Martin Kunstwadl aus Buch am Buchrain steht vor der alten Schmied aus Buchs ehemaligem historischem Dorf
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Ein echter Blickfang ist die alte Schmiede aus Buchs ehemaligem historischen Dorf. Die Hütte steht seit inzwischen zehn Jahren im Garten von Martin Kunstwadl. Rechts von der Eingangstür, unter dem Vordach, befindet sich der Ofen, der im historischen Dorf noch im Freien stand. Dort hat Familie Kunstwadl schon Pizza und Brot gebacken.

Besonderes Erinnerungsstück an 1200-Jahrfeier

Alte Schmiede im eigenen Garten

Ein besonderes Erinnerungsstück an die 1200-Jahrfeier der Gemeinde Buch hat Martin Kunstwadl im Garten stehen.

Buch am Buchrain – Es war ein großes und besonderes Fest, das über die Ortsgrenzen hinaus bis heute in Erinnerung geblieben ist: die 1200-Jahrfeier in Buch am Buchrain. Der runde kommunale Geburtstag wurde 2008 aufwändig begangen. Eine besondere Erinnerung an das Jubiläum findet sich noch heute in einem Privatgarten im Ortskern.

Der ehemalige Zweite Bürgermeister Martin Kunstwadl hat vor zehn Jahren eine der Hütten des historischen Dorfes auf seine Grünfläche verlagert. Dort steht sie bis heute – in einwandfreiem Zustand. Das Freilichttheater „Puech“ in dem eigens erbauten historischen Dorf, das dem früheren Ortsbild nachempfunden war, stellte für viele Bucher den Höhepunkt des Jubiläumsjahres dar. Diese Häuser waren dem Baustil von vor 1200 Jahren nachempfunden. Im Theater und bei vielen weiteren Veranstaltungen wurden sie von Einwohnern in entsprechend historischer Kleidung belebt.

Auch für Kunstwadl war das Jubiläum ein ganz besonderes Ereignis. Im vergangenen Mai hatte der Rentner beim Gemeinderatsabschiedsinterview in unserer Zeitung die 1200-Jahrfeier als Höhepunkt seiner 36-jährigen Amtszeit bezeichnet. Schon vor zehn Jahren hatte er nicht lange gezögert, als über die Zukunft des historischen Dorfes diskutiert worden war. Der 72-Jährige wollte nicht, dass alles abgerissen und entsorgt wird und meldete sein Interesse an einer bestimmten Hütte an. Kunstwadl wollte die Schmittn, also die frühere Arbeitsstätte eines Schmiedes.

Mitte 2010 kümmerte sich der ehemalige Wählergruppe-Gemeinderat um einen sicheren Transport der Schmittn vom Festplatz in seinen Garten. Als festen Untergrund baute Kunstwadl einen Steinboden mit Ziegeln. Ansonsten veränderte er nur die rechte Außenfassade. Es entstanden zwei kleine Fenster. „Die gab es früher eigentlich noch nicht in den Häusern“, erklärt der gelernte Maurer.

Im Inneren erinnert die Schmittn mit Tierfellen und Geweihen noch originalgetreu an die 1200-Jahrfeier im Jahr 2008.

Ein weiteres neues Detail gibt es auch im Eingangsbereich. Dort steht rechter Hand der Ofen, der im historischen Dorf noch im Freien war. Jetzt ist der Ofen unter dem Schmittn-Vordach vor der Witterung geschützt.

Die historische Schmiede ist in ausgezeichnetem Zustand. „Dass sie noch so gut herhält, hätte ich selbst nicht gedacht“, sagt Kunstwadl, der bei den Aufbauarbeiten des Dorfs vor zwölf Jahren selbst mitgeholfen hatte. Alle Häuser waren damals in Ständerbauweise errichtet, mit Weiden verflochten und mit Lehm verstrichen worden. Bis auf wenige Teile des Holzdachs musste der 72-Jährige an der Schmittn seit dem Umzug in seinen Garten nichts erneuern. Ein paar leichte Risse im Lehm beunruhigen ihn nicht. Sie seien schon immer sichtbar gewesen. Im 14 Quadratmeter großen Innenbereich der Schmiede finden sich alte Lampen, Rehgeweihe und Pelze – alles noch von der 1200-Jahrfeier. Im Sommer ist es dort angenehm kühl.

Kunstwadl freut sich über die Hütte, auch wenn er zugibt, sie fast zu wenig zu nutzen. Im Ofen wurden allerdings schon Pizza und Brot gebacken. Oder seine Frau Resi nutzt das außergewöhnliche Ambiente für eine Vorstandssitzung mit ihrer KfD, als sie noch Vorsitzende war.

Neben Kunstwadls Schmittn wurden weitere Häuser vor der Entsorgung gerettet. Zwei Hütten haben Bürger aus Harthofen und Reithofen übernommen. Eine andere kam in ein Freilichttheater. Und das Neufinsinger Theaterkastl erwarb eine Hütte für die Aufführung der „Verhexten Hex“ zum 20. Vereinsjubiläum. Die Hütte wurde im Anschluss wieder in ihre Einzelteile zerlegt und eingelagert, wie Vorsitzender Lorenz Kuhn auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. Das Holz kam in den vergangenen Jahren immer wieder beim Bühnenbau zum Einsatz.

Markus Ostermaier

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