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41 Paletten und 32 000 Euro: Hilfsaktion für Ukraine übertrifft alle Erwartungen

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Von: Fabian Holzner

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Am Morgen nach der Ankunft im Kloster nahmen die Pauliner 41 Paletten Hilfsgüter entgegen (v. l.): Schrödings Mesner Stefan Lachner, Pater Philipp, Pfarrer Jacek Jamiolkowski sowie die Malteser-Fahrer Markus Büttner und Michael Neumann. Bikerclubs helfen zusammen Dankesbriefe an die Wohltäter
Am Morgen nach der Ankunft im Kloster nahmen die Pauliner 41 Paletten Hilfsgüter entgegen (v. l.): Schrödings Mesner Stefan Lachner, Pater Philipp, Pfarrer Jacek Jamiolkowski sowie die Malteser-Fahrer Markus Büttner und Michael Neumann. Bikerclubs helfen zusammen Dankesbriefe an die Wohltäter © Privat

Es ist eine beeindruckende Hilfsleistung: 41 Paletten an materiellen Hilfsgütern und gut 32 000 Euro bringt die Aktion „Gemeinsam helfen – Not lindern“ nicht nur ukrainischen Geflüchteten im polnischen Kloster Jasna Góra, sondern auch der Bevölkerung in der Ukraine.

Bockhorn/Holzland – Zunächst war geplant, mit der gemeinsamen Spendenaktion der Pfarrverbände Bockhorn und Holzland sowie der Sportvereine FC Hohenpolding, FSV Steinkirchen, FC Inning am Holz, FC Grünbach, SV Bockhorn, SC Kirchasch und FC Hörgersdorf Frauen und Kinder in dem Paulinerkloster und in Polen allgemein zu unterstützen. Denn nach wie vor werden Hilfstransporte innerhalb des Kriegsgebiets von russischer Seite beschossen und beraubt, teilte Pater Philipp, Priester im Pfarrverband Bockhorn, mit. Vor Ort ergab sich jedoch die Möglichkeit, einen ersten Teil der Ende März gesammelten Spenden, auch 5000 Euro Bargeld, in das Kloster Kamieniec Podolski im Westen der Ukraine und nach Brovary bei Kiew zu bringen.

Zu verdanken ist das dem freiwilligen und riskanten Einsatz von Motorradfahrern, die die Organisation, die Fahrt mit zwei Kastenwagen und den Begleitschutz übernahmen. „Es bestehen enge Freundschaften zwischen polnischen und ukrainischen Bikerclubs, einige ukrainische Motorradfahrer befinden sich seit Kriegsausbruch in Polen“, erklärt Pater Philipp das Zustandekommen der unvorhergesehen Lieferung. Zusammen mit Holzland-Pfarrer Jacek Jamiolkowski und dem Schrödinger Mesner Stefan Lachner hatte er von Fürstenfeldbruck aus den Hilfstransport begleitet.

Den 40-Tonner mit Anhänger fuhren zwei Mitarbeiter der Malteser. „Wir sind richtig froh über diese Hilfe“, bedankt sich Sandra Bachmeier, Verwaltungsleiterin beider Pfarrverbände, für die Fahrt und den logistischen Aufwand, den die Malteser erledigt haben. Deklaration, Zoll oder Mautbefreiung seien zusätzliche Hürden für die Aktion gewesen, die so von erfahrener Seite abgewickelt worden seien.

In Person dankt Bachmeier Sebastian Oberpriller, der als Kreisgeschäftsführer der Malteser und Mitglied des SC Kirchasch die Zusammenarbeit ermöglicht habe. Die Benzinkosten wurden je zur Hälfte von der VR-Bank Taufkirchen-Dorfen und der Raiffeisenbank Erding übernommen. Aus den Pfarrverbänden wurden, der Bitte entsprechend, vorwiegend Hygiene-Artikel, haltbare Lebensmittel, Coronatests, Schlafsäcke, Decken und Isomatten gespendet. Die Feuerwehr Erding beteiligte sich mit drei Paletten Desinfektionsmittel.

Mit mehr als 32 000 Euro hatte niemand gerechnet. „So eine Großzügigkeit habe ich nicht erwartet“, sagt Pater Philipp, und Bachmaier spricht von einer „gigantischen Summe“, zu der Sammlungen der Fußballer während den Spielen und große Beträge von Einzelpersonen beigetragen hätten.

Nach einer 14-stündigen Fahrt erreichte der Konvoi das Paulinerkloster in Südpolen, nach der Übergabe blieben die beiden Pfarrer einen Tag länger als die Malteser-Fahrer. Zu einem direkten Kontakt zu den 120 Frauen und Kindern, die dort auf eine baldige Rückkehr in ihre Heimat hoffen, kam es nicht. Die Klosterleitung möchte mit der Unterbringung und einem separaten Teil der Klosteranlage Schutz und Ruhe bieten, was von den Helfern mit Verständnis akzeptiert wurde.

Pater Dr. Arnold Chrapkowski bedankte sich in Briefen an die beiden Pfarrverbände und jeden der sieben Sportvereine mit den Worten: „Vergelt’s Gott für Ihr Vertrauen und Ihre helfende Tat. Wir empfehlen Sie und alle Wohltäter in unseren Gebeten dem Schutz der Mutter Gottes, der Königin des Friedens.“

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