Security findet 21-Jährige im Gebüsch​​ an der Wiesn - Polizei geht vom Schlimmsten aus

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Jetzt geht es ihnen gut: die sechs Meerschweinchen-Geschwister im Tierheim in Kirchasch. 

Zuflucht im Tierheim  des Tierschutzvereins Erding 

Meerschweinchen-Babys ausgesetzt

Sechs Meerschweinchen-Babys sind seit Donnerstag neue Bewohner des Tierheims des Tierschutzvereins Erding in Kirchasch. Die kleinen Tiere wurden in einem leeren Pappkarton am Straßenrand zwischen Sollach und Lappach von einem Schwammerlsucher gefunden.

Lappach/Kirchasch „Der entsetzte Finder brachte den Inhalt zur Polizei und die wiederum zu uns“, berichten Tierheim-Mitarbeiter auf der Facebook-Seite „G’schichten aus unserem Tierheim“. Es würden immer wieder Tiere einfach ausgesetzt, berichtet Solveig Wanninger (69), zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins, auf Nachfrage unserer Zeitung. Erst vor einer Woche seien in einem Waldstück an der B 15 nahe Hohenpolding ein Kaninchen und drei Riesen gefunden worden. Glücklicherweise seien diese aber auch vom Finder und dessen Nachbarn übernommen worden.

Die Meerschweinchen hingegen haben noch keinen neuen Besitzer und müssen erst einmal im Tierheim bleiben. Die sechs 300 Gramm schweren Tiere seien vermutlich drei Monate alt und stammen aus einem Wurf. Ohne Muttertier, Futter oder wärmendes Streu wurden sie am Straßenrand ausgesetzt. „Allzu lange hätten sie es bei dem Wetter nicht ausgehalten“, versichert Wanninger.

Die Jungtiere hatten Glück und wurden gefunden. Im Tierheim wartet auf die Kleinen in dieser Woche als erstes ein Besuch bei der Tierärztin, anschließend sollen die Tiere vermittelt werden.

Zwei Funde in einer Woche seien normal, berichtet die Vize-Vorsitzende, so häufig würden Tiere ausgesetzt. Woran das genau liegt, kann die Erdingerin nicht sagen. „Vielleicht an den Urlaubsmonaten, aber eigentlich werden das ganze Jahr über Tiere ausgesetzt. Manche Halter sind einfach überfordert, wenn es auf einmal Jungtiere gibt.“ Besser wäre es nach Wanningers Worten, anständig zu sein und sie direkt ins Tierheim zu bringen, als sie am Straßenrand abzustellen.

Ein sechs Wochen altes Kätzchen sei vor kurzem verlassen am Flughafen-Terminal 1 gefunden worden. Auch hier habe das Tierheim Erding sich dann um das Jungtier gekümmert. Sogar Exoten wie Bartagamen, Geckos oder Skorpione seien schon abgegeben werden.

Auch wilde Tiere, die verletzt sind, werden hier gepflegt und dann wieder ausgewildert. Besonders Igelbabys würden oft abgegeben. Mehr als zwölf seien es zur Zeit im Tierheim in Kirchasch, aber auch Eichhörnchen oder kleinere Vögel, wie Meisen, Amseln oder Schwalben würden hier wieder gesund gepflegt. Für größere Wildvögel sei ein Spezialist in Freising zuständig, mit dem das Tierheim diesbezüglich zusammen arbeite.

„Die Kosten, die das Tierheim trägt, sind enorm“, berichtet die zweite Vorsitzende. Neben den Löhnen für Tierpfleger, Betriebskosten und Miete der Räumlichkeiten fallen für ausgesetzte ebenso wie abgegebene oder wilde Tiere Gebühren für Tierarzt, eventuelle Medikamente, Futter und Streu an. Der Arbeitsaufwand ist enorm. „Man braucht Ehrenamtliche, die viel Zeit haben, ansonsten ist das Ganze nicht zu stemmen, aber wir machen das ja gerne“, erzählt die 69-Jährige.

Franziska Böhm

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