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Gut besuchtes Heimspiel: Lorenz Angermaier, Bürgermeisterkandidat der Bürgerliste Kirchasch und der Freien Wählergemeinschaft Bockhorn, will Amtsinhaber Hans Schreiner beerben, dessen Stellvertreter er ist. Im Gasthaus Bauer stellte er seine Ideen und Konzepte vor.

Kommunalwahl 2020

Heiß aufs Bürgermeisteramt: Lorenz Angermaier hat viele Ideen für Bockhorn

Lorenz Angermaier kandidiert gleich für zwei Gruppierungen als neuer Bürgermeister in Bockhorn. Die Bürgerliste Kirchasch hielt ihre einzige Wahlveranstaltung im Gasthaus Bauer ab.

KirchaschEr kandidiert gleich für zwei Gruppierungen als neuer Bürgermeister in Bockhorn: Lorenz Angermaier tritt für die Bürgerliste Kirchasch mit Umgebung an, die ihre einzige Wahlveranstaltung jetzt im Gasthaus Bauer abhielt, und für die Freie Wählergemeinschaft. Dabei erscheint er auf keiner der beiden Listen.

„Persönliche Unabhängigkeit ist mir wichtiger als ein theoretisch mathematischer Zugewinn an Stimmen“, sagte der 59-jährige Maschinenbau-Ingenieur aus Kirchasch. Er sieht sich als Rathauschef für die ganze Gemeinde, sei jetzt „heiß“ auf die Aufgabe als neuer Bürgermeister. „In den vergangenen Wochen habe ich mich durch die ganze Gemeinde geklingelt, habe mit vielen Menschen geredet, ihre Sorgen und Nöte registriert“, erzählte er.

Mit den beiden Gruppierungen hab er nicht nur ein starkes Team hinter sich, sondern wisse als amtierender Bürgermeister-Stellvertreter auch, was ein Gemeindechef alles zu leisten habe. Im Fall seiner Wahl will Angermaier, dass Bockhorn zusammen mit der Großen Kreisstadt Erding weiter wachse, „aber moderat. Wir wollen unseren dörflichen Charakter bewahren, und die jungen Leute sollen hier bleiben können“.

Er strebt eine enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft an, will ein Angebot für Senioren, „wenigstens eine funktionierende Tagespflege“. Wichtig seien zudem der Ausbau von Breitband- und Radwegenetz, eine „kreative Gestaltung des Öffentlichen Nahverkehrs“ und ein Ausbau der Nahversorgung: „Es kann doch nicht sein, dass wir zum Einkaufen entweder nach Taufkirchen oder in den Erdinger Westen fahren müssen“, sagte Angermaier. Er kann sich einen Supermarkt auf dem frei werdenden Fliegerhorst-Areal vorstellen und mehr Gewerbe. Und er hätte gerne – wie viele Kirchascher – ein neues Sportheim.

Auf die Frage aus dem Publikum, wie denn eine bessere Ökologie aussehen könnte, antwortete Angermaier, dass zum Beispiel eine Nahwärme-Versorgung in neuen Baugebieten zu prüfen sei. Zudem will er sich für Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden einsetzen.

Nachdem die beiden weiteren Gemeinderäte der Bürgerliste, Peter Brenninger aus Papferding („Ich bin die Umgebung“) und Hubert Strasser aus Kirchasch, die generellen Ziele ihrer Gruppierung skizziert hatten, präsentierten sich die weiteren 14 Kandidaten im vollen Saal. Unter dem Motto „Werte bewahren und Zukunft gestalten“ will die Bürgerliste künftig wieder mindestens drei Sitze im neuen Gemeinderat haben.

Schließlich konnte sich Angermaier einen Seitenhieb auf die mächtig antretende politische Konkurrenz nicht verkneifen: „Wenn eine Partei mit riesigen Plakatflächen für sich wirbt, ihre Kandidatin nahezu bei jedem Termin sich von prominenten Landkreis-Vertretern loben lässt und als Gegenpart zu unserem kleinen Bauernmarkt in Bockhorn am kommenden Samstag sogar einen Bundestagsabgeordneten auffährt, dann hat das mit Verhältnismäßigkeit nichts mehr zu tun.“

Auf die Frage aus dem Publikum, ob es denn für ihn Sinn mache, sich angesichts seines Alters für nur eine Amtsperiode als Bürgermeister zu bewerben, konterte Angermaier: „Erstens lässt sich auch in sechs Jahren sehr viel bewegen. Und zweitens ist es reizvoll, extrem kritische Themen anzugehen, an die sich jemand gar nicht traut, weil er bereits an seine Wiederwahl denkt.“

Friedbert Holz

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