Schlechte Chancen für Pflegeeinrichtung

Pflegeheim Adlerhorst? Zu teuer, zu klein

Grünbach - Endgültig entschieden ist noch nichts. Aber alles deutet darauf hin, dass aus dem ehemaligen Heim der Adlerhorst-Schützen keine Pflegeeinrichtung wird.

Nach Antrag der CSU hatte die Gemeinde die Option einer Pflegeeinrichtung im Adlerhorst geprüft, stieß aber schnell an die Grenzen. Vor allem beim Grundstück, das lediglich 1500 Quadratmeter umfasst, da der CSU-Antrag beinhaltet, dass die Tennisplätze beibehalten werden.

Dennoch hatte sich die Gemeinde mit der Möglichkeit einer Pflegeeinrichtung befasst und unter anderem Kontakt mit der gemeinnützigen Pflegestern GmbH aufgenommen. Diese betreibt bereits Senioren-Einrichtungen in Neufinsing und Oberding. Nach deren Schätzungen beläuft sich der Bedarf in der Gemeinde mittel- bis langfristig auf 20 Plätze. Diese sollten an einem zentralen Ort, vorzugsweise Bockhorn, mit Einkaufsmöglichkeiten vorgesehen werden.

Nichtsdestotrotz machte sich das Architekturbüro Bauer an die Planung. Diese sieht nach dem vollständigen Abriss des Adlershorstes einen L-förmigen Bau vor, der - teils in Zweibettzimmern - 30 Pflegebedürftigen Platz bietet. Allerdings müssten hierfür die Tennisplätze geopfert werden. Möglich wäre auch die Einbeziehung des benachbarten Spielplatzes. Hier existiert jedoch eine Kaufoption des jetzigen Besitzers des ehemaligen Grünbacher Schulgebäudes. Zudem kämen auf die Gemeinde Baukosten von ungefähr drei Millionen Euro zu, da Betreiberfirmen nicht investieren. Zu einem Beschluss kam der Gemeinderat nicht. Vielmehr erwartet er, dass die CSU ihren Antrag noch einmal überdenkt.

Damit sind weitere Nutzungspläne bezüglich des Adlerhortes aber nicht vom Tisch. Ganz oben steht hier weiter der Wunsch des Landratsamts, unbegleitete jugendliche Flüchtlinge unterzubringen. Durch die Miete kämen zwar die Sanierungskosten wieder herein, der Adlerhorst wäre jedoch mittelfristig der Verfügungsgewalt der Gemeinde entzogen.

Der Wunsch der Grünbacher Feuerwehr, den Adlerhorst für Schulungs- und Aufenthaltsräume zu nutzen, stieß im Gemeinderat wegen der Zufahrt auf Kritik. Auch wenn eingeräumt wurde, dass das derzeitige, zentral gelegene Gebäude zu klein und nicht ausbaufähig sei.

Problematisch wird auch der Wunsch aus der Bürgerschaft nach einer Art Ortschaftsgebäude gesehen. Die Sanierung würde auf eine halbe Million Euro veranschlagt. Genützt würde der Treffpunkt jedoch nur in geringem Maß, so die Meinung im Gemeinderat. Der Trachtenverein habe ein eigenes, mit viel Eigeninitiative errichtetes Vereinsheim samt Außenanlage. Auch der Fußballverein sei mit seinem Vereinsheim zufrieden. Blieben Feuerwehr und Ortsverschönerungsverein, deren Versammlungen kaum den Sanierungsaufwand rechtfertigen.

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