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Ehrung: Ortschef Bernhard Stein (l.) und MdL Ulrike Scharf zeichneten Josef Kargl und Horst Kopplinger (r.) aus.

Jahreshauptversammlung Ortsverband Bockhorn

Die CSU hat Angst, zu alt zu werden

Ortsumfahrung, Fliegerhorst-Gelände, Walpertskirchener Spange: Die CSU Bockhorn sieht viel Verbesserungsbedarf. Und sie sorgt sich um das Durchschnittsalter ihrer Mitglieder.

Kirchasch – Viel vor hat heuer der CSU-Ortsverband, wie Vorsitzender Bernhard Stein in der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Bauer in Kirchasch darlegte. Es gelte, sich nicht nur für die Landtagswahl im Oktober zu rüsten, viele kommunale Themen stünden ebenfalls an. Mit dem Fortgang vieler anstehender Themen ist Stein gar nicht zufrieden.

So sieht er noch keine Lösung für die endgültige Trassierung der Walpertskirchener Spange und den Lärmschutz dort. Aber auch bei der Planung für das Fliegerhorst-Gelände gehe „gar nichts vorwärts“. Die CSU Bockhorn stellt sich dort eine Gewerbeansiedlung vor. Schließlich, da ist sich Stein sicher, „hat uns die Trassenlösung für die Nordumfahrung Stimmen gekostet“.

Ebenfalls nicht nach seinem Geschmack und dem seiner drei Gemeinderatskollegen war die finale Entscheidung des Gremiums, keinen möglichen Korridor für die B 388-Ortsumfahrung in den Flächennutzungsplan aufzunehmen. „Ohne Korridor ist dieser Plan nichts wert, deshalb haben wir ihn als Fraktion abgelehnt.“ Zudem wünscht sich die Orts-CSU einen Radweg zwischen Hecken und Bockhorn, einen Bebauungsplan für Grünbachs Mitte und ein größeres Feuerwehrhaus dort.

Zeitlich noch dringender sieht Stein aber die Anschaffung von zwei neuen Feuerwehr-Autos für die Wehren in Kirchasch und Bockhorn. „Jetzt hätten wir das Geld dafür, denn selbst bei rund 250 000 Euro Zuschuss vom Land müssen wir noch gut eine halbe Million Euro zuschießen“. In Kirchasch werden jetzt ein paar Straßen repariert, als Mieter für das alte Rathaus in Bockhorn hat sich erst einmal die VR-Bank gefunden. Stein: „Später könnte dort vielleicht die Bücherei einziehen.“

Seine Sorge gilt aber auch der Überalterung des 85 Mitglieder starken Ortsverbands. „Unsere Mitglieder sind im Schnitt 59 Jahre alt. Wir suchen Nachwuchs.“ Immerhin durfte er für 40 Jahre Mitgliedschaft Horst Kopplinger (Grünbach) und Josef Kargl (Gugging) ehren.

Über die Finanzen berichtete Kassier Gernot Gassner: Bei Einnahmen von rund 6 300 Euro und Ausgaben von 5200 Euro bleibt ein Plus von 1100 Euro. Kassenprüfer Anton Schlehhuber sen. bestätigte Gassner eine ordentliche Kassenführung.

Nach der Wahl der Delegierten für die Europawahl gab Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf den rund 20 Mitgliedern einen kleinen Rück- und Ausblick auf die Landespolitik. „Die letzten neun Monate waren für uns nicht einfach, nur 38 Prozent bei der Bundestagswahl haben uns schon geschüttelt.“

Als Grund für das mäßige Abschneiden sieht sie den Machtkampf zwischen Horst Seehofer und Markus Söder. Bei der Landtagswahl gelte es, „vor allem Parteien vom rechten Rand aus dem Landtag zu halten“. Als dringlichste Themen in naher Zukunft sieht Scharf die Flüchtlings-situation, innere Sicherheit und mehr leistbares Wohneigentum: „Hier müssen wir deutlich mehr machen.“ In ihrem Wahlkreis hätten der Ausbau der FTO, der S-Bahn-Ringschluss sowie die Nordumfahrung Priorität.

Delegierte zur EU-Wahl:

Bernhard Stein, Franz Auer jun., Gernot Gassner, Anton Schlehhuber jun., Georg Mesner, Josef Vieregg, Georg Huber jun., Christine Westermaier und Michael Stock. Ersatz-Delegierte: Doreen Graf, Anton Schlehhuber sen., Rainer Graf, Michael Hackl, Johannes Stein, Josef Czech, Beate Eder, Alois Ober und Bernhard Molocher. Friedbert Holz

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