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Vorfahrt missachtet: Das ist die Hauptunfallursache auf der Kreuzung bei Neumauggen. Der jüngste Crash ereignete sich am vergangenen Donnerstag.

Gefährliche Kreuzung bei Neumauggen

Mit der Autobahn kamen die Unfälle

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Liegt es an der A 94, dass die Kreuzung der Staatsstaße Erding–Dorfen mit der Kreisstraße Bockhorn–Walpertskirchen bei Neumauggen ein Unfallschwerpunkt geworden ist? Das Straßenbauamt plant hier einen Kreisverkehr. Doch das ist gar nicht so einfach.

Neumuaggen - Der jüngste schwere Unfall auf der Kreuzung der ED 20 Bockhorn–Walpertskirchen mit der St 2084 Erding–Dorfen bei Neumauggen (Gemeinde Bockhorn) datiert vom vergangenen Donnerstag. Wie so oft hatte ein Autofahrer auf der Kreisstraße das Stopp-Schild übersehen und war trotz Querverkehrs in die Kreuzung eingefahren. Danach lief das gewohnte Programm an: Großeinsatz für Feuerwehren, Rettungsdienst, Polizei und Luftrettung.

„Das ist ganz klar einer der Unfallschwerpunkte bei uns im Landkreis“, berichtet Bodo Urban. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Erding hat alarmierende Zahlen für diese Kreuzung: 2012 ereigneten sich hier sechs Unfälle mit sechs Verletzten. 2013 waren es fünf Kollisionen mit einem Verletzten, 2014 krachte es zweimal, allerdings ohne Verletzte. 2015 verzeichnet die Statistik fünf Unfälle mit zwei Verletzten. „2016 war dann ein ganz schlimmes Jahr: An der Stelle passierten elf Unfälle mit ebenso vielen Verletzten“, so der Hauptkommissar. Für ihn alarmierend: „Vor allem die Zahl der Crashs mit Verletzten ist sprunghaft nach oben gegangen.“ Heuer waren es bereits zwei Unfälle mit drei Verletzten. Immerhin: Tödlich verunglückt ist hier zuletzt keiner.

Urban hat für 2016 eine Auswertung der Unfallursachen in diesem Bereich: „In 70 Prozent der Fälle wurde die Vorfahrt missachtet“, berichtet er. Jeder zehnte Unfallfahrer war von der Fahrbahn abgekommen, jeder Fünfte zu schnell dran.

Doch warum immer diese Kreuzung? „Dass hier Stopp-Schilder aufgestellt wurden, ist ein Indiz für einen Unfallschwerpunkt“, sagt Urban. Überdies wird die Kreuzung mit Verkehrsspiegeln abgesichert. Doch in die schaut nicht jeder. Eine Fahrerin, die hier regelmäßig unterwegs ist, berichtet davon, dass die Busbuchten oft zugeparkt seien. Das nehme die Sicht.

Urban hat eine andere Erklärung: „Ganz allgemein nimmt der Verkehr auf unseren Straßen zu, deswegen steigen auch die Unfallzahlen.“ Im Falle der Neumauggener Kreuzung kommt für den Vize-Polizeichef ein wesentlicher Faktor hinzu: „Die Nord-Süd-Verbindung führt zur Autobahn A 94. Seit sie bis Pastetten befahrbar ist, ist auf der ED 20 deutlich mehr los.“ Aber auch die Strecke Erding–Dorfen als eine der Hauptachsen in west-östlicher Richtung sei stark frequentiert. „Wenn immer mehr los ist und die Lücken immer kleiner werden, dann kracht es auch häufiger.“

Die gleiche Beobachtung macht die Polizei übrigens auch in der Walpertskirchener Ortsmitte an der Kreuzung neben der Bahnunterführung.

Beim Staatlichen Bauamt Freising kennt man das Sorgenkind. Dr. Robert Braun, beim Straßenbau für den Landkreis zuständig, erklärt: „Es gibt Pläne für einen Kreisverkehr dort – allerdings im Zusammenhang mit einem noch zu bauenden Radweg entlang der ED 20.“ Ziel sei, dass Radler die Staatsstraße sicher queren können.“ Das Vorhaben stocke, „weil sich der Grunderwerb schwierig gestaltet“. Bei Radwegen gehe man ohne Zwang vor. Braun sagt aber auch, dass sich die Vorzeichen ändern könnten, sollte die Unfallkommission mit Verkehrsexperten den Knoten als gefahrenträchtig einstufen. Danach sehe es nach den jüngsten Vorkommnissen aus.

Zu aktuellen Situation erklärt Braun: „Wir haben in dem Bereich das Mögliche unternommen. Es gibt die Stopp-Schilder und ein Tempolimit auf 60 Kilometer pro Stunden. Die Sichtachsen wurden ausgeschnitten.“

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