Nervenkitzel pur: Das Halbfinale war nicht nur für Lukas Weber (l.) eine aufregende Sache, sondern auch für seinen Teamchef und Mentor Alexander Herrmann. Foto:
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Nervenkitzel pur: Das Halbfinale war nicht nur für Lukas Weber (l.) eine aufregende Sache, sondern auch für seinen Teamchef und Mentor Alexander Herrmann. Foto:

Showdown nach rotem Stern: Bockhorner Koch darf bis zum Schluss bleiben

SAT.1-Show „The Taste“: Lukas Weber zittert sich ins Finale

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Nervenkitzel bis zum Schluss, doch Lukas Weber hat es geschafft: Der Bockhorner Küchenchef steht im großen Finale der SAT.1-Show „The Taste“.

Bockhorn – Nein, am Mittwochabend drohten ihm keine Herz-Kreislauf-Probleme, allerhöchstens seinen mittlerweile zahlreichen Fans. Lukas Weber wusste da längst, als das Halbfinale der SAT.1-Show „The Taste“ lief, dass er es ins Finale schaffen würde – die Show ist aufgezeichnet. Doch völlig kalt ließ ihn das, was da im TV zu sehen war, nicht. Denn diesmal hatte es der 24-jährige Küchenchef vom Gasthaus Weber in Bockhorn so richtig spannend gemacht.

Er musste nämlich ins Entscheidungskochen. Dort sprach sich Gastjuror Tim Mälzer aber für Webers Löffel aus und somit für dessen Finaleinzug. „I war so kasig vor der Entscheidung. Hinter der Bühne haben sie mich schon gefragt, ob alles gut ist“, blickt Weber mittlerweile entspannt zurück.

I war so kasig

Lukas Weber über die bangen Momente vor der Entscheidung.

Für das Halbfinale hatte sich Mälzer das Thema „Kulinarische Kontraste“ ausgesucht. Weber zauberte im Teamkochen Fleischpflanzerl mit Kraut-Mango-Salat, dazu Nussbutter, Schweinebraten-Kruste und Soja-Pilz-Sud auf den kleinen Löffel. „Wenn Lukas loslegt, bleibt er in der Heimatküche. Es ist spannend, ihm dieses geschmackliche Fernweh einzuimpfen“, meinte Herrmann dazu. Ganz uneigennützig sprach sich Weber dafür aus, den Löffel seines Münchner Teamkameraden zu schicken, denn der sei „so geil“. Das machte Herrmann dann auch so und lobte Weber: „Höchster Respekt, das spricht für das Miteinander.“

Im Solokochen dann der Rückschlag für den Bockhorner mit Teamgeist. Er kreierte Kalbstatar mit Kapern, dazu Pfirsich-Perlen, frittiertes Kalbsbries, frittierte Kapern sowie Grünkohl-Apfel-Sud und freute sich zunächst noch über die tolle Zusammenarbeit mit Mälzer. Doch von Tim Raue gab es letztlich einen roten Stern. „Das war für mich in diesem Sinne kein Kontrast und geschmacklich hinter allem anderen“, befand der Starkoch. „Das nehme ich natürlich an“, sagte Weber, der freilich enttäuscht war.

Herzschlagfinale

Im Entscheidungsduell kochte Weber ein Salzkaramell-Pannacotta mit Speck, dazu Portwein-Vanille-Sud, Birnen, Nussbutter, Kürbiskern und Thymian. Seine Kontrahentin Lea setzte ebenfalls auf Pannacotta, allerdings aus Mozzarella.

„Rein geschmacklich haben wir ein Nahezu-Unentschieden“, machte es Mälzer spannend. Er hatte über den sechsten und letzten Startplatz für das Finale zu entscheiden. „Es gibt einen kleinen Faktor, der meine Entscheidung beeinflusst“, meinte er – „und zwar den Mut, optisch das Salz darzustellen. Ich entscheide mich für den Kürbisteller. Der kleine Streifen Speck hat mir gezeigt, es ist Salz auf dem Teller“. Weber konnte es kaum fassen: „Ich bin im Finale. Krass“, sagte er überglücklich. „Ich hatte mich schon vorbereitet, nach Hause zu gehen. Ich freue mich total.“

Weber hat die Sendung diesmal nicht bei einem Public Viewing mit seinen Spezln verfolgt, sondern in Ruhe daheim. Eigentlich wollte er die Show mit seinen beiden Münchner Mitkandidaten und Finalkonkurrenten Lars und Yassin ansehen – Letzterer steht wie Weber in Herrmanns Team. Doch wegen Corona hat Weber abgesagt. Der Pandemie zum Opfer fällt am Mittwoch dann auch das gemeinsame Finale schauen aller Kandidaten in Herrmanns Posthotel. Dazu hatte der Starkoch ursprünglich eingeladen.

Während der Show steigen im Gasthaus Weber die Reservierungszahlen

Webers TV-Erfolg bleibt nicht ohne Folgen für das Gasthaus in Bockhorn. „Immer mittwochabends während der Show gehen die Reservierungsanfragen in die Höhe“, berichtet der 24-Jährige über den Trubel im E-Mail-Postfach. „Es war bei uns schon immer voll, und jetzt wegen Corona haben wir weniger Plätze. Man sollte also schnell reservieren“, empfiehlt der junge Koch, der mit seinen Eltern Inge und Sepp sowie Oma Erna den Laden am Laufen hält.

Am Mittwoch, 28. Oktober, steigt um 20.15 Uhr das Finale. In der ersten Runde lautet das Thema „Süß oder Herzhaft“. Gastjuroren sind Marco D’Andrea und Tohru Nakamura. Dann winkt Weber eine dicke Siegerprämie: eine Barcelona-Reise, ein Kochbuch und nicht zuletzt 50 000 Euro, die Weber gerne ins Wirtshaus stecken würde – unter anderem für einen Anbau für 100 Gäste.

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