Auf Stimmenjagd für einen Bürgerentscheid (v. l.): Martin Mair, Klaus Adelsperger und Andreas Burgmaier.
+
Auf Stimmenjagd für einen Bürgerentscheid (v. l.): Martin Mair, Klaus Adelsperger und Andreas Burgmaier.

Gegen Funkmast-Standort in Mauggen - Unterschriftensammlung

„Mast im Wald statt Mastenwald“: Neue Initiative in Bockhorn will Bürgerentscheid

Eine neue Initiative will den Funkmast-Standort in Mauggen verhindern. Sie sammelt Unterschriften für einen Bürgerentscheid.

Bockhorn – Sie seien keinesfalls generell gegen Mobilfunk, würden sich auch nicht gegen einen Funkmast wehren. Aber sie lehnen den bisher geplanten Standort auf dem Gelände des Wasserzweckverbands Erding-Ost (WZV) in Mauggen ab, wie er vor kurzem im Bockhorner Gemeinderat beschlossen worden ist. Stattdessen sammelt eine neue Initiative nun bei den Bürgern der Gemeinde Unterschriften, um einen Bürgerentscheid für einen anderen Standort zu erreichen. Und das unter dem Motto: „Mast im Wald statt Mastenwald“.

Dieser andere Standort, den die drei Sprecher Klaus Adelsperger (Neumauggen), Andreas Burgmair (Bockhorn) und Martin Mair (Mauggen) im Namen einiger anderer Mitstreiter stattdessen anbieten, liegt in einem Waldgebiet zwischen Mauggen und Kirchasch. „Drei Grundstückseigentümer haben uns dort schon mögliches Gelände für einen Funkmast angeboten“, erklärt Adelsperger.

Im Gespräch mit unserer Zeitung führt er weiter aus, dass dieser Standort zwei wesentliche Vorteile gegenüber dem bisher ausgewiesenen im Gewerbegebiet Mauggen biete: das Ortsbild von Bockhorn werde nicht durch einen 50 Meter hohen Masten verschandelt, zudem könnten durch einen Mast am anderen Standort bis zu 1000 Einwohner in den Ortschaften Kirchasch, Polzing, Breitasch, Englpolding und Maierklopfen mit Mobilfunk versorgt werden. „Denn das bisherige Gutachten betrachtet nur den Bereich Bockhorn und Mauggen“, so Martin Mair, „wir wollten aber einen Platz finden, von dem aus so viele Gemeindeteile wie möglich gut versorgt werden können“. Und die Immissionsbelastung für die Einwohner von Bockhorn und Mauggen falle durch den von ihnen vorgeschlagenen Standort sogar etwas geringer aus.

Mit dieser Botschaft wollen nun die drei Initiatoren sowie ihre Stellvertreter Georg Mesner (Mauggen), Anja Schreiber und Peter Kaswurm (beide Bockhorn) für Unterschriften werben. Mesner hat sich kürzlich Angriffen auf seine Person verwehrt, er habe der Telekom den Standort in Mauggen in seiner Zeit als WZV-Chef aktiv angeboten (wir berichteten).

Die Initiatoren verstehen nicht, weshalb ein Funkmast so hoch sein solle (30 Meter) und so nahe an einer Bebauung stehen müsse. Burgmair: „Bisher habe ich, wenn ich heim fuhr, als Erkennungsmerkmal unseres Ortes immer den schönen Kirchturm vor Augen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass nun ein hässlicher und riesiger Funkmast die Optik bestimmen soll.“

Um letztlich einen Bürgerentscheid erreichen zu können, braucht es zehn Prozent Unterschriften der Wahlberechtigten der Gemeinde. Kommen diese rund 400 Signaturen zusammen, werden sie gemäß bayerischer Gemeindeordnung in einer so genannten Zulässigkeitsprüfung untersucht. Dann müssen Alter, Adressen und der ständige Wohnsitz bestätigt werden. Sind alle Kriterien in Ordnung, kommt es zum Bürgerentscheid. Die Wahlberechtigten könnten dann ihre Stimmen abgeben – entweder für den bisher vorgeschlagenen Standort im Gewerbegebiet Mauggen oder für den neuen Vorschlag.

Letzterer ist auch nicht mehr wirklich neu, auch er wurde vom Fachbüro „Funktechanalyse“ aus München untersucht. Die Meinung der Experten: „Mauggen, Kirchasch und Polzing werden mit optimalem bis stabilem Pegel abgedeckt. Bockhorn, Breitasch, Englpolding, Unterstrogn, Oberstrogn und Emling liegen entfernungs- sowie zum Teil abschattungsbedingt mit deutlichen Einschränkungen im Frequenz-Bereich der Kapazitätsversorgung. Mitnahmeeffekte hinsichtlich einer einfacheren Weit-Versorgung bestehen zum Beispiel für Maierklopfen und Übermiething, aber auch die einsehbaren Bereiche rund um Oberstrogn und Breitasch“. Auch die Telekom hat sich bekanntlich bereits gegen den Standort im Wald ausgesprochen. Das Versorgungsziel laute Bockhorn und Mauggen. Die Alternativen seien „aufgrund der großen Entfernung und der eingeschränkten Nutzbarkeit nicht geeignet“.

Friedbert Holz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare