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Jahreshauptversammlung

Leiharbeiter vom Maschinenring?

Kirchasch – Neue Wege will der Maschinen- und Betriebshilfsring Erding beschreiten. Diskutiert wird über die Gründung einer Personaldienstleister-Gesellschaft.

Der Maschinen- und Betriebshilfsring Erding erschießt sich neue Arbeitsfelder, vor allem im Bereich der Betriebshilfe. Nach einer Strategiekonferenz gibt es Überlegungen, externe Kräfte auf Höfen einzusetzen, die dafür Bedarf anmelden. Mit einem solchen Service im Wege der Arbeitnehmerüberlassung würde der Ring dem Beispiel anderer Organisationen folgen: also Leiharbeit anbieten. Dazu müsse eine „Maschinenring Personaldienstleister GmbH“ gebildet werden, berichtete Geschäftsführer Bernhard Empl in der Hauptversammlung am Donnerstag im Saal des Gasthauses Bauer in Kirchasch.

Auch ein Wechsel in der Geschäftsführung steht bevor: Martin Haindl aus Hecken (Gemeinde Bockhorn) ist Empls designierter Nachfolger, der in zwei Jahren in den Ruhestand geht.

Im Maschinenring sind 89 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis und 92 Prozent aller landwirtschaftlich genutzten Flächen organisiert: insgesamt 55 140 Hektar. Die Tendenz bleibt positiv. Der Zuwachs auf nun 1891 Mitglieder ist moderat, aber konstant. 17 Austritten standen im Jahr 2015 30 Neuzugänge gegenüber.

Die GmbH als Tochter des Maschinenringes muss teilweise umstellen: Geschäftsführer Paul Sedlmeier sah seine Befürchtungen von vor einem Jahr bestätigt: „Die Photovoltaik wurde ganz schön abgewürgt.“ Trotzdem hat die Gesellschaft unter anderem mit Grünflächenpflege und Winterdienst ihren Umsatz um 41 Prozent steigern können und sucht noch Landwirte als Auftragnehmer.

Bei seinen Einsätzen muss der Maschinenring enorm flexibel sein. Das wurde bei der Zuckerrübenernte deutlich: Die Kampagne war den vorgelegten Berichten zufolge wesentlich kürzer als im Vorjahr, die geerntete Menge deutlich kleiner.

Gleichzeitig muss der Verein seinen Maschinenpark auf den neuesten Stand bringen, etwa im Bereich der Gülle-Ausbringung, wo neue Bestimmungen den Bauern das Leben schwer machen. Die klassischen Güllefässer mit dem so genannten Prallteller für die Verteilung sind neuerdings verboten.

Prompt ist bei der organischen Düngung ein Zuwachs von 41 Prozent zu verzeichnen – ein Trend, der wohl anhalten wird, wie Geschäftsführer Bernhard Empl in seinem Bericht andeutete.

Der Maschinenring bietet Sachkundeseminare für all jene an, die Pflanzenschutzmittel einsetzen oder Biogasanlagen errichten wollen und arbeitet mit 41 Lohnunternehmern zusammen. Ein neuer Betriebsberater ist ebenfalls gefunden: Christian Fendt aus Gessertshausen wurde als „sehr sehr guter Ersatz“ für Klaus Schiller vorgestellt, der diese Tätigkeit nicht mehr machen könne.

In der Versammlung wurde Hans Aiglstorfer aus Kraham bei Dorfen geehrt. Seit 20 Jahren ist er beim Maschinenring tätig. Er organisiert die soziale und wirtschaftliche Betriebshilfe sowie die Maschinenvermittlung. Für ihn hatte der Vorstand ein T-Shirt mit einem Bild organisiert: „Damit man sieht, wie du ausgesehen hast.“

Klaus Kuhn

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