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Ein Herzblut-Landwirt sagt Servus: Verabschiedet wurden Vorstandsvorsitzender Simon Selmeier (2. v. r.) und seine Ehefrau Anna (M.) von (v. l.) stellvertretender Vorsitzender Evi Brielmair, Milchwerk-Chef Hermann Jäger jun. und Aufsichtsratsvorsitzendem Josef Eicher.

Molkereigenossenschaft Erding 

Lob und Präsente zum Abschied

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Kirchasch – Zehn Jahre lang stand Simon Selmeier an der Spitze der Molkereigenossenschaft Erding. Jetzt ist für den leidenschaftlichen Landwirt nicht nur mit dem Melken, sondern auch mit dem Vorstandsposten Schluss. Er wurde mit Präsenten verabschiedet.

In der Generalversammlung der Molkereigenossenschaft Erding im Gasthaus Bauer wurde Simon Selmeier gebührend gewürdigt. Ein herzliches Dankeschön gab es von Landrat Martin Bayerstorfer: „Du hast dafür gesorgt, dass die Geschlossenheit gegeben war.“

Selmeier wurde am 22. Juni 1994 in den Aufsichtsrat gewählt. 2000 wurde er stellvertretender Vorsitzender, vier Jahre später Dritter Vorsitzender. Seit September 2006 war der Bachhamer (Gemeinde Fraunberg) Vorstandsvorsitzender. Damals hatte er die Nachfolge von Martin Obermaier angetreten. Zum 1. März legte Selmeier sein Amt nieder. Er hatte seinen Hof an den Sohn übergeben und dieser mit der Milchviehhaltung aufgehört.

Fünf Jahrzehnte war Selmeier Milchbauer, immer tatkräftig unterstützt von seiner Frau Anna. Bei beiden bedankten sich Selmeiers Stellvertreterin Evi Brielmair, Aufsichtsratsvorsitzender Josef Eicher und Hermann Jäger jun., Chef des Milchwerks Jäger, mit Geschenken und Blumen.

Johann Adlberger (Salmannskirchen), bisher Aufsichtsrat, wurde für Selmeier in die Vorstandsriege gewählt. Den neuen Vorsitzenden wählt der Aufsichtsrat in seiner nächsten Zusammenkunft. Derzeit führt Brielmair die Geschäfte. Für Adlberger rückte Josef Angermaier jun. (Hainthal) in den Aufsichtsrat. Turnusgemäß wurden Lorenz Mayr (Berglern), Konrad Kratzer (Eitting) und Bartholomäus Pfanzelt (Forach) im Aufsichtsrat bestätigt.

Nicht nur der Milchpreis ist rückläufig (wir berichteten), auch die Zahl der Molkereigenossenschaftsmitglieder. Ende 2015 waren es 436 Mitglieder, davon 210 Lieferanten. Zum Vergleich: Zum Jahresanfang 2015 waren es noch 598 Mitglieder, davon 217 Milcherzeuger. Der Rückgang ist die Folge einer Satzungsänderung, die die Molkereigenossenschaft im vergangenen Jahr beschließen musste. Denn Nichtlieferanten dürfen keine aktiven Mitglieder mehr sein. Um in der Genossenschaft bleiben zu können, wurden sie investierende Mitglieder. 165 wollten dies nicht. Sie stiegen aus und ließen sich ihre Anteile auszahlen. Die Molkereigenossenschaft besitzt den Sempta Wohnpark in Erding. Das ehemalige Molkereigelände an der Haager Straße wurde 1999 mit 86 Wohnungen, vier Gewerberäumen, einer Arztpraxis und einer Tiefgarage bebaut. 39 Wohnungen wurden verkauft, der Rest ist vermietet. Im vergangenen Jahr hat man durch die Miet- und Pachteinnahmen 53 000 Euro Gewinn erwirtschaftet. „Der Verlustvortrag ist jetzt weitestgehend auf Null“, informierte Geschäftsführer Heinrich Gärtner die Landwirte, die sich über sechs Prozent Dividende freuen können. Auszahlung ist am 30. Oktober.

Daniela Oldach

„Ich höre nur vegetarisch oder vegan"

Die Landwirtschaft erlebte in den vergangenen Jahren einen gesellschaftlichen Wandel. Mit der Schulverpflegung führte Landrat Martin Bayerstorfer bei der Molkereigenossenschaft ein Beispiel an. Ständig höre er nur die Forderung nach gesunder Ernährung ohne Fleisch. „Was ich aber nicht höre, ist die Frage nach frischen Milchprodukten. Ich höre nur vegetarisch oder gar vegan." Dies ziehe sich durch alle Schultypen. „Wertvolle Produkte sind zu einem Rohstoff verkommen", sagte Bockhorns Bürgermeister Hans Schreiner. „Der Verbraucher ist nicht willens, Geld in Nahrungsmittel zu investieren, lieber in den Fußball. Oder ist das doch nur Spekulation?", fragte er. Auch zukünftig werden die Ausgleichszahlungen, die Landwirte erhalten, veröffentlicht. „Mit welchem Recht?", fragte Bayerstorfer, selbst Landwirt, in die Runde. Die Begründung es sei öffentliches Geld, zähle für ihn nicht. Denn dann müsse man auch die Gelder für Sozialhilfe- oder Hartz IV-Empfänger veröffentlichen, meint er.

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