Handwerksbetrieb in Emling

Ja zu Gewerbehalle: Bockhorner Räte unterstützen Unternehmer

Der Gemeinderat Bockhorn möchte Unternehmern keine Steine in den Weg legen. In Emling will ein Handwerksbetrieb ein landwirtschaftliches Gebäude umnutzen und als gewerbliche Maschinen-, Lager- und Abbundhalle, also für das Erstellen von großen Bauteilen im Zimmererhandwerk, betreiben. Dagegen wehren sich allerdings die Nachbarn: Sie fühlen sich vom Lärm dieses Betriebs, der im Außenbereich liegt, erheblich gestört. Das Gremium befürwortete das Projekt dennoch mehrheitlich.

VON FRIEDBERT HOLZ

Bockhorn – Den Vorschlag der Nachbarn, der Betrieb solle bei geschlossenen Toren arbeiten, lehnten die meisten Räte ab. „Das ist absolut praxisfern. In einem gemischten Dorfgebiet muss auch weiterhin Handwerk möglich sein, vielleicht lässt sich ja durch Bepflanzung oder mittels einer Mauer eine Rezudierung des Lärms erreichen“, meinte Thomas Fisch (FW).

Laut Bürgermeister Hans Schreiner (FW) wurde die Lärmbelastung dort mit 50 Dezibel errechnet, in Wohngebieten sind 60 Dezibel erlaubt. Es handelt sich hier aber um ein Dorfgebiet.

Anton Lechner (Grünbacher Liste) glaubt, dass bei einer Genehmigung des Handwerksbetriebs „in diesem Gebiet wohl keiner mehr bauen will“. Hubert Strasser (Bürgerliste Kirchasch) hingegen ist sich sicher, „dass der bisherige landwirtschaftliche Betrieb dort weit mehr Lärm verursacht hat“.

So wurde die Verwaltung beauftragt, diese Umnutzung zu befürworten und das Landratsamt zu bitten, im Fall der Genehmigung einen zusätzlichen Lärmschutz zur Auflage zu machen. Damit waren – bis auf Schreiner und Lechner – alle Räte einverstanden.

Wieder einmal musste sich der Gemeinderat mit der Bergstraße in Grünbach beschäftigen. Dort möchte eine Anliegerin zwei zusätzliche Wohneinheiten bauen. Nach langer Diskussion lehnte das Ratsgremium den Bauantrag mehrheitlich ab, weil zu diesen neuen Häusern bislang keine ausreichende Zufahrt gewährleistet ist.

Bislang sei auf dem 1884 Quadratmeter großen Grundstück keine weitere Bebauung vorgesehen, erläuterte der Bürgermeister. Eine Verdichtung erfordere daher eine Änderung des Bebauungsplans. Erschwert wird eine Umsetzung des Bauvorhabens dadurch, dass die Bergstraße, die sich entlang des betreffenden Grundstücks im Privatbesitz der Antragstellerin befindet, zu schmal ist, um etwa Müllfahrzeuge dort einfahren zu lassen.

Außerdem wären keine Zufahrten zu den zwei neuen Wohneinheiten machbar. Rathauschef Schreiner: „Wir verhandeln schon seit langer Zeit mit der Eigentümerin wegen des Ausbaus der Straße. Solange wir hier keine Veränderung erreichen können, sind uns auch die Hände bezüglich weiterer Bauvorhaben gebunden.“

Ins gleiche Horn stießen Bernhard Stein (CSU), Nachbar und Anlieger Anton Lechner sowie Lorenz Angermaier (Bürgerliste Kirchasch): „Erst muss die Bergstraße vernünftig ausgebaut sein, dann können wir über neue Wohneinheiten sprechen. Schließlich müssen wir ordentliche Zufahrten garantieren.“ Allein Claus Lechner (Grünbacher Liste) votierte für den Antrag. Auf die Frage von Walter John (Grünbacher Liste), ob die Bauwerberin bereit wäre, einen Teil ihres Grundstücks zur Verbreiterung der Bergstraße abzugeben, antwortete Schreiner salomonisch: „In öffentlicher Sitzung kann ich mich dazu nicht äußern.“

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