David Dupuy hat die Partnerschaft mitMagnac initiiert. 

Veranstaltung „Wir sind Europa“

Das europäische Herz schlägt in Bockhorn

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„Wir sind Europa“ – unter diesem Motto bittet das Komitee Bockhorn- Magnac-sur-Touvre zur Diskussion. Eingeladen sind Experten und interessierte Bürger.

Bockhorn– David Dupuy liebt Bayern. Seit 1996 lebt der Franzose in Bockhorn. Er weiß, dass das in dieser Form nur durch die Europäische Union möglich wurde. „Ich lebe die europäische Idee täglich“, sagt der 46-Jährige. Dieses Bewusstsein war für ihn 2003 eine wichtige Triebfeder für einen Vorschlag, den er Bürgermeister Hans Schreiner machte: die Partnerschaft mit einer französischen Gemeinde. Zwei Jahre später war das Komitee Bockhorn-Magnac-sur-Touvre gegründet. Für den diesjährigen Besuch aus Frankreich stellte der Verein eine hochkarätige Veranstaltung auf die Beine, die politisch voll den Nerv der Zeit trifft. Das Thema lautet „Wir sind Europa“.

„Ich halte es für extrem wichtig, sich für diesen Gedanken einzusetzen“, sagt Odile Binding, Schriftführerin des Komitees. „Die, die dagegen reden, sind halt sehr laut.“ Die Gesellschaft sei in den vergangenen Jahren immer bequemer und unpolitischer geworden, meint die PR-Beraterin und dreifache Mutter. „Durch die Flüchtlingsfrage, den Brexit und Trump ist die Welt aber wieder politisiert worden.“

Die Veranstalter sind stolz auf die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion am Montag, 7. August. Unter anderem debattieren französische und polnische Diplomaten und ein Vertreter des Europarlaments miteinander. Außerdem stellt der Leiter des Camps Shelterschleife im Fliegerhorst, Volker Grönhagen, den Warteraum Asyl vor.

All das hat auch die EU überzeugt. Das Komitee erhält für dieses Konzept vom Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ einen Zuschuss über 10 000 Euro. Das Geld wird gebraucht. Unter anderem wurden zwei professionelle Simultandolmetscher für die französischen Freunde angeheuert.

Die geschichtliche Dimension ist Dupuy bei dieser Arbeit stets bewusst. Die frühere Feindschaft zwischen den beiden Ländern sei auch in seiner Familie zu spüren gewesen. Er habe Unterstützung erfahren, als er zuhause erzählte, dass er eine Deutsche heiraten wolle, die Gruckingerin Veronika Haindl. Als die beiden aber 1998 in Grucking vor den Altar traten, „war es für meinen Onkel eine unglaubliche Mutprobe, nach Deutschland zu kommen“. Der betagte Veteran habe zu viel Schlimmes im Krieg erlebt, erinnert sich der Bräutigam von damals. Der dreifache Vater will seitdem umso mehr das Verbindende in der EU herausarbeiten. Die Diskussionen am 7. August sollen dabei helfen.

Das Programm:

Die Veranstaltung „Wir sind Europa!“ findet am Montag, 7. August, in der Grundschule Bockhorn statt. Das Programm: 8.30 Uhr Einlass; 9 Uhr Begrüßung; 9.30 Uhr Vortrag von Volker Grönhagen, Leiter des Warteraums Erding; 10.15 Uhr Diskussion zum Thema „Integration als Aufgabe für Europa“; 10.45 Uhr Pause; 11.15 Uhr Beiträge von Jugendlichen zur Bedeutung der EU; 11.30 Uhr Podiumsdiskussion mit Pierre Robion (stellv. französischer Generalkonsul), Marcin Król (Konsul der Republik Polen), Thomas Winkler (Leiter Münchner Informationsbüro Europäisches Parlament), Volker Grönhagen, Hans Moritz (Redaktionsleiter Erdinger/Dorfener Anzeiger) und Moderator Ralf Exel von SAT1; 13.30 Uhr Internationales Mittagessen auf dem Schulhof; 16 Uhr Ende. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind willkommen.

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