Gemeinderat Bockhorn

Feuerwehrautos bringen Politiker ins Schwitzen

Feuerwehrautos sind immer wieder beliebte Diskussionspunkte in Gemeinderatssitzungen. Denn die Fahrzeuge sind zwar zum Löschen da, entzünden aber meist viel Emotion, weil sie in der Regel teuer sind. Auch die Räte in Bockhorn diskutierten lange, bevor sie eine Grundsatzentscheidung für zwei neue Autos fällten.

Bockhorn –Denn sowohl das Feuerwehrauto in der Bockhorner Wehr, als auch das Pendant in Kirchasch sind in die Jahre gekommen. Sie haben mehr als 20 Jahre auf dem Buckel und sollen zeitnah ersetzt werden. Der Wunsch der Wehren: In Bockhorn soll ein Fahrzeug stationiert sein, das speziell für Rettungs- und Bergungsmaßnahmen ausgestattet ist. Das Auto in Kirchasch hingegen soll für Löscharbeiten ausgelegt sein.

Beide Autos kommen zusammen auf einen Kaufpreis von fast einer Million Euro, pro Fahrzeug gibt es 120 000 Euro Zuschuss vom Staat. Dafür muss aber ein Fachbüro einbezogen werden. Also setzten sich die Feuerwehren beider Teilorte mit den Fachleuten zusammen und besprachen, wie die neuen HLF 20, die Hilfslöschfahrzeuge, konfiguriert werden sollen.

Dieser Vorgang ist schwieriger und langwieriger als ein Autokauf: Zuerst muss das Fahrgestell definiert werden, dann der Aufbau, schließlich das Zubehör – von der einfachen Schaufel bis hin zum Akku-Rettungsspreizer. Herausgekommen sind immerhin 35 Seiten Ausschreibungstext, der jedes Fahrzeug bis ins letzte Detail definiert.

Diese Auflistung, die neben der sogenannten Standardausrüstung der Fahrzeuge auch alle Wünsche der Wehren aufweist, bekamen die Gemeinderäte schon vor der jüngsten Sitzung zugeschickt. Sie lieferten einige Vorschläge, um vielleicht doch noch etwas einzusparen, einige fragten sich: Weshalb sollten Ausstattungen doppelt, also in beiden Fahrzeugen vorhanden sein, weshalb bedürfe es besonders teurer Geräte? Nun sah sich Walter John (Grünbacher Liste) zur Aufklärung seiner Ratskollegen genötigt: „Feuerwehren fahren grundsätzlich mit zwei Autos zum Einsatz. Denn es könnte passieren, dass irgendetwas in einem Auto nicht funktioniert, und dann kann mit der Ausstattung des zweiten trotzdem geholfen werden“.

Schließlich, da folgte der Gemeinderat den Mitgliedern Hubert Strasser (Bürgerliste Kirchasch) und Bernhard Stein (CSU), sollten die sorgfältig ausgearbeiteten Vorschläge der beiden Feuerwehren akzeptiert werden: „Es bringt doch nichts, hier am falschen Ort zu sparen“. Bürgermeister Hans Schreiner appellierte für mehr Vertrauen in die Feuerwehr und deren Kompetenz: „Natürlich reden wir hier über viel Geld, aber wir haben das Projekt ja nicht einfach durchgewunken“. Jetzt schreibt die Verwaltung die Fahrzeuge EU-weit aus. Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Gemeinderat über die Angebote entscheiden. friedbert holz

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