Ein Raub der Flammen wurde am Ostersonntag der Hauptaltar der Wörther Kirche St. Peter. foto: herkner

Brandschutz ist Sache der Pfarrei

1998 hat zum letzten Mal eine Kirche im Landkreis gebrannt. Damals hatte ein Blitz in den Kirchturm in Maiselsberg bei Moosen eingeschlagen. Jetzt, 18 Jahre später, weiß der Wörther Pfarrer Guy-Angelo Kangosa, wie es sich anfühlt, vor einem vom Feuer zerstörten Altar zu stehen. Und es stellt sich die Frage: Wie brandsicher sind unsere Gotteshäuser?

nach dem Feuer in St. Peter Wörth

Brandschutz ist Sache der Pfarrei

1998 hat zum letzten Mal eine Kirche im Landkreis gebrannt. Damals hatte ein Blitz in den Kirchturm in Maiselsberg bei Moosen eingeschlagen. Jetzt, 18 Jahre später, weiß der Wörther Pfarrer Guy-Angelo Kangosa, wie es sich anfühlt, vor einem vom Feuer zerstörten Altar zu stehen. Und es stellt sich die Frage: Wie brandsicher sind unsere Gotteshäuser?

von JUlia adam

Landkreis – Am Abend des Ostersonntag ist die Wörther Kirche St. Peter durch einen Brand schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Kripo geht von einem Kabelbrand hinter dem Altar aus. Hinsichtlich des Brandschutzes sind die Kirchen eine Grauzone. Das erklärt Kreisbrandrat Willi Vogl im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Als die Kirchen gebaut wurden, gab es einfach noch keine bayerische Bauordnung. Wir haben als Außenstehende heutzutage überhaupt nicht das Recht, etwas in einer Kirche zu kontrollieren“, sagt er.

Unnötige Panik verbreiten wolle er nicht. „Man muss das in Relation setzen. Wie viele Kerzen werden auf dem Altar angezündet, die umfallen könnten, und in wie vielen Kirchen passiert wirklich etwas? Das sind dann relativ wenig“, sagt der Kreisbrandrat. Zudem könne eine Kirche nicht von einer Sekunde auf die nächste in Flammen stehen. „Wenn irgendetwas einen Brand auslösen kann, dann ist das meistens im Altarraum. Bei einem Gottesdienst würden es die Menschen rechtzeitig bemerken, um die Kirche verlassen zu können, und das ist das Wichtigste.“

Bei größeren Veranstaltungen seien die Fluchtwege kein Problem, wie das Erzbischöfliche Ordinariat versichert. „Für größere Konzerte gilt die Versammlungsstättenverordnung. Da müssen beispielsweise Fluchtwege besser ausgeschildert werden“, erklärt Bettina Göbner, Mitarbeiterin der Pressestelle des Ordinariats.

Bei gewöhnlichen Gottesdiensten komme diese Verordnung nicht zur Geltung, denn dafür seien die Pfarreien verantwortlich. Sie müssen jährliche Kontrollen anhand einer Gebäudecheckliste durchführen. „Dabei werden unter anderem die Fluchtwege, die Löscheinrichtungen, der Blitzschutz und auch die technischen Anlagen überprüft“, erklärt Göbner. Defekte könne man zwar nicht komplett ausschließen, die Überprüfung decke dennoch die wichtigsten Bereiche ab.

Eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme werde Anfang April eingeführt. „In Zukunft wird alle drei Jahre ein Baufachmann vom Ordinariat eine Kirchenbegehung durchführen“, sagt Göbner. Mit dem Vorfall in der Gemeinde Wörth habe dieser Entschluss nichts zu tun.

Die Pfarrer im Landkreis bleiben weiterhin gelassen. „Ich habe nicht vor, jetzt etwas zu verändern. Auch wenn ich regelmäßige Kontrollen mache, kann immer etwas passieren“, sagt der Altenerdinger Seelsorger Jan-Christoph Vogler. Das ist auch Gregor Bartkowski bewusst. Der Wartenberger Pfarrer achte zwar genau darauf, die technischen Anlagen in einem tadellosen Zustand zu erhalten, dennoch könne auch er Zwischenfälle nicht ausschließen. „Der Fall in Wörth ist für mich die Bestätigung, dass man mit der Überprüfung dran bleiben sollte.“ Auch im Pfarrverband Erdinger Moos macht man sich keine Sorgen hinsichtlich der Brandgefahr in seinen Kirchen. „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht, aber wir erneuern unsere Anlagen laufend“, sagt Pfarrverbandsseelsorger Philipp Kielbassa.

Kreisbrandrat Vogl hat einen Tipp für alle, die durch den Vorfall verunsichert wurden. „Auch wenn es nur ein einziger ist, wäre ein Brandmelder in Kirchen genauso sinnvoll wie in jeder normalen Wohnung auch.“ In Steinkirchen hat man Vogels Ratschlag bereits lange vor den Ereignissen in der Wörther Pfarrkirche umgesetzt. „Seit ich Kirchenpfleger bin, und das sind jetzt schon 20 Jahre, sind da schon Brandmelder drin“, erklärt Sebastian Eibl. Angebracht habe man diese in der Sakristei, auf der Empore und beim Eingang am Kirchturm.

Zu Fehlalarmen aufgrund des Weihrauchs komme es in Steinkirchen nicht. „Das war eigentlich noch nie ein Problem.“

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