Nicht mehr ausreichend: Das Feuerwehr-Gerätehaus in der Grünbacher Ortsmitte. An der B 388 soll in den nächsten Jahren ein Neubau entstehen, die Grundstücksverhandlungen laufen bereits.  Foto: Friedbert Holz
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Nicht mehr ausreichend: Das Feuerwehr-Gerätehaus in der Grünbacher Ortsmitte. An der B 388 soll in den nächsten Jahren ein Neubau entstehen, die Grundstücksverhandlungen laufen bereits.

Feuerwehrhaus und Kindergarten stechen in Bockhorner Finanzplanung hervor

Grünbacher Großprojekte

Unsere Gemeinde steht auf einer soliden finanziellen Basis. Trotzdem haben wir wie immer eher konservativ gerechnet.“ Mit dieser Einleitung eröffnete Thomas Fisch (FW) die rege Diskussion um den Bockhorner Haushaltsplan 2021. Fisch leitete die Sitzung des Gemeinderats als Stellvertreter von Bürgermeister Lorenz Angermaier (FW/Bürgerliste Kirchasch), der sich wegen eines Corona-Falls in der Familie kurzfristig in Quarantäne begeben musste.“

VON FRIEDBERT HOLZ

Bockhorn – Rund 12,6 Millionen Euro umfasst das von Kämmerer Florian Stein detailliert ausgearbeitete Zahlenwerk, das sich in einen Verwaltungshaushalt in Höhe von rund 6,6 Millionen Euro und einen Vermögenshaushalt in Höhe von etwa sechs Millionen Euro aufteilt. Der Gemeinderat genehmigte diesen Plan samt neuer Satzung einstimmig, auch das Investitionsprogramm der Verwaltung bis zum Jahr 2024 fand Zustimmung im Gremium.

Bevor man in die Detail-Diskussion ging, konnte Fisch eine erfreuliche Nachricht melden: „Wir haben 2021 als Tilgungssumme im Finanzabgleich 125 000 Euro für Kredite aus der Vergangenheit vorgesehen. Damit können wir die Tilgung aus gleich zwei Jahren vornehmen und sind danach als Gemeinde schuldenfrei.“

Doch es stehen bereits neue Vorhaben an, die erstmals in einer mehrjährigen Vorausschau präsentiert und kommentiert wurden. In dieser Planung fallen vor allem zwei Projekte in Grünbach auf. Zum einen das neue Feuerwehrhaus (wir berichteten), das an der B 388 entstehen soll und bisher mit einem Finanzvolumen von 1,5 Millionen Euro berechnet wird. Der Hauptteil der Finanzierung soll im Jahr 2023 mit 800 000 Euro erfolgen, dann soll das Gerätehaus auch fertig gestellt sein. Ein Jahr später ist der Kauf des dringend benötigten neuen Feuerwehrfahrzeugs vorgesehen.

Zum anderen ist in Grünbach der Bau eines neuen Kindergartens geplant, der bis Herbst 2021 fertig sein soll. „In der ersten Marge rechnen wir mit rund 2,7 Millionen Euro, in 2022 werden dann noch einmal rund 1,1 Millionen Euro fällig“, rechnete Fisch vor. Dieses Bauwerk kann noch nicht gestartet werden, weil die Pläne zur Genehmigung noch dem Landratsamt liegen.

Die Gemeinde wird im kommenden Jahr aber auch einige größere Einnahmen verbuchen können. So rechnet die Verwaltung damit, dass durch den Verkauf von Grundstücken im neuen Baugebiet Neuunterstrogn rund 2,6 Millionen Euro in die Kasse fließen. Der Erlös aus Baugrund im neuen Gewerbegebiet Unterstrogn wird rund 1,7 Millionen Euro bringen. Größter Posten ist aber wieder die Einkommensteuer, die für den nächsten Haushalt mit rund 2,85 Millionen Euro angesetzt ist.

Die Sätze für Grundsteuer A und B bleiben wie bisher bei 300 v. H., hier werden rund 340 000 Euro erwartet, an Gewerbesteuer könnten 900 000 Euro erzielt werden. „Hier liegen wir vermutlich etwas unterhalb des Jahres 2020, in dem wir immerhin gut eine Million Euro bekommen haben“, so Fisch.

Rund 100 000 Euro musste Bockhorn in die Beförderung seiner Schüler investieren, auch für das kommende Jahr rechnet die Gemeinde hier wieder mit hohen Ausgaben.

Für Grunderwerb und Planung beim neuen Feuerwehrhaus Grünbach werden rund 130 000 Euro angesetzt, die Bauhof-Erneuerung wird wohl noch rund 100 000 Euro für Restzahlungen und Nachträge notwendig machen. Für die Breitbanderschließung hat die Verwaltung schließlich 100 000 Euro kalkuliert.

Beim Thema Straßensanierung will Bockhorn laut Fisch 2021 eher kürzer treten: „Unser Straßennetz ist insgesamt noch gut in Schuss. Wir haben trotzdem 100 000 Euro geplant. Und allein für die Erneuerung von Dorf- und Kirchstraße im Ortsteil Kirchasch sind derzeit 700 000 Euro vorgesehen.“

Und die Gemeinde will endlich ihren Anteil am Fliegerhorst-Areal planerisch angehen. Dafür hat sie jetzt 50 000 Euro angesetzt, bekommt aber auch 40 000 Euro Zuschuss.

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