Bedarfsplan für Bockhorn

Jede Feuerwehr wird dringend gebraucht

Bockhorn – Die Hilfsfristen werden eingehalten, auch an Wochentagen – das ergibt der neue Feuerwehrbedarfplan für Bockhorn. Jede der vier Wehren ist dafür wichtig.

Die Gemeinde Bockhorn wird in den nächsten Jahren massiv in die Ausrüstung der Feuerwehren investieren müssen: Zwei Großfahrzeuge vom Typ HLF20 stehen auf der Beschaffungsliste. Mittelfristig müssen wohl noch ein LF10/6 und ein Mehrzweckfahrzeug gekauft werden, um das Jahr 2026 auch noch ein LF10/6. Das sind Kernaussagen des Feuerwehrbedarfsplans, den der Gemeinderat vor großer Zuhörerkulisse beraten hat.

Für die Kommune wirkt sich erschwerend aus, dass die aktuellen Fahrzeuge ungefähr gleich alt sind und daher ungefähr gleichzeitig das Ende ihre Nutzungsdauer erreichen. Die genannten Großfahrzeuge werden die vorhandenen LF8/6 ersetzen.

Erstellt hat dieses Konzept Kreisbrandinspektor Lorenz Huber, der für viele Gemeinden im Kreis tätig ist. Das trug ihm einen großen Dank von Bürgermeister Hans Schreiner ein, der ihm zwei Flaschen „Löschwasser“ überreichte, stilecht in einer feuerwehr-roten Verpackung.

Laut Huber sind die vier Feuerwehren etwa gleich groß. Die Mannschaftsstärke ist ausreichend, und auch die so wichtige Tagesalarmsicherheit ist gegeben. Huber: „Es können alle ihre Fahrzeuge mit Mindestbesatzung ausrücken lassen.“

Andere externe Gutachter empfehlen gern, Feuerwehren zusammenzufassen. Huber machte klar: „Ich bin nicht der große Auflöser.“ Und er konnte auch anhand der Karte nachweisen, dass jede Feuerwehr dringend gebraucht wird, weil die Lücken, wo die Hilfsfrist von zehn Minuten nicht eingehalten werden kann, sonst zu groß werden.

Die ist bestimmt durch die Bundesstraße 388, die durch mehrere Ortsteile führt und damit ein gewaltiges Gefährdungspotenzial darstellt. Auch das ging aus der Erhebung klar hervor. Die im Süden verlaufende Staatsstraße führt zu weiteren Gefahrenpotenzialen, die aber nicht so hoch sind.

Daraus hat der Kreisbrandinspektor den Fahrzeugbedarf ermittelt, dabei aber die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde berücksichtigt: So konnte er vermeiden, dass die Gemeinde auch noch ein noch größeres Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 3000 anschaffen muss. Das komme im Bedarfsfall aus Erding und könne schnell genug da sein.

Verlangt werde auch, dass ein Einsatzleitfahrzeug innerhalb der genannten zehn Minuten zur Stelle sein muss. Das werde durch die bereits vorhandenen Mehrzweckfahrzeuge sichergestellt, denn diese ließen sich dafür verwenden. Die Hilfsfrist werde in einem Radius von 4,5 Kilometern rund um die Feuerwehrhäuser eingehalten. Auf diesen Wert kam der Kreisbrandinspektor anhand der durchschnittlichen Geschwindigkeit, mit der diese Fahrzeuge unterwegs sind.

Platznot in Grünbach

Braucht die Feuerwehr Grünbach mittelfristig ein neues Gerätehaus? Beim Punkt Unterbringung des Materials der Wehren sagte Huber: „Grünbach ist da so ein Thema.“ In der Tat ist das Gerätehaus einmal durch einen kleinen Anbau erweitert worden, weil hier auch die First Responder untergebracht sind. Deren Erhalt hat der Kreisbrandinspektor in seinem Gutachten ausdrücklich empfohlen. Das Gerätehaus ist erst im Jahr 2000 renoviert worden. Derzeit ist die Feuerwehr mit einem Löschgruppenfahrzeug LF8/6 ausgerüstet. Der Bedarfsplan sieht den Ersatz dieses Fahrzeugs durch ein größeres LF10/6 vor, das so viel größer ist, dass sich für die Aktiven auch Führerscheinprobleme stellen könnten.

Klaus Kuhn

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