An seinem Schreibtisch im Rathaus: Lorenz Angermaier.
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An seinem Schreibtisch im Rathaus: Lorenz Angermaier.

Vorhaben vor zwei Jahren vom Rat abgelehnt – Landratsamt sieht Genehmigungsfähigkeit – Entscheidung im April

Zwölf Wohnungen in Emling: Gemeinde bleibt skeptisch

Wenn jemand irgendwo in der Stadt eine Anlage mit zwölf Wohneinheiten bauen will, zu der auch 24 Auto-Stellplätze gehören, dürfte es damit keine Probleme geben. Ganz anders das aber in einem landwirtschaftlich geprägten Ortsteil wie Emling an der B 388 aus: Hier stößt ein solches Bauvorhaben, das in unmittelbarer Nähe zu einem Biobetrieb liegen soll, auf Unverständnis und Widerstand.

Emling - Aus diesem Grund hat der Gemeinderat das Projekt schon vor zwei Jahren abgelehnt. Mittlerweile ließ der Bauwerber jedoch eine Immissionsprüfung vornehmen, um sein Vorhaben doch umsetzen zu können. Basierend darauf bescheinigte ihm das Baudezernat im Landratsamt, dass eine solche Wohnanlage „aus fachlicher Sicht genehmigungsfähig“ sei. Und es verwies ihn zurück nach Bockhorn an die Gemeinde, die die Planungshoheit hat.

Bürgermeister Lorenz Angermaier (FW/Bürgerliste Kirchasch) dazu am Donnerstag im Gemeinderat: „Es gab Gespräche mit der übergeordneten Behörde, die zu einer anderen Beurteilung der Lage kommt als wir. Bis 15. April läuft nun die Frist, in der wir entscheiden müssen, wie wir weiter vorgehen wollen. Im schlimmsten Fall könnte das Amt auf einer Baugenehmigung bestehen, es sei denn, wir legen eine Veränderungssperre für das betreffende Gebiet an.“ Das würde allerdings auch einen Bebauungsplan bedingen, einen für die Gemeinde relativ aufwendigen Prozess.

„Wir haben vor zwei Jahren schon einmal Nein gesagt, wieso sollten wir jetzt anders reden? Die besagte Immissionsprüfung liefert nach meiner Meinung kein schlüssiges Ergebnis und damit auch kein Argument für eine solche Anlage“, argumentierte Thomas Fisch (FW). Sein Fraktionskollege Gottfried Widl erinnerte daran, dass der Flächennutzungsplan hier „ganz klar ein Dorfgebiet ausweist“, auch Edeltraud Kaiser (FW) ist für einen unbedingten Schutz der Lage dort. Gemeinderätin Sabine Huber (CSU) plädierte dafür, dass „ein Dorf auch ein solches bleiben soll“. I Lärm-Emissionen des benachbarten Landwirtschaftsbetriebs könnten später für Ärger sorgen.

Angermaier wollte sich, ganz pragmatisch, „hier keine frei laufenden Hühner zwischen den fahrenden Autos der Wohnanlieger“ vorstellen, und Walter John (Grünbacher Liste) ist der festen Meinung, „dass eine Anlage mit solcher Kubatur nicht hierher passt“.

Damit der Rat in seiner Sitzung am 8. April final über die Sache entscheiden kann, bat Bürgermeister Angermaier seine Ratskollegen, sich das Projekt noch mal durch den Kopf gehen zu lassen. Dieser Vorschlag traf auf Zustimmung. FRIEDBERT HOLZ

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