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Anni Schuster †verstarb nach schwerer Krankheit.

Nachruf Anni Schuster

Hebamme und Freundin der Menschen

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Kirchasch/Erding – Das Leben geht, die Liebe bleibt. Von Anni Schuster allerdings bleibt auch viel Leben. Gut 40 Jahre lang war die Kirchascherin Hebamme. Weit mehr als 6000 Babys, über drei Generationen hinweg, hat sie auf die Welt geholfen. Nun ist Anni Schuster nach schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren verstorben.

„Hebamme war nicht nur ihr Beruf, sondern eine Berufung“, erzählt Tochter Katrin. Die meiste Zeit war Anni Schuster am Erdinger Krankenhaus tätig und die vergangenen sieben Jahre als Beleghebamme mit eigener Praxis in Erding. Sie hat tausende Mamas und Familien unterstützt – vor, während und nach der Geburt. Rund um die Uhr stand Anni Schuster „ihren“ Frauen mit Rat und Tat zur Seite. „Dabei hat sie den Frauen stets Zuversicht vermittelt“, sagt ihr Sohn Bernhard. Auch Heilhypnose, Akupunktur und Taping gehörten zu ihrem Angebot. Das Wohl ihrer Mitmenschen stand bei Anni Schuster ganz oben. Nicht nur im Landkreis war sie bekannt und geschätzt, sondern auch darüber hinaus.

Ihr großes Herz schlug besonders für die Familie: ihren Mann Hans, mit dem sie 42 Jahre lang verheiratet war, drei Kinder, zwei Ziehkinder und eine Enkelin, der sie fast wie eine zweite Mutter war. Da hatte sie alle Hände voll zu tun. Sie unterstützte jeden einzelnen, auch Freunde von Familienmitgliedern wurden stets mit offenen Armen aufgenommen. Anni Schuster half, wo sie konnte, und behandelte jeden Menschen als Freund. „Sie war der Mittelpunkt unserer Familie und hielt alles zusammen“, sagt ihre Tochter Ulrike. So traf sich die ganze Familie sonntags, wenn Anni Schuster aufkochte. Und wenn es einmal zu Reibereien kam, sorgte sie immer schnell mit den Worten „A Ruah’ is!“ für Frieden. Ein Spruch, der in der Familie zum geflügelten Wort wurde, und nun auf Anni Schusters Sterbebild verewigt ist.

Ebenso ein Gemälde von ihr, eine Landschaft mit Fluss, Kirche und Bergen. Denn Anni Schuster malte leidenschaftlich gerne. Besonders stolz war sie darauf, sehr schnell zu malen. Meist erstellte sie ein Kunstwerk an einem Abend und war im Malkreis bekannt dafür, „schneller zu malen als Bob Ross“ – und auch schöner.

Anni Schuster war sehr kreativ, und sie fand neben ihrer vielen Arbeit auch noch Zeit für Hobbys. Sie liebte wandern und Gartenarbeit, war eifrige Sammlerin und sehr tierlieb. „Mama war geradeheraus, hilfsbereit, selbstlos, einfühlsam und humorvoll“, erzählen ihre Kinder – „und lustig. Wenn sie einmal anfing, Witze zu erzählen, gab’s kein Halten mehr. Ihr Repertoire an Witzen war unerschöpflich.“

Nun musste sie gehen. Was bleibt, ist viel mehr als die Liebe und die Erinnerung tausender Menschen. Beerdigt wurde Anni Schuster in der Familiengruft in Altötting, neben ihrem Vater. Das war ihr großer Wunsch. Das Requiem fand in der Altöttinger Michaelikirche statt – dort, wo sich Anni Schuster und ihr Mann Hans vor fast 43 Jahren das Jawort gegeben hatten. Kränze wollte die Familie nicht, stattdessen bat sie um Spenden an die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München. Das wäre ganz im Sinne ihrer Mama gewesen, sagen die Kinder.  

Vroni Macht

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