Auf dieser Fläche nördlich der Kreisstraße ED 27 am Weiler Haselbach (r.) will ein Bürger die Anlage errichten. Screenshot: Google Maps
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Auf dieser Fläche nördlich der Kreisstraße ED 27 am Weiler Haselbach (r.) will ein Bürger die Anlage errichten. Screenshot.

Bürger will Freiflächenanlage bei Haselbach bauen – Gemeinderat findet’s gut

Photovoltaik auf drei Hektar

  • VonMayls Majurani
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In Haselbach bei Bockhorn könnte es bald eine drei Hektar große Solarenergieanlage geben. Ein Bürger hat nun im Gemeinderat eine Bauvoranfrage gestellt. Das Gremium sieht die Idee positiv.

Bockhorn/Haselbach – Etwa 425 Haushalte in der Gemeinde Bockhorn könnten bald von erneuerbarem Strom profitieren. Bis es so weit ist, wird es zwar noch dauern, mit einer Bauvoranfrage erkundigte sich ein Haselbacher am Donnerstag aber schon mal im Gemeinderat nach der Meinung des Gremiums über sein Vorhaben, eine Photovoltaik-Freiflächenanlage zu errichten.

Konkret geht es um eine rund drei Hektar große Fläche westlich vom Weiler Haselbach und unmittelbar nördlich der Kreisstraße ED 27. Der Haselbach fließt quer durch die Fläche durch. Dort will der Grundstückbesitzer ein Solarfeld-Biotop errichten. Das heißt: Neben den Photovoltaikmodulen sollen etwa 16 Prozent der Fläche als Ausgleichsfläche dienen und mit ökologischen Maßnahmen nach Eule-Kriterien (Evaluierungssystem für eine Umweltfreundliche und Landschaftsverträgliche Energiewende) ausgestattet werden. In seiner Anfrage zählt der Haselbacher als Beispiele unter anderem Streuobstwiesen, Nistkästen, Trockenmauern, Insektenhotels, Lesesteinhaufen, Totholzhaufen sowie Bienenstöcke von regionalen Imkern auf.

„Mit einer dann multifunktionalen Flächennutzung soll das Solarfeld-Biotop einen wichtigen Beitrag zur stetig zunehmenden Flächenkonkurrenz leisten und zur Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung der Gemeindebürger beitragen“, heißt es in der Bauvoranfrage weiter.

Die Leistung durch die Photovoltaikanlage soll rund 1500 kWp betragen. Pro Jahr würden somit 1,5 Millionen kWh regenerativer Strom zur Verfügung der Gemeindebürger stehen. 425 Haushalte könnten versorgt werden. Zudem könnte die Gemeinde von Gewerbesteuereinnahmen profitieren.

Das besagte Grundstück ist bereits über einen Feldweg erschlossen, der im Besitz der Gemeinde ist. Bisher wird es als Grün- und Ackerland genutzt. Der Haselbach werde in seiner Funktion nicht beeinträchtigt, verspricht der Bauherr, er solle sogar aufgewertet werden.

Die Photovoltaikmodule sollen zwei- oder dreireihig in Süd- beziehungsweise Ost-West-Ausrichtung errichtet werden. Sie sind rund 3,50 Meter hoch und haben einen Bodenabstand von 80 Zentimetern. Der Boden muss für die Module, die auf Stahlpfosten stehen, nicht versiegelt werden. Hier müssten aber eine rund zehn Quadratmeter große Trafostation sowie ein circa 50 Quadratmeter großes Betriebsgebäude gebaut werden. Emissionen würden von der fertigen Anlage keine ausgehen, vielmehr würden bis zu 750 Tonnen CO2 eingespart werden.

Gemeinderat Walter John (Grünbacher Liste) meinte zu dem Vorhaben: „Kern- und Kohlekraftwerke werden abgeschafft. Wir sollten jeden möglichen Platz für erneuerbare Energie ausnutzen.“ Außerdem würde diese Solaranlage auch optisch niemanden stören, da man sie nur aus unmittelbarer Nähe, etwa beim Fahren über die Kreisstraße, sehe.

Franz Auer (CSU/Unabhängig) merkte an: „Der Bach sollte zumindest auf einer Seite freibleiben.“ 2. Bürgermeister Thomas Fisch (FWG Bockhorn) fand die vorgesehenen Ausgleichsflächen direkt an der Kreisstraße nicht so gut: „Wenn zwischen Biotop und Straße mehr Platz ist, haben Tiere und Pflanzen mehr davon.

Erhebliche Gegenstimmen gab es aber nicht zum Vorhaben. Bürgermeister Lorenz Angermaier (FWG Bockhorn/BL Kirchasch) erklärte: „Hier ist auch keine Abstimmung nötig. Der Bauherr wollte nur wissen, wie wir grundsätzlich zu dem Projekt stehen, bevor er in die weitere Planung einsteigt und Geld ausgibt.“ Und grundsätzlich fand das Gremium die Idee eines Solarfeld-Biotops ausschließlich positiv.

Mayls Majurani

Informationen zu Eule

gibt es im Internet auf https://regionalwerke.com/das-projekt-eule.

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