sei klar gewesen, dass das Wassergewinnungsgebiet südwestlich von Mauggen sowie das Gelände des Wasserspeichers in Obermailling „dafür nicht in Frage kommen“. Bliebe also noch das Areal des Verwaltungssitzes im Gewerbegebiet Mauggen.

Nach Rücksprache mit Geschäftsstellenleiter Rudolf Ott und der Information der Belegschaft sei beschlossen worden, das Anliegen der Telekom in der nächsten Verbandsversammlung zu behandeln. Und so sei das Thema „Aufstellung einer Mobilfunkanlage“ am 18. November 2019 in der Sitzung nichtöffentlich behandelt worden, inzwischen aber auch öffentlich gemacht. Die Versammlung sei grundsätzlich bereit gewesen, das Vorhaben prüfen zu lassen.

Mesner weiter: „Am 11. Februar 2020 fand dann in den Räumen des Wasserzweckverbands ein Informationsgespräch mit der Planungsfirma statt. Dabei wurde auch ein möglicher Standort für einen Mobilfunkmasten auf dem Betriebsgelände erörtert. Schließlich kam es bei der konstituierenden Verbandsversammlung am 30. Juni 2020 unter dem neuen Vorsitzenden Lorenz Angermaier in öffentlicher Sitzung zum einstimmigen Beschluss, den möglichen Standort von der Telekom prüfen zu lassen“, berichtet Mesner, der in dieser Sitzung aus dem Verband ausschied.

Nun sieht sich Mesner verfolgt von Gegnern eines Masts im Gewerbegebiet Mauggen, fühlt sich zu Unrecht persönlich angegriffen und hofft, dass durch seine objektive Darstellung der Ereignisse in den vergangenen zwei Jahren „nun wieder Ruhe einkehrt“. Er wünsche sich eine faire Auseinandersetzung mit dem Thema in der Gemeinde, schließlich sei er als Anwohner „ebenso unmittelbar Betroffener“.

Inzwischen hat sich in der Gemeinde eine weitere Initiative gegründet, die mit einer Unterschriftenaktion gegen den Mast-Standort protestiert. Diese Gruppe favorisiert als Alternativstandorte zwei Plätze in einem Waldgebiet, was die Telekom aus technischen Gründen aber bereits abgelehnt hat.

Friedbert Holz

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