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Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Bockhorn: Sohn Hans, Tochter Edith und Ehefrau Marianne schauen Altbürgermeister Hans Schreiner dabei über die Schulter. Seinen Nachfolger Lorenz Angermaier freut’s. 

Ernennung zum Altbürgermeister

Hans Schreiner: „Es war mir eine Ehre, in Bockhorn Bürgermeister sein zu dürfen“

36 Jahre lang war Hans Schreiner kommunalpolitisch aktiv, 18 Jahre als Bürgermeister von Bockhorn. Die Gemeinde dankt ihm mit der Ernennung zum Altbürgermeister. 

VON FRIEDBERT HOLZ

Kirchasch/BockhornWenn jemand 36 Jahre lang erfolgreich Kommunalpolitik betrieben und gelebt hat, je zur Hälfte als Gemeinderat und als Bürgermeister, dann darf er sich zu Recht als Altbürgermeister feiern lassen. Dieser Ehrentitel wurde Hans Schreiner (63) am Freitagabend bei einer Festveranstaltung im Saal des Gasthauses Bauer in Kirchasch verliehen. Gleichzeitig verabschiedeten die rund 80 Gäste auch verdiente Gemeinderäte.

„Du hast immer aufgepasst, dass wir nicht aus dem Ruder oder auf Grund laufen, dass wir genug Wind in den Segeln haben. Zwar hat sich vieles in den Jahren geändert, aber du warst stets auf eine gute wirtschaftliche Stabilität bedacht. Jetzt haben wir als Gemeinde eine solide finanzielle Lage, im Gegensatz zu anderen, die mit leerem Tank vor einem großen Berg stehen.“ Mit diesen Worten charakterisierte Lorenz Angermaier, sechs Jahre Schreiners Stellvertreter und seit Mai sein Nachfolger, den langjährigen Gemeindechef.

Dank für außergewöhnliches Engagement

Auch wie Schreiner sein Amt führte, hob Angermaier hervor: „Du warst immer sachlich und besonnen, hast eine faire Gesprächskultur im Gemeinderat geschaffen. Hast verstanden, Leute für eine Aufgabe einzubinden, und warst weit über die Gemeindegrenzen hinaus ein gefragter und erfahrener Politiker.“ Selbst als Kandidat für den Posten des Landrats sei Schreiner objektiv mit anderen umgegangen. „Wenn jemand eine andere Meinung hat, ist das für dich kein Problem.“ So überreichte Angermaier seinem Vorgänger die Ernennungsurkunde zum Altbürgermeister „als Dank für ein außergewöhnliches Engagement“.

Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde

Hans Schreiner, sichtlich gerührt und begleitet von seiner Familie, durfte sich auch ins Goldene Buch der Gemeinde eintragen. Und er bekam Geschenke: von der Gemeindeverwaltung eine Standuhr mit Pendel, vom Gemeinderat einige Flaschen Wein jener Jahrgänge, in denen er Bürgermeister wurde, inklusive gravierter Gläser. Mitarbeiter aus Schule, Kindergarten, Kirche und Bauhof hatten ihm eine Stele für den Garten gebastelt – unzählige Mosaiksteinchen zeigen darauf das Bockhorner Gemeindewappen.

Vize-Landrat Franz Hofstetter nannte Schreiner einen „geradlinigen und aufrichtigen Kollegen, mit stets überzeugenden Ergebnissen bei seinen Wahlen und einer starken Familie im Hintergrund“. Bockhorn habe sich in seiner Amtszeit prächtig entwickelt. „Er hat immer geschaut, dass es den Menschen hier gut geht.“ Auch Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner, Sprecher des Ortsbündnis Ost, bedankte sich für das gute persönliche Miteinander und für Schreiners Engagement im Wasserzweckverband Erding-Ost.

Rückhalt der Familie

Schließlich durfte der vielfach Geehrte selbst ans Mikrofon. „Es war mir eine Ehre, in dieser Gemeinde Bürgermeister sein zu dürfen, und ich hatte stets gute Mitarbeiter um mich. Ich bin nie mit einem unguten Gefühl in den Urlaub gefahren, wusste den Ort bei meinem jeweiligen Vize und der Verwaltung in guten Händen. Alle Leute hier haben immer mehr gearbeitet, als sie mussten. Das zeigt auch der Spaß, den wir zusammen hatten“, sagte er und reichte das Lob gerne weiter. Der Gemeinderat habe ihn kritisch begleitet. „Es ging meist um die Sache und nie um persönliche Profilierung.“

„Das Wichtigste für mich aber war meine Familie, die mir enormen Rückhalt gegeben hat. Ich habe mich auch nicht mit meiner Frau Marianne auseinander gelebt. Auch die Bürger der Gemeinde kann ich nur loben. Sie waren meist pflegeleicht und haben sich sehr engagiert. Unsere Heimat ist diesen Einsatz aber auch wert.“ Mit stehenden Ovationen dankten die Bockhorner ihrem ehemaligen Bürgermeister, dem so viel Anerkennung fast peinlich war.

Auf die Frage, was er denn jetzt mache, antwortete Schreiner: „Zur Zeit sitze ich viel auf dem Traktor und kümmere mich intensiv um unseren Hof. Schließlich müssen wir gerade das Getreide dreschen, und eine Halle möchte ich auch umbauen.“ Auch diese Aufgaben wird er mit Bravour meistert.

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