Eine tolle Unterstützung für die Kinder: die Klassenomas Anna Notka und Christa Burkhardt mit der Klassenlehrerin der 1a, Friederike von Fraunberg (v. l.). Foto: Lotz

Grundschule Bockhorn 

Zwei Omas geben Starthilfe

Bockhorn – Es ist ein landkreisweit einmaliges Modell: Zwei Seniorinnen unterstützen den Unterricht an der Grundschule Bockhorn. Nicht nur den Kindern gefällt das.

„Die Klassenomas sind so toll“, ruft Amelie aus der Klasse 1a der Grundschule Bockhorn. „Mit denen kann man so toll kuscheln.“ Die Begeisterung über Christa Burkhardt und Anna Notka, die sich als ehrenamtliche Helferinnen in der Grundschule in Bockhorn engagieren, ist groß. Seit zehn Jahren helfen die zwei Damen zwei Mal pro Woche in den ersten Klassen.

Sie gehen von Tisch zu Tisch, helfen beim Lösen einer Aufgabe, geben Tipps und sind einfach da für die Kinder. „Die Kleinen haben zu Anfang ihrer Schulkarriere manchmal noch Schwierigkeiten. Da stehen wir ihnen dann mit Rat und Tat zur Seite oder spenden gelegentlich auch Trost“, berichtet die ehemalige Besitzerin eines Schreibwarenladens.

Notka, die aus Erding stammt, ist über ihre Schwiegertochter, die Lehrerin an der Grundschule ist, nach Bockhorn gekommen. „Mit Vorlesen hat es angefangen, bis ich mich entschlossen habe, mehr Aufgaben zu übernehmen.“

Schulleiterin Friederike von Fraunberg, die auch Klassenlehrerin der 1a ist, ist froh über die beiden Damen. „In der heutigen Zeit sind Lehrer es gewöhnt, dass mehrere Personen den Unterricht beobachten, zum Beispiel Praktikanten“, sagt von Fraunberg und fügt hinzu, dass diese – im Landkreis einmalige Praxis – positive Auswirkungen auf die Kinder habe.

Neben der Hilfe bei Schulaufgaben übernehmen die Helferinnen auch erzieherische Aufgaben. „Vor lauter Spielfreude in der Pause vergessen die Erstklässler schon einmal das Essen. Da müssen wir sie daran erinnern“, meint Notka mit einem Schmunzeln. Beide finden es faszinierend, die Entwicklung der Kleinen zu beobachten. „Für mich ist es das Höchste, wenn ein Kind etwas schafft, was es zu Anfang des Schuljahres noch nicht hinbekommen hat“, berichtet Burkhardt. Notka fügt hinzu: „Es ist unglaublich, wie schnell die Kinder geistig wachsen. Nach Weihnachten erkennt man sie kaum wieder.“

Auch Dian, ABC-Schütze der Grundschule, freut sich über die Klassenomas: „Ich finde es toll, wenn sie uns helfen und die Aufgaben erklären.“ Bis zum Halbjahr stehen Burkhardt und Notka den Schülern noch zur Seite. Es sei erstaunlich, wie hilfsbereit sich die Kinder nach nur wenigen Wochen in der Schule zeigen. „Auf Wanderungen und anderen Ausflügen unterstützen sich die Kinder sehr“, so Notka. Zwei Erstklässler mit Migrationshintergrund seien komplett integriert – trotz Sprachbarriere. „Bei den Kleinen merkt man, dass nicht der kulturelle Hintergrund einen Menschen definiert, sondern der Charakter“, meint Burkhardt.

Alexander Lotz

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