+
Als Nikolaus stattet Walter Pelzl dem Kinderhaus Bockhorn einen Besuch ab - heuer im Rahmen des Nikolausgottesdienstes.

Porträt

Walter Pelzl, der brave Nikolaus

  • schließen

Zum Nikolaustag: Walter Pelzl (71) gibt seit Jahrzehnten den Heiligen Mann - unter anderem im Kinderhaus Bockhorn.

Bockhorn/Markt Schwaben– Kein Christkindlmarkt ohne seinen Besuch, kein 6. Dezember ohne den Mann mit dem Bischofsstab: Dieser Tage schwärmen sie wieder aus, die Nikoläuse. Einer von ihnen ist Walter Pelzl.

Der 71-Jährige, der lange Zeit in der Gemeinde Bockhorn gewohnt hat und jetzt in Markt Schwaben lebt, ist in seiner alten Heimat als Nikolaus im Einsatz: Er besucht das Kinderhaus Bockhorn – standesgemäß mit weißer Perücke und Rauschebart. „Die werden zuhause schön gepflegt, und so wächst mir jedes Jahr ein Bart“, erzählt Pelzl lachend. Das Bischofsgwand mit Mitra, Stab und Goldenem Buch darf auch nicht fehlen, wenn sich Pelzl, der seit Jahrzehnten für die Heimatzeitung als Sportreporter im Einsatz ist, auf den Weg macht.

Diesen besonderen Job beim Kinderhaus hat Pelzl seinem Sohn zu verdanken. Der war im Elternbeirat, als die Enkel vor rund acht Jahren den Kindergarten besuchten. „Der bisherige Nikolaus war abgesprungen, und mein Sohn hat gesagt: ,Das ist kein Problem, das macht mein Pap‘“, erinnert sich Pelzl. Erfahrung als Nikolaus hatte er da schon: In seinen mehr als 30 Jahren als Jugendleiter beim SC Kirchasch hat er regelmäßig den Heiligen Mann gegeben. Die Enkel sind längst Teenager, Pelzl aber ist Nikolaus geblieben.

„Wenn ich ins Kinderhaus komme, werde ich immer als Bischof Nikolaus vorgestellt“, erzählt er. Bisher besuchte er die Gruppen einzeln, nahm in der Mitte eines Stuhlkreises Platz und las im Goldenen Buch. Heuer aber war die Feier für ihn „völliges Neuland“, wie Pelzl zugibt. Am Dienstag kamen alle Kinder des Hauses samt Eltern und Großeltern in die Bockhorner Kirche zum Nikolausgottesdienst. „Die Kirche war rappelvoll.“ Pelzl begrüßte die Kleinen herzlich und schritt durch den Mittelgang nach vorne. „Ich bin da gestanden, wo der Pfarrer normal seine Predigt hält. Das war sehr imposant“, berichtet Pelzl, noch immer beeindruckt.

Die Kinder seien sehr aufmerksam und neugierig gewesen, „haben gespannt gelust, was ich aus meinem Goldenen Buch vorgelesen habe“. Darin steht zum Beispiel, wie sich die Kinder benehmen, ob sie brav aufräumen. Oder auch, dass der Nikolaus gesehen hat, wie toll die Fenster am Kinderhaus mit selbst gebastelten Sternen dekoriert sind. Pelzl las die Geschichte vom Bären Ladislaus und der Puppe Annabella von James Krüss und bewies damit sein gutes Gespür für die Kinder. Diese lauschten gespannt und freuten sich über das anschließende Lob, das er zur gelungenen Gestaltung des Gottesdienstes aussprach. Diesen hatten die Kinder mit viel Liebe mit Liedern, Fürbitten, einem Gedicht und einem kleinen Theaterstück mitgestaltet.

Im Anschluss fand jedes Kind an seinem Garderobenplatz im Kinderhaus ein gefülltes Säckchen. Wer eine goldene Nuss darin entdeckte, darf das Theaterstück besuchen, das der Bischof den Kindern morgen ins Kinderhaus schickt.

Das Team ist ganz begeistert von seinem „sehr geschätzten Walter, der den Kindern als treuer Bischof Nikolaus alle Jahre wieder ein Staunen ins Gesicht zaubert“. Er selbst wiederum staunt Jahr für Jahr aufs Neue, wie ehrfürchtig die Kinder sind, „wenn sie dir mit ihren erwartungsvollen Augen entgegenschauen“.

Pelzl findet es schön, dass die Tradition im Kinderhaus gepflegt wird, dass die Kinder lernen, was es mit dem Nikolaus auf sich hat. Fürchten müssen sich die Kleinen aber nicht. „Ich bin ein absolut braver Nikolaus. Ängste nehme ich den Kindern, indem ich nach ihren Namen frage, ihnen die Hand gebe oder mit meinen weißen Handschuhen über ihren Kopf streiche“, erzählt Pelzl, der sich besonders an einen Besuch erinnert: „Vor einigen Jahren hatten wir viel Schnee. Die Kinder sind mit ihren Erzieherinnen spazieren gegangen, und ich bin als Nikolaus aus dem Wald gekommen. Das war eine besondere Atmosphäre und hat sehr viel Spaß gemacht.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

6000 Euro gespendet
Spenden in Höhe von 6000 Euro hat Himolla-Geschäftsführer Karl Sommermeyer an drei Einrichtungen in Taufkirchen verteilt. Jeweils 2000 Euro erhielten der Verein für …
6000 Euro gespendet
Berglern wieder ohne Wirt
Die Freude währte nur zwei Jahre: Am 11. November 2016 hatte Edith Pötzl die Sportgaststätte in Berglern übernommen, zum Jahresende ist schon wieder Schluss mit ihrer …
Berglern wieder ohne Wirt
Ideen zum Forsterner Dorfweiher
Beim Forsterner Dorfweiher steht eine Neugestaltung an. Derzeit ist er nur „eine leere Grube“, sagt Bürgermeister Georg Els.
Ideen zum Forsterner Dorfweiher
Historisches Aushängeschild glänzt wieder
Die 105 Jahre alte Vereinsfahne der Buchner Burschen hat eine ereignisreiche Historie. Nun wurde sie für 7200 Euro aufwendig restauriert. Der Gemeinderat unterstützt …
Historisches Aushängeschild glänzt wieder

Kommentare