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Öffnen die Austern (v. l.): Josef Pommer, David Dupuy, Robert Kerfers und Markus Binding 2018. 

Komitee Bockhorn-Magnac verkauft wieder an Silvester

Austern schlürfend ins neue Jahr

Frische Austern in Oberbayern – das klingt nach einer exotischen Kombination. Und doch bieten Liebhaber sie an Silvester vor Bockhorns Rathaus an. Zum dritten Mal kann dort die französische Delikatesse von 8 bis 14 Uhr wieder gekostet werden, als Probierteller für Austern-Einsteiger, als Dutzend für Kenner. Und damit der Genuss richtig rund wird, gibt’s dazu Brot mit Butter und ein Glas französischen Weißwein. Der Erlös kommt der Jugendarbeit des Komitée Bockhorn-Magnac zugute.

VON FRIEDBERT HOLZ

Bockhorn – Natürlich müssen Franzosen oder zumindest frankophile Mitmenschen ihre Finger im Spiel haben, um einen solchen Leckerbissen in die bayerische Provinz zu bringen. Tatsächlich hat David Dupuy, in Bockhorns Partnerstadt Magnac geboren, einen wesentlichen Anteil daran. Der 49-jährige Export-Vertriebsleiter in der IT-Branche lebt schon viele Jahre in Bockhorn, hängt aber doch sehr an der Tradition seiner Heimat, während der Weihnachtsfeiertage und zu Neujahr die Schalentiere zu genießen.

„Bei uns zuhause in Frankreich, vor allem aber in der weltberühmten Austerngegend Marennes-Oléron, die sich im Küstengebiet der Region Charente-Maritime befindet, sind Austern gang und gäbe. Überall in den Orten gibt’s kleine Stände, an denen diese Köstlichkeit aus dem Meer zu kaufen ist. Die Leute stehen dann dort, unterhalten sich, trinken ein Glas Wein zusammen und essen natürlich Austern“, erzählt Dupuy. „Dabei geht es gar nicht nur um Austern – im Vordergrund stehen Besinnung und Geselligkeit in einer Zeit, in der das alte Jahr zu Ende geht.“

Diese Stimmung transportieren Dupuy und seine Helfer an Silvester nach Bockhorn. Odile Binding, Schriftführerin des Komitees Bockhorn-Magnac, beschreibt fast schon poetisch das Geschmackserlebnis: „Ein Hauch frischer Meeresbrise, eine Ahnung von weißen Wellenkämmen, eine leichte Andeutung von Möwenrufen. Bilder von Sonne, Sand und Meer entstehen, und das direkt vor dem Rathaus in Bockhorn.“

Damit niemand zu kurz kommt, fährt Monsieur Dupuy persönlich nach Frankreich, um dort 2000 Austern zu holen, in sieben bis acht speziellen Holzkisten, so genannten bourriches. Sie kommen aus der größten Austern-Kultivierungsregion Europas, die Anbauflächen und Becken für die Verfeinerung umfassen rund 6000 Hektar. Wer seine Austern aber nicht am Stand im Freien, sondern lieber zuhause genießen möchte, etwa als Vorspeise zum Silvester-Menü, kann sie bei Dupuy bestellen, per E-Mail an ddupuy@weinprestige.de.

Eines bleibt aber allen Austern-Fans gemeinsam: Sie genießen ein gesundes Lebensmittel, ein kalorienarmes Kraftpaket, das früher als exklusive Delikatesse für Reiche galt, heute aber für alle erschwinglich ist. Zudem wird Austern noch ein interessantes Zusatz-Attribut nachgesagt: ihre Wirkung als Aphrodisiakum. Immerhin soll der wohl berühmteste Frauenheld der Geschichte, Casanova, täglich mindestens 50 Stück zu sich genommen haben. Doch auch wer nicht ganz so viele essen mag, wird laut Austern-Kenner Dupuy „beim Genuss einen unglaublich schönen Moment erleben“.

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