Aufsätze in der Fremdsprache Deutsch haben zwei Bucher Flüchtlinge aus dem Senegal mit ihrer Sprachlehrerin Heike Plattner verfasst. foto:fkn

Deutsch für Flüchtlinge

Ein Aufsatz über die neue Heimat

Buch am Buchrain - Fortschritte beim Deutsch lernen machen die Bucher Asylbewerber. Zwei Senegalesen haben nun Kurzaufsätze über Buch und die Wichtigkeit der Sprache verfasst. Immer wieder betonen die Männer darin ihre Dankbarkeit.

 Nach Aussagen des örtlichen Helferkreises leben in der Gemeinde Buch am Buchrain im Moment zehn Asylbewerber. Auch hier bemerkt man, dass sich die Flüchtlingssituation entspannt hat und aktuell keine Neuankömmlinge in Sicht sind, berichtet Helferin Heike Plattner auf Nachfrage. Von den 14 Erstbewohnern vom März 2015 sind nur noch sechs Flüchtlinge da.

Den Asylbewerbern, die erst Ende 2015 in die südliche Landkreisgemeinde gekommen sind, dürfte die deutsche Sprache noch etwas schwerer fallen. Die ersten in Buch untergebrachten Flüchtlinge konnten dank dem örtlichen Helferkreis bereits kurz nach ihrer Ankunft mit dem ehrenamtlich organisierten Deutschkurs beginnen und haben mittlerweile schon einiges gelernt. Inzwischen wurden die Senegalesen auf mehrere Lehrer aufgeteilt, je nach Kenntnisstand. Neben Plattner übernehmen diese Aufgabe nach wie vor Eva Bauer, Theresia Vital, Heidi Eibl und Elisabeth Bauer.

Heike Plattner ist aktuell für die sprachliche Entwicklung von zwei Afrikanern zuständig, die noch zur Gruppe der Erstankömmlinge vom März 2015 gehören. Zweimal in der Woche gibt die 69-jährige Rentnerin den jungen Männern, die nicht namentlich genannt werden möchten, jeweils eineinhalb Stunden Unterricht. Vor Kurzem wollte die Bucherin einfach mal wissen und testen, wie viel ihre Schüler innerhalb des Jahres schon gelernt haben. Als Aufsatzthemen gab Plattner den beiden Asylbewerbern die Angaben „Etwas über Buch am Buchrain“ sowie „Warum Deutsch lernen wichtig ist“.

Zweieinhalb Wochen hatten die Deutschanfänger für die Texte Zeit. Ihre Lehrerin unterstützte sie dabei und führte im Nachhinein auch noch kleine Verbesserungen durch. Die fertigen Zeilen liegen unserer Zeitung nun vor. Im Teil über ihren Wohnort schildern die Männer die Lage der südlichen Landkreisgemeinde und was es in Buch alles gibt, von Geschäften bis zur Buslinie. Einig sind sich beide, was das Auftreten der Einheimischen angeht.

„Die Menschen nahmen uns gut auf und haben sich gekümmert. Jeder ist freundlich und zeigt Güte, speziell zu mir. Als ich nach Buch am Buchrain kam, hatte ich viele Probleme, aber sie waren immer bereit zu helfen“, schildert der 26-jährige Flüchtling. „Auf jeden Fall will ich den Menschen jung und alt in Buch immer danken.“

Auch die Zuneigung zum sehr engagierten Nachbar-Ehepaar Plattner bringt der Senegalese zum Ausdruck: „Besonders danke ich Mama Heike und ihrem Mann Josef, sie sind meine Eltern. Meine Eltern gefallen mir gut. Ich liebe dieses Dorf.“

Beim Thema Sprache schildert der zweite, 28-jährige Asylbewerber, wie das teilweise nicht ganz einfache S-Bahn-Netz ihn bei einer Fahrt zum Flughafen etwas stutzen ließ. Zu den Kursen sagt er: „Es ist nicht wie eine normale Schule, aber es ist genug, weil ich Zuhause mehr Zeit habe, alles zu wiederholen. Die deutsche Sprache ist nicht einfach, aber auch nicht so schwierig wie man denkt. Wenn man Interesse für Deutsch hat, ist das niemals schwierig.“ Mittlerweile könne der Senegalese sich bereits etwas unterhalten. „Sprechen ist aber nicht genug, man muss lesen und schreiben können. Das ist genauso wichtig.“ Auch sein afrikanischer Kurskollege ist von der Notwendigkeit überzeugt: „Es ist wichtig, Deutsch zu lernen, denn ohne Deutsch zu sprechen ist man nicht erfolgreich in Deutschland.“

Plattner ist mit ihren Schülern zufrieden. „Sie geben sich wahnsinnig Mühe und machen es vom Prinzip her schon sehr gut.“ Anhand von Ergebnissen von Muster-Online-Bögen schätzt sie, dass die beiden Senegalesen mittlerweile das deutsche Sprachniveau A1 (Anfänger) haben. „Sie lernen auch viel in ihrer Freizeit. Sie haben einfach begriffen, wie wichtig die Sprache bei uns ist.“            mot

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