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Unterricht in der Grundschule

Debatte im Gemeinderat

Wie wird die Bockhorner Grundschule fit für die Zukunft?

Bis zum Jahr 2025 soll sich die Grundschule Bockhorn hin zu einer Offenen Ganztagsschule wandeln. Über das Zukunftsprojekt diskutierte der Gemeinderat heftig.

VON FRIEDBERT HOLZ

Bockhorn – Wenn sehr unterschiedliche Mentalitäten aufeinander treffen, kann es bis zu einer Entscheidung etwas länger dauern. So auch beim Zukunftsprojekt „Grundschule Bockhorn“, das im Gemeinderat heftig diskutiert wurde.

Bis 2025 soll sich die Bildungseinrichtung hin zu einer Offenen Ganztagsschule wandeln. Veränderte Familienbilder und Lernstrukturen machen diese Veränderung notwendig. In einer der Sitzungen vor Beginn der Corona-Pause hatte der damalige Bürgermeister Hans Schreiner Experten vom Büro Lernlandschaften aus Röckingen eingeladen. Sie hatten den Räten das Konzept offener Lernlandschaften erklärt, weg vom Frontalunterricht, und anschaulich gemacht, wie ein etwas freizügigerer Schulbetrieb und modifiziertes Lernverfahren mehr Attraktivität und Effizienz bei Schülern und Lehrern schaffen können. Als Beispiel aus der Region und Referenz hatten sie die Mittelschule am Lodererplatz in Erding genannt, in der dieses System bereits läuft (wir berichteten).

Um mit Gemeinderat und örtlichen Pädagogen das Zukunftsprojekt in ersten Grundzügen zu erarbeiten, liegt der Gemeindeverwaltung ein Angebot in Höhe von rund 10 000 Euro vor. Es enthält unter anderem zwei halbtägige Planungsworkshops in Bockhorn mit den Experten, die Kosten für 60 Stunden Projektbearbeitung nach den individuellen Anforderungen der Schule sowie zwei Planungsgespräche vor Ort mit den Auftraggebern. Übernachtungskosten für die Experten sind im Preis nicht enthalten.

Als Bürgermeister Lorenz Angermaier (FWG/Bürgerliste Kirchasch mit Umgebung), ein starker Befürworter des Konzepts, dieses Thema in die Diskussion brachte, gab es viel Dynamik im Raum – sowohl bei den Kritikern, als auch bei den Befürwortern. So möchte Bernhard Stein (CSU) „dazu auch Alternativen aufgezeigt bekommen“. Parteikollegin Sabine Huber wehrte sich strikt gegen ein „komplettes Ummodeln wie etwa im Kindergarten“. Anton Schlehhuber (CSU) sieht ein solches Konzept „allenfalls in München, aber doch nicht bei uns auf dem Land“. Und Walter John (Grünbacher Liste) glaubt, „dass die Grundschule dafür nicht der richtige Ort ist“.

Martin Haindl (FWG) hingegen kann sich sehr wohl eine veränderte Schullandschaft vorstellen, „vor allem auch im Hinblick auf die Ganztagsschule“. Edeltraud Kaiser (FWG) würde sich ein neues Konzept zumindest anhören, „denn Schule verändert sich rasant“. Und sie legt großen Wert darauf, dass die Lehrkräfte in eine Entscheidung eingebunden sind.

Schließlich klärte Thomas Fisch (FWG) etwas auf, der sich in der Erdinger Mittelschule bereits umgesehen hat: „Es handelt sich zwar um ein offenes Konzept, ist aber mit dem System im Kindergarten nicht zu vergleichen. Sehr wohl findet hier Schulunterricht statt, und wir sollten ganz unabhängig davon sowieso überlegen, wie wir mit einer räumlichen Erweiterung, etwa im alten Rathaus, umgehen.“

Und Peter Feller (Grünbacher Liste) konnte aus persönlicher Erfahrung mit Schülern beisteuern, „dass sich Kinder in diesem System viel besser konzentrieren können. Eine Veränderung ist nie leicht, aber Schule muss und wird sich ändern – das haben wir spätestens in der Corona-Zeit hautnah erlebt.“ Bei der Abstimmung gingen dann doch alle Hände nach oben, und Angermaier war zufrieden: „Wir sollten was wagen, um etwas zu lernen.“

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