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Körperspannung ist das A und O beim Turnen in der Luft. Bis Freitag kann noch geübt werden.

Projekt in Bockhorn

Die ganze Schule ist ein Zirkus

Bockhorn – Jonglieren statt Mathe, Akrobatik statt Deutsch: Die Bockhorner Grundschüler machen derzeit zirkusreifen Unterricht.

Durchhaltevermögen ist derzeit in der Bockhorner Grundschule gefragt – nicht nur in geistiger, sondern vor allem in körperlicher Hinsicht. Die 123 Schüler sollen mit dem Münchner Mitmachzirkus Krullemuck ein komplettes Programm innerhalb einer Woche auf die Beine stellen. Bereits seit Montag laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Balance, Jonglage, Zauberei, Luft-, Boden- und Sprungakrobatik – in diese Gruppen wurden die Grundschüler zum Wochenbeginn per Zufallsprinzip klassenübergreifend eingeteilt. Was bei einem echten Zirkus zudem nicht fehlen darf: die Clowns. Auch sie stellen eine eigene Gruppe dar.

„Die Kinder müssen sich wirklich die ganze Woche lang mit der Gruppe beschäftigen, der sie zugelost wurden. Das erfordert schon ein gewisses Durchhaltevermögen“, sagt Rektorin Friederike von Fraunberg. Bereits zum vierten Mal hat sie das Projekt nach Bockhorn geholt. Alle vier Jahre verwandelt sich der Pausenhof in ein Zirkusgelände. „Das ist soziales Lernen auf eine ganz andere Art und Weise“, erklärt von Fraunberg. Verlässlichkeit und Vertrauen sei eine Grundvoraussetzung für richtige Zirkusakteure. „Das ist wirklich immer eine tolle Erfahrung, denn viele können sich am Anfang der Woche nicht mal annähernd vorstellen, was sie eigentlich alles können.“ Und die Kinder haben Lust, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

In der Zauberer-Gruppe werden beispielsweise geheimnisvolle Zaubertricks erlernt. „Eene meene meck, und du bist weg – zisch zasch“ tönt es durch den Raum. Das Wichtigste: Tricks dürfen die Nachwuchszauberer keinesfalls verraten. Sie hüllen geheimnisvolles Schweigen um die Durchbohrtrommel und das Nagelbrett.

Vertrauen in die Gruppenkollegen ist vor allem in der Akrobatik-Gruppe gefragt. Die siebenjährige Luisa Schrimpf weiß, wovon sie spricht, denn sie muss sich bei den Hebefiguren auf die anderen verlassen können. „Es ist schon ein bisschen gefährlich, aber wir vertrauen uns alle“, sagt sie mit einem verschmitzten Lächeln in die Richtung ihrer Teamkolleginnen. Ihre zehnjährige Freundin Anna Hörmannsdorfer lobt auch die männlichen Akrobaten: „Die können das wirklich gut, und ihnen macht es sogar Spaß.“ Die Bestätigung kommt von Aaron Hauschild (9): „Wir können uns hier viel bewegen, und es ist abwechslungsreich.“

Spaß haben mittlerweile auch die Mitglieder der Luftakrobatik-Gruppe. Während sie sich in den ersten Stunden noch mit der Höhe, in der sie ihre Übungen machen sollen, anfreunden mussten, haben sich die mulmigen Gefühle mit der Zeit verflüchtigt. „Das ist dann eigentlich gar nicht so schwer“, stellt Sebastian Wagner (7) fest. Chanuli Ritter vom Mitmachzirkus ist stolz auf die Bockhorner Nachwuchsakrobaten. „Die Kinder sind sehr beweglich und trauen sich inzwischen schon richtig viel zu.“

Selbstvertrauen ist vor allem bei der großen Aufführung am Freitag, 22. Juli, um 17 Uhr gefragt. Alle Gruppen werden den Eltern das einstudierte Programm in einem echten Zirkuszelt präsentieren. Dass sie ein bisschen nervös sind, haben sie gegenüber der Heimatzeitung zugegeben. Aber Lampenfieber gehört ja auch dazu.

Julia Adam

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