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Überschaubar, aber bedeutend sind die Fundstücke aus Buch. Unser Bild zeigt Scherbenreste eines bauchigen Topfes aus dem Frühmittelalter.

Archäologische Funde aus Baugebiet Am Haidfeld

Bucher Schätze im Museum Erding

Funde aus dem Frühmittelalter sind bei den archäologischen Ausgrabungen im Bucher Baugebiet Am Haidfeld 1 ans Tageslicht gekommen. Die historischen Schätze bleiben in der Region, wie der Gemeinderat beschloss: Sie werden dem Museum Erding übereignet.

Buch am Buchrain– Aktuell befinden sich die Funde noch im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege München. Die Initiative zur neuen Nutzung kam vom Museum Erding. Dessen Leiter Harald Krause bot an, die Funde im Museumsdepot zu verwahren. Dort würden auch die vom Freistaat geforderten klima- und sicherheitstechnischen Voraussetzungen gewährleistet.

Auf die Gemeinde Buch kommen durch die Übereignung keine Kosten zu. Das Museum Erding möchte die Bucher Schätze sogar für eine weitere, historische Erforschung verwenden.

Sitz eines bedeutenden Adligen

Die archäologische Betreuung des Oberbodenabtrags auf dem Haidfeld-Gebiet sowie die Grabung auf dem 2,2 Hektar großen Areal hatten zwischen April 2018 und Mai 2019 stattgefunden. Dabei dokumentierten die Experten den Nordwestteil einer umfriedeten Siedlung des frühen Mittelalters. „Aufgrund der außergewöhnlichen Dimensionen der verbauten Hölzer und der für die Zeit geradezu monumentalen Ausmaße eines Umgangsbaus dürfte es sich um den Sitz eines bedeutenden Adligen gehandelt haben“, vermutet die verantwortliche Firma SingulArch in ihrem Abschlussbericht. Er ist auch auf der Homepage der Kommune zu finden.

Die Ausbeute von 94 Gegenständen sei zwar überschaubar. „Sie sind aber wohl wirklich außergewöhnlich“, sagte Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU). Mengenmäßig dominieren Scherben aus Keramik (58). 13 weitere Funde waren aus Schlacke, fünf Tierknochen, drei Reste von Holzkohle. Beim Oberbodenabtrag wurde ein jungsteinzeitlicher Silexkratzer gefunden. Ausgangsmaterial hierfür ist der Plattenhornstein aus dem knapp 100 Kilometer nördlich gelegenen Feuersteinbergwerk von Abendsberg-Arnhofen. Zudem kamen in Buch zwei Scherben kammstrichverzierter Grafittongefäße aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus zum Vorschein.

Reste von gebrauchten (Koch-)Töpfen

Auch im Südwestteil von Haidfeld 1 wurde ein Ausschnitt einer frühmittelalterlichen Siedlung entdeckt. Diese Scherben mit Wellenband werden ins achte bis zehnte Jahrhundert datiert. Zum Vorschein kamen Reste von gebrauchten (Koch-)Töpfen. Dies sei die Standardform frühmittelalterlicher Keramik gewesen, so die Grabungsfirma in ihrem Bericht.

„Die Funde sind eher nur von wissenschaftlichem Wert, nicht von finanziellem“, sagte Gottfried Prostmeier, Geschäftsstellenleiter der VG Pastetten. „Aber es ist schön, wenn sie näher untersucht werden.“ Dem stimmte Geisberger zu. Der Bürgermeister möchte zudem Anfang des Jahres 2020 eine Präsentation der Fundstücke organisieren.

Martin Ostermeier (CSU) interessierte, ob Buch durch diese besonderen Funde nun bei allen Baumaßnahmen mit derartig aufwändigen archäologischen Untersuchungen rechnen müsse. Geisberger konnte beruhigen: „Wenn beim Bodenabzug nichts gefunden wird, wird es auch keine weiteren Untersuchungen geben.“

Markus Ostermaier

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