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Verdienste um den Maschinenring haben sich (v.l.): Georg Thalhammer (Geschäftsführer Kuratorium Bayerischer Maschinen- und Betriebshilfsringe), Ehrenvorsitzender Martin Hartl, Günther Drobilitsch, Martin Haindl, Bernhard Empl und Marianne Bachmaier erworben.

Maschinenring Erding

Maschinenring: Betriebshelfer händeringend gesucht

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Der Maschinenring Erding ist die starke Gemeinschaft der Landwirte im Landkreis. Doch wie in vielen Bereichen herrscht auch beim Ring Fachkräftemangel.

Kirchasch Mit einem „Dampfer auf bewegter See“ verglich Bockhorns Bürgermeister Hans Schreiner den Maschinenring. Das Auf und Ab seien die aktuellen Unsicherheiten in der Landwirtschaft. Maschinenring-Vorsitzender Günther Drobilitsch umriss bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Bauer in Kirchasch ein zentrales Problem der Organisation: „Trotz der enormen Einsatzbereitschaft unserer Helfer konnten in diesem Jahr nicht alle Notfälle abgedeckt werden.“ Er ermunterte daher die Anwesenden, sich als Betriebshelfer in der Geschäftsstelle zu melden.

Gegründet wurde der Maschinenring Erding 1962 von Erich Geiersberger. Die Idee dahinter: Wenn sich die Landwirte zusammenschließen, können sie gemeinsam moderne Maschinen nutzen, bei Krankheit oder auch Urlaub gegenseitig in den Höfen als Helfer einspringen oder auch gemeinsam wirtschaften. Zum Ende 2017 zählte der Ring 1928 Mitglieder, immerhin 93,5 Prozent aller fast 2030 Betriebe im Landkreis.

Gemeinsam bewirtschaften sie 95 Prozent aller landwirtschaftlich genutzten Flächen. „Es gibt kaum noch Betriebe, die nicht dabei sind“, erklärte Geschäftsführer Martin Haindl. Daher sei die Mitgliederzahl 2017 nur um 14 gewachsen.

Sein Geschäftsbericht machte deutlich, wo Landwirte zur Zeit der Schuh drückt. Vor allem die neue Düngeverordnung werfe viele Fragen auf. Dafür hat der Maschinenring Informationsveranstaltungen abgehalten. Bei der Nährstoffberatung für die Düngebedarfsplanung braucht der Ring aber selbst Unterstützung: „Die Liste der Anfragen wird täglich länger, obwohl sie von drei Beratern abgearbeitet wird“, sagte Haindl. Um über 80 noch offene Fälle abzuarbeiten, würden in den kommenden Tagen vier zusätzliche Berater, frisch von der Schule, eingesetzt.

Bei der Betriebshilfe wurden über 35 000 Stunden geleistet, im wirtschaftlichen Bereich über 40 000 Stunden. Durch den Arbeitskräftemangel komme es auch zu einer Überlastung der Helfer, zudem würden Einsätze immer länger. Haindl appellierte ebenfalls an die Landwirte, sich für nebenberufliche oder selbstständige Hilfe zu melden.

Paul Sedlmaier, Geschäftsführer der Maschinenring Erding GmbH, zog die Bilanz der gewerblichen Tochter des Vereins. Sie vermarktet Leistungen der Landwirte wie Winterdienst oder Grünpflege an Gemeinden, bietet Sammelbestellungen von Dieselöl an und kümmert sich um Planung, Bau und Pflege von Photovoltaikanlagen. Besonders letztere seien wieder sehr gefragt. „Wir haben im Jahr 2017 zehn neue Anlagen montiert“, berichtete Sedlmaier. In diesem Bereich konnten die Einnahmen um 78 Prozent gesteigert werden.

Auch beim Winterdienst gab es einen Zuwachs von über 30 Prozent. Eingesetzt sind die Landwirte an über 60 Objekten, darunter am Krankenhaus oder am Amtsgericht Erding. Bei der Grünflächenpflege – etwa bei Amadeus in Aufhausen oder an der Therme Erding – gebe es einen leichten Rückgang. „Hier suchen wir noch Landwirte, die sich beteiligen“, so der Geschäftsführer.

Markus Finkenzeller stellte ein neues Geschäftsfeld des Maschinenrings vor: Die „MR Personaldienste“ gibt es seit 2017. Der Personalverleih ist derzeit noch in der Startphase, will heuer aber kräftig expandieren und sucht ebenfalls Mitarbeiter.

Einer der Höhepunkte des Abends war die Verabschiedung von zwei langjährigen Kollegen: Büromitarbeiterin Marianne Bachmaier, die nach 25 Jahren in den Ruhestand geht, und Geschäftsführer Bernhard Empl. Er hatte den Posten seit 1996 innegehabt. 1981 war Empl als Betriebshelfer zum Maschinenring gekommen und war bei seinen Mitarbeitern sehr beliebt. So ließen es sich die Rübenfahrer nicht nehmen, ihn mit einem eigenen Abschiedgeschenk zu überraschen.

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