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Rege diskutiert wurde in der Infoveranstaltung zur Nordumfahrung. Auch der Bockhorner Gemeinderat Walter John (r.) diskutierte mit Landrat Martin Bayerstorfer.

Infoveranstaltung zur Nordumfahrung 

Ein Projekt, viele Interessen

Die Wegenetzführung für die Landwirtschaft beim Bau der Nordumfahrung war Thema einer Versammlung in Grucking. Die Veranstaltung zeigte vor allem eines: Es gibt auch in Zukunft jede Menge Gesprächsbedarf.

Grucking Passt der Mähdrescher unter einer geplanten Brücke durch? Sind zwischen Langengeisling und der geplanten Nordumfahrung Wendehämmer für Zuckerrohr-Transporter nötig? Wie breit ist die Staatsstraße 2331 nach der Abstufung zum Waldweg? Nur drei von vielen Fragen, die in der Bürgerinformationsveranstaltung zur landwirtschaftlichen Wegenetzführung der Kreisstraße ED 99 diskutiert wurden. Das Landratsamt Erding und Verantwortliche des Staatlichen Bauamts Freising hatten die betroffenen Anwohner am Donnerstag ins Gasthaus Rauch nach Grucking eingeladen.

Es war nicht die erste Veranstaltung dieser Art, und es war noch lange nicht die letzte. Seit Jahren lässt die geplante Nordumfahrung die Gemüter hochkochen. Auch die Zusammenkunft an diesem Abend hat wieder einmal gezeigt, dass Gesprächsbedarf da ist.

Konkret ging es um das Gebiet zwischen Kronthaler Weiher und der Kreisstraße ED 20. Speziell zu diesem Areal gab es bereits eine Bürgerbeteiligung, nach der 118 Einwender Nachbesserungen am Plan gefordert hatten. „Wir müssen dabei die unterschiedlichen Interessen abwägen“, erklärte Robert Braun vom Staatlichen Bauamt Freising den gut 60 Anwesenden. Es könne sein, dass nach einer Änderung auf Wunsch des einen ein anderer seine Interessen verletzt sieht. Man wolle sich jedoch mit allen Betroffenen abstimmen, und das sei nicht leicht.

Fünf konkrete Anliegen und die Lösungsvorschläge dafür hatten Braun und ED 99-Chefplaner Christian Utschig mitgebracht. Ein Punkt war die geplante Abstufung der St 2331 zu einem Feld- und Waldweg. Eigentlich sollte dabei nur über die Fahrbahnbreite gesprochen werden, manche Zuhörer sahen hier aber auch generellen Diskussionsbedarf. „Das ist jetzt die kürzeste Strecke für den Bus nach Berglern“, sagte etwa ein Zuhörer. Er kritisierte, dass hier der Autoverkehr dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorgezogen werde, weil der Bus dann einen längeren Weg fahren müsse. Im Straßenbauamt sieht man das anders: „Der Umweg für den Bus wiegt weniger als die Verkehrsentlastung für Langengeisling“ begründete Braun.

Ein Zuhörer war in Sorge, was mit der Alten Römerstraße in Langengeisling wird, falls die Nordumfahrung doch nicht kommt. „Deren Rückbau wird erst veranlasst, wenn die Umfahrung genehmigt ist“, gab Landrat Martin Bayerstorfer zur Antwort.

Eine Frage aus den Reihen der Bürger beschäftigte sich damit, ob bei der Wegeplanung für die Landwirte auch der Wohnort derer berücksichtigt werde, die zu ihrem Feld fahren müssen. Bayerstorfer antwortete darauf kurz und bündig: „Das geht nicht.“ Ein Teil der Flächen sei verpachtet, und wenn der Pächter wechsle, gehe die ganze Berechnung nicht auf. Und der Bockhorner Gemeinderat Walter John regte an, die für Grünbach geplante Ortsumfahrung mitzuplanen.

Dass es im Zusammenhang mit der ED 99 noch viele Fragen gibt, ist auch den Verantwortlichen aus Freising klar. „Wir nehmen viel mit und werden einiges davon prüfen“, versprach Braun.

Henry Dinger

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