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Bis Januar 2022 könnte der neue Kindergarten in Grünbach schon stehen.

Gemeinderat stimmt für konventionellen Bau

Neuer Kindergarten in Grünbach: Nein zu Holz- und Fertigbau

In welcher Bauweise soll der neue Kindergarten in Grünbach errichtet werden? Diese wichtige Frage hat den Gemeinderat Bockhorn beschäftigt. Nach gut einstündiger Diskussion sprach sich bei einer Gegenstimme von Martin Haindl (FWG) die Mehrheit des Gremiums schließlich für eine konventionelle Bauweise aus. Sprich: Stein auf Stein, ganz klassisch.

VON FRIEDBERT HOLZ

Grünbach – Für eine Konzeptbewertung hatte die Gemeindeverwaltung drei verschiedene Szenarien im Angebot: die Fertigmodul-Bauweise mit fünf Monaten Planungs- und vier Monaten Bauzeit zum voraussichtlichen Preis von 2,9 Millionen Euro, die herkömmliche Bauweise (drei Monate Planung, zehn Monate Bauzeit, 3,8 Millionen Kosten) sowie die sehr aufwendige Holzverbund-Bauweise (fünf Monate Planung, sechs Monate Bauzeit, 4,8 Millionen Euro). Allen Konzepten gemeinsam ist ein Beton-Sockel samt Keller und Aufzugschacht. Diese drei Varianten wären unterschiedlich schnell realisierbar: mit fertigen Stahl-Modulen bis September 2021, in Holzverbund-Bauweise bis November 2021, konventionell gebaut bis Januar 2022.

Ursprünglich war aufgrund starker Platznachfrage und der ausgereizten Situation im Kinderhaus Bockhorn als Zielpunkt der September 2021 ausgegeben worden. Doch Bürgermeister Lorenz Angermaier (FWG/Bürgerliste Kirchasch mit Umgebung) relativierte jetzt: „Vermutlich haben wir bis Herbst nächsten Jahres doch keinen so großen Engpass wie bislang befürchtet. Zudem könnten wir diesen im schlimmsten Fall noch mit einer kurzfristigen Container-Lösung überbrücken.“

So konnte die Diskussion zeitunabhängig geführt werden. Allerdings gab der Rathauschef als Info mit, „dass unsere Förderung durch das Land – unabhängig von Bauausführung und -kosten – maximal 1,154 Millionen Euro beträgt, denn sie berechnet sich ausschließlich nach der Fläche“.

Weil in der Bewertung der drei Versionen – unter Berücksichtigung der Kosten – die konventionelle Lösung hinsichtlich Qualitätsstandards und Flexibilität beim Bau offensichtlich vorne liegt, folgten die meisten Räte dieser Kalkulation.

Gottfried Widl (FMG) meinte, „dass wir zwar beim Bau länger brauchen, dafür aber auch mehr heimische Betriebe berücksichtigen können. Bei der Modulbauweise sind wir zudem stark eingeschränkt, denn wir müssen schon bei der Planung jede einzelne Steckdose fix planen, später lässt sich kaum mehr etwas ändern.“

Sein Parteikollege Andreas Scharl und Franz Auer (CSU) sehen im konventionellen Bau zudem einen besseren Schallschutz machbar. Auf die Frage von Walter John (Grünbacher Liste), weshalb eine Holz-Ständer-Bauweise nicht auch in Betracht gezogen werde, antwortete Architekt Helmut Kaiser aus Kirchasch: „Diese Bauart ist nur möglich in Verbindung mit konventionellen Elementen und mit rund 4,3 Millionen Euro zudem recht teuer.“ Kaiser konnte zudem Peter Brenninger (Bürgerliste) beruhigen, dass in allen Versionen das ursprünglich geplante Satteldach mit zwölf Prozent Neigung machbar sei.

Am Schluss gab sich nur Martin Haindl (FWG) mit seinem Plädoyer für eine Holzbauweise nicht geschlagen: „Ich selbst lebe seit langem in einem Holzhaus, habe keine Probleme mit Schallschutz und konnte außerordentlich flexibel bauen. In Verbindung mit einer Modul-Bauweise wären wir deutlich günstiger im Preis und schneller fertig. Die Angst mancher wegen eines Baracken-Feelings kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.“

Wie der künftige Kindergarten dann genau aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Die Außenfassade dürfte in einer der kommenden Gemeinderatssitzungen zum Thema werden.

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