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150 Gäste lauschten den Ausführungen von Bürgermeisterkandidat Walter John (am Pult) im Bräustüberl. 

Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterkandidat Walter John (Grünbacher Liste) stellt sich vor 150 Zuhörern vor

Vor 25 Jahren wurde die Grünbacher Liste gegründet. Dass sie als politische Gruppierung immer noch attraktiv ist, bewies ein volles Wirtshaus bei ihrer einzigen Wahlveranstaltung im Bräustüberl. Rund 150 Besucher waren gekommen. Dort präsentierten sich Bürgermeisterkandidat Walter John und 15 weitere Grünbacher als mögliche neue Gemeinderäte.

VON FRIEDBERT HOLZ

Grünbach – „Vor sechs Jahren hatten wir fast 4800 Stimmen aus der Gemeinde Bockhorn erreicht. Das ergab für uns schließlich drei Sitze im Gemeinderat. Dieses Ziel verfolgen wir auch jetzt bei der Wahl für die neue politische Führung“, gab Sprecher Rudi Strasser als Eingangsparole aus.

John, 59, der Bewerber der Grünbacher Liste um das Amt des Bürgermeisters, stellte allerdings fest, dass vielleicht nicht alle im Ort sein Konterfei auf den Wahlplakaten mögen: „Warum sonst wurden so viele Plakate entfernt, möchte jemand eines für zuhause haben?“, fragte er.

Jedenfalls hat der Metallbaumeister und Feuerwehr-Kommandant klare Vorstellungen davon, was in der kommunalen Politik geändert gehört. „Dass wir eine Ortsumfahrung der B 388 dringend brauchen, ist doch klar. Wenn wir aber im Gemeinderat einen 500 Meter breiten Korridor dafür im Flächennutzungsplan vorschlagen und einige Bürger daraufhin fürchten, diese Straße würde durch ihr Wohnzimmer führen, dann wurde einiges wohl nicht verstanden. Und so haben wir das wieder gestrichen. Außerdem wollen wir keine Einschleifung der geplanten Nordumfahrung in Hecken. Sollte allerdings unser bisheriger Bürgermeister Hans Schreiner nicht Landrat werden, steht zu befürchten, dass wir dann doch eine Trasse bekommen, unter der sechs Ortschaften leiden werden.“

Mehr Lärm durch mehr Verkehr werde sehr wahrscheinlich auch die Bewohner in Schwarzhölzl treffen, so John. „Nicht nur an der so genannten Walpertskirchener Spange ist kein Lärmschutz geplant, auch an der Schnellstrecke ABS 38 von München nach Mühldorf werden wohl bald Züge mit Tempo 200 nur wenige Meter von den Häusern entfernt vorbeirasen – alle halbe Stunde“, so John. Gegen dieses Vorhaben gebe es wegen des neuen „Beschleunigungsgesetzes“ so gut wie keine Möglichkeit mehr für die Bürger, ein Mitsprache- und Einspruchsrecht zu nutzen.

Außerdem sprach sich John dafür aus, „in einem hochtechnologischen Land wie Bayern“ endlich ein funktionierendes und flächendeckendes Mobilfunknetz zu bekommen, „in vielen Orten können wir ein Handy gar nicht nutzen“. Es könne auch nicht sein, dass jeder Haushalt rund 4000 Euro zu berappen habe, um ans Breitbandnetz angeschlossen zu werden, und bei der Planung neuer Baugebiete müsse auch an Nahversorgung gedacht werden. Falls er Bürgermeister werde, wolle er sich in jedem neuen Baugebiet für Gebäude der Gemeinde mit bezahlbaren Mietwohnungen starkmachen, zudem fehle Bockhorn eine Mehrzweckhalle, für Sport, Vereine und Versammlungen.

Schließlich stellten sich die übrigen 15 Kandidatinnen und Kandidaten der Grünbacher Liste vor, erklärten kurz ihre jeweilige Motivation, sich für das Ehrenamt eines Gemeinderats zu bewerben. Ihre Präsentation sowie die ihres Bewerbers als neuer Rathauschef waren offensichtlich für die Besucher im Raum so überzeugend, dass es im Anschluss keine einzige Frage aus dem Plenum gab. Nur Rudi Strasser durfte noch einige Wahlregularien erklären.

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