Sie fordern zum Kampf auf (v. l.): Martin Haindl, Manfred Drobny und Hans Schreiner. Foto: Seidel

Nordumfahrung

Kampf gegen Nordumfahrung: Endspurt in Bockhorn

Bockhorn - Auf 300 Einwendungen hofft die BI gegen die Nordumfahrung alleine in Bockhorn.

Rund 100 Einwendungen zum Planfeststellungsverfahren der Nordumfahrung (ED 99) hat man in Bockhorn bereits gesammelt, 300 sollen es werden. Am Sonntag ist das Rathaus von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Stellungnahmen sind in Bockhorn noch bis Montag, 8. Dezember, möglich. Bürger können ihre Stellungnahmen abgegeben und erhalten dafür Formulierungshilfen. Bereits der erste Lauf am vergangenen Sonntag brachte 50 Bürger zur Unterschrift, mit dem zweiten Termin hofft die Gemeinde auf einen wirkungsvollen Endspurt.

Die Gemeinde habe keine unmittelbare Betroffenheit und sei im Klagerecht stark eingeschränkt, erläuterte Bürgermeister Hans Schreiner gestern in einem Pressegespräch. Dennoch kümmere man sich mit Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer und Rechtsanwalt Dr. Christian Braun um die juristische Seite. Man stehe in Kontakt mit der „Bürgerinitiative Nordumfahrung - die vernünftigere Alternative“ (BI), dem Bund Naturschutz (BN) und einer vierten wichtigen Gruppe, den Grundeigentümern.

Mit der ED 99 sei eine Kreisstraße geplant, erklärte Schreiner, aus der aber eine Staatsstraße werden soll. Damit habe man schlicht das Raumordnungsverfahren umgangen, welches seit 2012 bei Projekten vorgeschrieben ist, die für den überörtlichen Raum Bedeutung haben. Ferner seien im Verlauf der Diskussion zusätzliche Trassen vorgeschlagen worden, die nur oberflächlich überprüft wurden, etwa Flieger_1, die sogar um 1,1 Kilometer kürzer sei, kritisierte Schreiner.

Für die Nordumfahrung sieht BN-Kreisgeschäftsführer Manfred Drobny keinerlei Planrechtfertigung. Zur Begründung sei einerseits die Entwicklung des Flughafens angegeben. Doch dessen Wachstumsprognosen seien unsicher, und es sei Fakt, dass die dritte Startbahn „nicht existiert, weil ein Gesellschafter Nein sagte“. Anderseits sei ein Ziel die Entlastung der Anton-Bruckner-Straße in Erding. Diesen Effekt bringe die Trasse Flieger_1 mit 13 700 Fahrzeugen am Tag auch, erklärte Drobny. Die geplante Süd_2 bedeute nur eine Entlastung von etwas mehr 14 000 Fahrzeugen.

BI-Sprecher Martin Haindl macht neben dem Einschleifungsbauwerk zwischen Unterstrogn und Hecken der Schleichverkehr durch die Gemeinde Sorgen. An der ED 20 in Unterstrogn werde Stau herrschen, ebenso auf der Staatsstraße 2084 in Neumauggen. Auf der Heckener Straße, vor dem Kindergarten und der Krippe, rechnet er mit 2000 Fahrzeugen täglich, vor allem im Berufsverkehr. Die Prognose, dass 5000 Fahrzeuge an der Bockhorner Schule vorbeifahren, „kann zwar zutreffen, aber es könnten auch leicht 8000 Fahrzeuge sein“. Also sollten laut Haindl Eltern protestieren.

Informationen auf www.nordumfahrung-nein.de

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