Ortsumfahrung der B 388 von Grünbach 

Tunnel zwischen Aurlfing und Grünbach?

Die Ortsumfahrung der B 388 von Grünbach beschäftigt den Bockhorner Gemeinderat weiter. Jetzt wurde der geplante Korridor wieder aus dem Flächennutzungsplan genommen.

Bockhorn– Erst wurde ein möglicher Trassen-Korridor für die Ortsumfahrung der B 388 von Grünbach im Flächennutzungsplan (FNP) geändert und neu eingezeichnet (wir berichteten). Jetzt aber wurde er wieder heraus genommen. Der Grund: Rund 20 Bürger hatten Einwände gegen diesen Korridor formuliert, die von Gemeinderat und Verwaltung „nicht sachgerecht abgewogen werden konnten“. Und so entschied das Gremium letztlich mit 8:6 Stimmen gegen den Korridor.

Die Diskussion über Änderungen im FNP hatten ganz harmlos begonnen: Themen wie mangelnder Brandschutz in einigen Ortsteilen, Belange des Naturschutzes, sogenannte Flächen mit Altlasten und das nicht erteilte Baurecht für Salmannskirchen gingen schnell über die Bühne. Doch dann kam jener Punkt, auf den die meisten Zuhörer im Saal gewartet hatten. Denn besagte Plantrasse, vom Gemeinderat auf Wunsch des Staatlichen Bauamts Freising für die geplante Umfahrung der B 388 von Grünbach eingezeichnet, stößt auch nach einer ersten Korrektur auf Widerstand. Bürger aus Aurlfing nördlich der möglichen Trasse und aus Grünbach hatten ihren Unmut zu Papier gebracht und verlangten eine Ablehnung. Ihre Hauptargumente: unnötiger Eingriff in die Natur, Lärmbelästigung und Verlust von Ackerland.

Anton Lechner (Grünbacher Liste) meinte, „dass wir nichts in den Plan einzeichnen sollten, was wir nicht wollen“. Er schlug aber vor, dass ein etwas schmälerer Korridor manchen Bürger-Ärger vermeiden ließe: „Wir könnten ja etwas südlicher gehen.“ Martin Haindl (FW) dazu: „Im Moment wissen wir noch viel zu wenig, um überhaupt einen Raum zu definieren – wir können jetzt nur Fehler machen. Außerdem sollten wir uns nichts aufzwingen lassen.“

Seine Fraktionskollegen Edeltraud Kaiser und Franz Rauch ergänzten, dass „wir beim Bau ebenso wenig mitreden können wie bei der geplanten Nordumfahrung ED 99“, und dass der Straßenverlauf letztlich auch von der Lösung einer neuen Brücke über die Strogn abhänge. Walter John (Grünbacher Liste) schließlich wollte vor einer möglichen Entscheidung mehr Fakten vom Straßenbauamt: „Die sollen uns Vorschläge machen zur Trasse und dortigen Tempo-Limits.“

Lange hatten die Mitglieder der CSU-Fraktion zugehört, dann platzte Bernhard Stein der Kragen: „Seit 20 Jahren kämpfen wir für eine Umfahrung. Jetzt endlich haben wir die Möglichkeit, mit einer Bauzusage im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt zu werden. Warum kommen denn Einwände gegen eine solche Straße erst jetzt? Allen Bürgern muss doch klar sein, dass wir diese Umfahrung wollen und brauchen – und dafür suchen wir nach einer verträglichen Lösung.“ Franz Auer jun. ergänzte: „Wenn wir diese Straße wollen, sollten wir sie auch einzeichnen.“

Schließlich durfte, nach Zustimmung durch den Gemeinderat, auch einer der Bürger zu Wort kommen. Wilhelm Lämbgen sen. aus Aurlfing definierte seine Vorstellung so: „Die Trasse könnte auch ganz im Norden der Gemeinde verlaufen, an der Grenze, ebenso die ED 99-Einschleifung. Wenn sie aber zwischen Aurlfing und Grünbach sein muss, wäre ein Tunnel die kürzeste und umweltverträglichste Lösung. Die derzeitige Führung aber hilft niemandem.“

Bürgermeister Hans Schreiner drängte auf eine Abstimmung. „Denn in diesem Plan geht es ja nicht nur um die Verabschiedung eines Korridors, sondern auch um viele andere Punkte“. Und so entschied das Ratsgremium, keinen Korridor aufzuzeigen. Dagegen – sowie gegen eine nochmalige Auslegung des Plans – stimmten unter anderem die CSU-Räte Stein, Christine Westermaier und Franz Auer jun.

Friedbert Holz

Rubriklistenbild: © GRAFIK: AICHELE / GEMEINDE BOCKHORN

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