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Ärger mit parkenden Paketzustellern hat die Gemeinde Buch. Sie stellen ihre Lieferwagen auf der Erdinger Straße ab - sehr zum Ärger der Nachbarn. Jetzt droht die Gemeinde mit einem Halteverbot (Symbolbild).

Betroffen sind Erdinger und Pemmeringer Straße

Ärger mit parkenden Paketzustellern: Gemeinde Buch droht mit Halteverbot

Ärger mit parkenden Paketzustellern hat die Gemeinde Buch. Sie stellen ihre Lieferwagen auf der Erdinger Straße ab - sehr zum Ärger der Nachbarn. Jetzt droht die Gemeinde mit einem Halteverbot.

Buch am Buchrain – Mit eskalierten Parksituationen hat derzeit die Gemeinde Buch am Buchrain zu kämpfen. Verursacher sind die Bewohner eines Anwesens an der Hauptstraße, das zum Ärger von Nachbarn als große Wohngemeinschaft genutzt wird. Die Kommune reagiert nun in der Erdinger und Pemmeringer Straße mit eingeschränkten Halteverboten, falls sich die Situation im Winter nicht bessert.

Im Zweifamilienhaus leben aktuell ausländische Paketzusteller

Bei besagtem Gebäude an der Hauptstraße handelt es sich eigentlich um ein Zweifamilienhaus, das kürzlich verkauft wurde. In Internetportalen werden unter der genannten Adresse Zimmer für eine Wohngemeinschaft für bis zu zehn Personen angeboten. Aktuell leben dort ausländische Paketzusteller. Für deren zahlreiche Lieferwagen reichen die ursprünglichen Stellplätze bei weitem nicht aus.

Thomas Steidler (CSU) hatte das Thema auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung gebracht. Er erzählte, dass die Transportwagen anfangs bei öffentlichen Plätzen wie Bäcker/Friseur, Pfarrhof oder der VR-Bank geparkt gewesen seien. Diese reagierten schließlich mit Parkverboten. Deswegen wichen die Paketzusteller nun auf die Erdinger Straße aus. „Seitdem ist die Straße komplett zugeparkt. Die Männer haben ein unmögliches Verhalten und nutzen öffentliche Straßen als Stellplätze“, kritisierte Steidler.

„Manche Anwohner können ohne Fremdhilfe nicht mehr auf die Straße fahren“

Dies bestätigte Anwohner Karl Eisner, der bereits in der vorletzten Bürgerfragestunde dazu Stellung genommen hatte und nun wieder Rederecht erhielt. Teilweise bis zu sieben Fahrzeuge würden auf der Erdinger Straße stehen, manchmal sogar vor Einfahrten zu privaten Grundstücken. „Manche Anwohner können ohne Fremdhilfe nicht mehr auf die Straße fahren, weil man nichts mehr sieht und mit den Mietern kann man sowieso nicht reden“, klagte Eisner.

Steidler betonte, er wolle nicht die betroffenen Anwohner benachteiligen. Allerdings könne man die Situation im anstehenden Winter nicht mehr so hinnehmen, da die Erdinger Straße sonst nicht geräumt werden könne. Martin Ostermeier (CSU) erkundigte sich, ob für besagtes Gebäude eine Nutzungsänderung beantragt worden sei. Dies verneinte Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU). Dem Landratsamt sei der Fall bekannt, aber es sei noch keine Kontrolle durchgeführt worden.

Eigentümer verspricht, dass bald neue Mieter kommen

Die Kommune konnte allerdings den Eigentümer des Hauses treffen. Dieser habe versichert, dass bald neue Mieter kämen, die weniger Fahrzeuge haben. Geisberger überlegte trotzdem, für den Winter auf der Erdinger Straße ein Halteverbot einzurichten. „In diesem Zeitraum muss die Straße frei sein, und vielleicht hat es sich ja bis zum Frühjahr geregelt.“

Gemeinderat erlässt Vorratsbeschluss

Martin Dondl (WG) gab zu bedenken, dass dies nur etwas bringe, wenn auch entsprechend kontrolliert wird. Steidler merkte an, dass sich die Parkprobleme dann wohl auf eine andere Straße verlagern werden. Josef Auers (WG) Idee, einen Vorratsbeschluss zu fassen, empfanden alle Ratsmitglieder als sinnvoll. Wenn sich die Situation erneut verschärfe, könne so sofort ein eingeschränktes Halteverbot eingerichtet werden. Margit Kunstwadls (WG) schlug vor, das Verbot auf die Pemmeringer Straße auszuweiten, falls sich die Stellplätze danach dort hin verlegen sollten. Da auch diese Straße schmäler ist und im Winter möglichst frei bleiben sollte, beschloss das Gremium auch dieses eingeschränkte Halteverbot, falls sich der Bedarf ergibt.

Markus Ostermaier

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