Ein Glas steht unter laufendem Wasserhahn.
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Wie geht es mit der Trinkwasserversorgung in Buch weiter? In der nächsten Gemeinderatssitzung soll beraten werden, wie die Anfrage bei der Mittbach-Gruppe formuliert werden soll. Symbolbild.

Gemeinderat lehnt Bürgerantrag ab – Anfrage bei der Mittbach-Gruppe

Buch: Beim Trinkwasser sprudeln Emotionen hoch

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Der Gemeinderat von Buch hat den Bürgerantrag zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung abgelehnt. Nun soll bei der Mittbach-Gruppe angefragt werden.

Buch am Buchrain – Die Bucher Gemeinderäte haben den Bürgerantrag zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung in allen vier Punkten abgelehnt. Außer den Mitgliedern der Parteifreien/SPD stimmten alle dagegen.

Der Antrag stammt aus der Vor-Corona-Zeit und musste nun entschieden werden, da das Landratsamt auf das Ende der Frist hingewiesen hatte. Das Problem: Die Genehmigung für den derzeitigen Brunnen läuft 2022 aus, die Suche nach einem neuen Standort läuft schon länger. Im Dezember entschied der Rat, im Urbahnholz einen neuen Brunnen zu bohren. Gegen diese Variante stimmten damals drei Gemeinderäte der Parteifreie/SPD-Fraktion, Martin Kern (SPD), Robert Ulzhöfer und Matthias Steutzger. Nach ihrer Meinung wurde das Problem viel zu spät aufgriffen und noch nicht alle Varianten für eine alternative Wasserversorgung ausgelotet. In der Folge gärte ein Streit, ob die Gemeinde nun einen eigenen Brunnen hat, oder sich von einem benachbarten Wasserversorger beliefern lässt.

Die Kandidaten der Liste Parteifreie/SPD initiierten damals den Bürgerantrag. Er beinhaltete eine Anfrage an die Wasserversorgung Forst Nord, die Erstellung eines neuen Konzeptes, das den geplanten eigenen Brunnen in Buch und den Zusammenschluss mit Forstern vergleicht, und eine Präsentation der Ergebnisse in einer eigenen Bürgerversammlung. Danach wurde ein Bürgerentscheid in Betracht gezogen.

Dass beim Thema Trinkwasser die Wellen nach wie vor hoch schlagen, zeigte sich in der Ratssitzung. Trotz vorgerückter Stunde entbrannte eine heftige Diskussion. Martin Kern (SPD) wollte den Antrag erweitern: Es solle nicht nur bei Forst Nord angefragt werden, sondern auch bei der Mittbach-Gruppe. Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) entgegnete, dass man bei Forst Nord zweimal vergeblich angefragt habe. Das bestritt Kern: „Bislang hat uns immer nur der Wasserwart geantwortet und aus technischer Sicht abgelehnt. Die Frage ist aber, ob der Zweckverband das prüfen und mitmachen würde.“ Genauso müsse man es nun bei der Mittbach-Gruppe formulieren. Aus seiner Sicht, so Geisberger, habe man bereits detailliert gefragt. „Es kommt immer darauf an, wie man fragt“, sagte Robert Utzhöfer (SPD). Man müsse auch fragen, unter welchen Bedingungen man angeschlossen werden könnte.

Matthias Steutzger meinte, dass es durchaus möglich sei, dass eine Gemeinde die andere mitversorgt. Das sehe man an der Mittbach-Gruppe, die Isen mitversorgt habe. Axel Krämer (CSU) empfand es als „nicht zielführend“, Forst Nord noch mal anzufragen. „Wir schlagen immer wieder in dieselbe Kerbe, ohne weiterzukommen.“ Eine Lösung wäre auch, beim eigenen Brunnen eine Wasseraufbereitung zu installieren. Josef Auer (WG) gab den Hinweis, bei einem geplanten Brunnen zunächst die radioaktiven Werte zu bestimmen, bevor man Geld investiere. „Damit kann man parallel schon mal anfangen.“

Für Kern ist die Fremdversorgung nicht vom Tisch. „Das offizielle Verbandsgremium von Forst Nord soll eine Aussage treffen, ob es geht oder nicht.“ Das gleiche gelte nun auch für die Mittbach-Gruppe. Unterstützung bekam Kern von Steutzger: „Es gab von Forst Nord eine Stellungnahme. Wenn die Wasserentnahmerechte erweitert werden und eine Leitung gebaut wird, dann ist die Versorgung möglich.“

Martin Dondl (WG) versuchte, die erregte Diskussion einzubremsen, indem er vorschlug, „über den Antrag abzustimmen und danach bei der Mittbach-Gruppe anzufragen“. Zeitgleich soll die Möglichkeit einer Wasseraufbereitung geprüft werden. In der nächsten Sitzung soll über eine Beschlussvorlage beraten werden, mit welchen Formulierungen bei der Mittbach-Gruppe anzufragen ist.

Henry Dinger

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