Viele Familienrezepte hat Maria Aigner in ihrem Kochbuch zusammengetragen. Foto: vev
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Viele Familienrezepte hat Maria Aigner in ihrem Kochbuch zusammengetragen.

Kulinarische Liebeserklärung an Schwarzhölzl

Das neue Kochbuch von Maria Aigner erzählt auch ein Stück Familiengeschichte

Maria Aigner hat Familienrezepte aus vier Generationen in ihrem Kochbuch zusammengetragen.

Schwarzhölzl/Lengdorf – „Eins... Zwei… Drei… guad kochd in Schwarzhölzl“: Maria Aigners neues Kochbuch erzählt ein Stück Familiengeschichte. Es ist auch eine Art Vermächtnis ihrer früh verstorbenen Mutter.

Auf einem Hof in Schwarzhölzl mit ihrem Bruder Franz aufgewachsen, hat die 52-Jährige von ihrer Mutter Juliane, die mit 66 Jahren verstorben ist, ein kulinarisches Vermächtnis erhalten – feine Rezepte als kunterbunte Zettelwirtschaft. Die Tochter, die heute in Lengdorf lebt, hat sich mit den handschriftlichen Notizen auseinandergesetzt, die sie zurück an den heimischen Herd führten, als sie selbst noch ein Kind war.

Nachdem sie bereits ein Backbuch zusammengestellt hat, folgt nun das Kochbuch. Ein zweites Backbuch ist in Arbeit. „Ein Viertel davon ist schon fertig“, berichtet Aigner, die darin Rezepte ihrer Großmutter, ihrer Mutter, eigene Rezepte und auch einige ihrer 23-jährigen Tochter Sabrina aufgenommen hat. Die Liebe geht eben generationsübergreifend durch den Magen.

„Hoamat, des is da, wo’s am besten schmeckt“: Diesen Satz stellt Aigner dem Buch voran. Ihre Gerichte hat die Hobbyköchin mit eigenen Fotos illustriert. Auch ihr 17-jähriger Sohn Robert hat Bilder beigesteuert. 190 Rezepte sind im Kochbuch vereint – „für viele Anlässe und jeden Tag, bewährte Familienrezepte, die einfach nach Heimat schmecken“, steht auf dem Buchumschlag. „Am Opa seine Lieblings-Dampfnudeln“ sind dort ebenso zu finden wie „Rinderbraten à la Oma“, ein „Nudeltopf für kalte Tage“, „Erdäpfel-Kas“, Knödelvariationen, selbstgemachte Nudeln und deftiges Fleisch.

Früher sei nur am Wochenende Fleisch auf den Tisch gekommen – am Samstag nach einem harten Arbeitstag Geselchtes mit Kraut und am Feiertag der Sonntagsbraten mit Semmelknödeln. Am Abend nach der Stallarbeit habe ihr Vater die übrig gebliebenen Knödel und Zwiebeln dünn aufgeschnitten, mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl gewürzt, einen Knödelsalat gemacht – ein erklärtes Lieblingsessen, bei dem man in der Familie fröhlich zusammengesessen sei und man sich um das letzte Stück gestritten habe, erinnert sich Maria Aigner schmunzelnd. „Der Papa hat sonst nicht gekocht.“ Sein Knödelsalat ist ebenfalls im Kochbuch zu finden, zugleich eine liebevolle Erinnerung an den inzwischen verstorbenen Vater.

Gemüse und Obst habe es je nach Saison aus dem hofeigenen Garten gegeben. Von Tochter Sabrina stammt etwa das „Zitronen-Thymianhähnchen“. Zu den Lieblingsgerichten Aigners gehören „Risotto mit grünem Spargel“ und der „Süßkartoffel-Auflauf“. Eine Eigenkreation sind die „Spaghetti in Frischkäse-Zitronensauce“ – schmackhaft und schnell.

„Die Bücher haben mich sehr glücklich gemacht“, erzählt Aigner, „und sie sie haben mein berufliches Leben umgekrempelt“, so die gelernte Herrenschneiderin. Wegen ihrer Bücher und ihrer selbst erworbenen Fertigkeiten in Layout und Fotografie sei sie jetzt auch bei ihrer Arbeitsstelle, dem Wehrwissenschaftlichen Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WiWeB) in Erding, in diesem Bereich tätig. Das freut sie ebenso wie die große Resonanz auf ihre Rezeptsammlungen.

Zu kaufen:

Das Backbuch kostet 12,50, das Kochbuch 15 Euro. Beide sind im Buchhandel und über Maria Aigners Homepage, eins-zwei-drei-lecker.jimdofree.com, zu erwerben.

Vroni Vogel

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