Rund 90 Gegner der Nordumfahrung informierten sich in der Versammlung. foto: seidel

Bockhorn - Nordumfahrung

Nordumfahrung: Bockhorn rüstet sich zum Kampf

Bockhorn - Die BI Nordumfahrung versorgt die Gegner des Projekts mit Argumenten und Textbausteinen für eine Einwendung.

Endlich kämpfen, statt nur protestieren - nach diesem Motto kamen am Donnerstagabend rund 90 Besucher beim Wirt z’Riedersheim zusammen. Die Bürgerinitiative Nordumfahrung informierte die Betroffenen über Einwendungen gegen das Planfeststellungsverfahren der Nordumfahrung (ED 99).

Mit der geplanten Straße und ihrer Einschleifung in Hecken würden zukünftig 5000 Fahrzeuge durch Mauggen und Bockhorn fahren - die meisten davon in den Morgenstunden, wenn Kinder zur Schule oder zum Kindergarten gehen, erklärte BI-Sprecher Martin Haindl. Den Ernstfall habe man heuer bereits erlebt, als die B 388 wegen Bauarbeiten gesperrt war. An der Staatsstraße 2084, ohnehin Unfallschwerpunkt, staute sich daraufhin mehrmals täglich der Verkehr.

Eine bessere Lösung sieht Haindl in der Alternativtrasse Flieger_1. Zwischen Loh und Schollbach könne eine Verknüpfung zur Nordanbindung beim neuen S-Bahnhof auf dem jetzigen Fliegerhorstgelände geschaffen werden. Damit könne eine komplette Süd-Nord-Verbindung von der B 388 bis zum Ortsende von Langengeisling geschaffen werden. Weiterer Vorteil wäre die Anbindung an die künftige B 388-Südostumfahrung, die in der Bundesverkehrswegeplanung bereits hohe Priorität hat.

Bezüglich der Variante sei man zwar im Landratsamt angehört, die Trasse jedoch „unprofessionell geprüft“ worden. Das sei wiederum ein Ansatzpunkt für Einwendungen gegen das Planfeststellungsverfahren, sagte Haindl.

Weitere Argumente lieferte Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer von der Planungsgesellschaft Stadt, Land und Verkehr. Nach Durchsicht des Bockhorn betreffenden Teils der fünf Aktenordner, kritisierte er die Verkehrsprognosen. Die Behörden hätten die Trasse Süd_2 bevorzugt, aber Flieger_1, obwohl stadtnäher, in Bezug auf Umwelt oder Wirtschaftlichkeit nicht näher untersucht. Es fehlten sogar relevante Daten wie Reisezeit und Schadstoffausstoß.

Obwohl die Strecke gegenüber der Süd_2 mit 8,6 Kilometer um 1,1 Kilometer kürzer sei und lediglich mit fünf Knotenpunkten auskomme, sei sie nur rund eine Million Euro günstiger. Und grundsätzlich habe man dabei vergessen, die Nordanbindung herauszurechnen. Nach den Erläuterungen zu den Einwendungen (siehe Kasten) schloss Haindl mit den Worten „eines berühmten Erdingers“, Oberbürgermeister Max Gotz. „Es zeugt schon von Courage“, habe der gesagt, „dass diejenigen, die zuvor anders geplant haben, ihre Planungen so geändert haben“. Dabei sei es allerdings um den S-Bahn-Ringschluss gegangen, so Haindl. Er hofft, dass dies auch für die ED 99 gelten werde.

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