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Buchs Ortsmitte: Von Café bis Werkstatt für alle Generationen

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Von: Markus Ostermaier

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Zur Gestaltung von Buchs künftigem Ortszentrum gibt es viele Ideen, die Architektin Franziska Burlefinger in einer groben Skizze zusammengefasst hat. Die neue Gastronomie befindet sich hier mittig im rötlichen Gebäude.
Zur Gestaltung von Buchs künftigem Ortszentrum gibt es viele Ideen, die Architektin Franziska Burlefinger in einer groben Skizze zusammengefasst hat. Die neue Gastronomie befindet sich hier mittig im rötlichen Gebäude. © Markus Ostermaier

Die Ideen für die neue Ortsmitte von Buch reichen von einem Café bis zum „Maker Space“, also einer Art Werkstatt für alle Generationen.

Buch am Buchrain – Buchs zukünftige Ortsmitte und der Erhalt des Gasthauses sind ein heißes Thema in der Gemeinde. Jetzt beschäftigten sich die drei Arbeitskreise des Gemeindeentwicklungskonzepts (GEK) damit. Sie konnten sich letztendlich mit dem Gedanken anfreunden, dass das bisherige Restaurant Gallo Nero in einen Neubau neben der Pfarrkirche kommt. Gleichzeitig gibt es viele weitere teils sehr kreative Ideen für die Neugestaltung der Ortsmitte, wenn die Feuerwehr umgezogen ist.

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Der Bebauungsplan, der das zentrale Areal der Familie Loibl und die einzige Gaststätte umfasst, hat kürzlich für Gesprächsstoff gesorgt. Alle aktuellen Planungen deuten darauf hin, dass das Restaurant künftig nicht mehr im bestehenden Gebäude sein, sondern in einen Neubau auf der bisher unbebauten Wiese neben der Pfarrkirche kommen wird. Beim Treffen der drei Arbeitskreise des GEK kamen einige Gemeinderäte und interessierte Bürger zusammen, um über das Zentrum zu beraten.

Kern der Ortsmitte: Im Bereich der Kirche, beim bisherigen Gasthaus oder beim alten Feuerwehrhaus?

Franziska Burlefinger vom Planungsbüro Herb und Partner fragte in die Runde, wo die Bucher den Kern ihrer künftigen Ortsmitte sehen – im Bereich der Kirche, beim bisherigen Gasthaus oder beim alten Feuerwehrhaus. Letzteres wird gedanklich in den Planungen bereits als abgerissen angesehen, ebenso wie der Umzug des Recyclinghofs zum Bauhof.

Im Laufe der Diskussion zeigte sich, dass das Loibl-Areal einen großen Einfluss auf die anderen Planungen hat, besonders wegen des Restaurant-Standorts. Martin Kern (SPD) äußerte erneut seinen Wunsch nach Gewissheit, dass der bisherige Pächter, die Pizzeria Gallo Nero, sicher in den Neubau einziehen darf.

Ebenso fragte er in Richtung der Arbeitskreise, welche Art von Gastronomie ihnen wichtig wäre. „Ich bin sicher, die Bürger haben großes Interesse an einer richtigen Wirtschaft, nicht an einem Stehcafé“, sagte Günther Brummer. „Ein Dorf ohne eine Wirtschaft wäre eine Katastrophe“, stimmte ihm Wolfgang Hipper zu.

Ortsmitte von Buch: Ein Café im Zentrum wäre als Ergänzung wünschenswert

Bürgermeister Ferdinand Geisberger sagte, dass er die positiven Signale des Bauherrn, weiterhin mit der Pizzeria zusammenarbeiten zu wollen, als Planungsgrundlage sehe. Ein Café im Zentrum fände er aber als Ergänzung wünschenswert. Den positiven Worten von Vizebürgermeister Josef Auer zur Zusammenarbeit mit Familie Loibl schloss sich die Landschaftsarchitektin an: „Das ist ein Riesen-Glücksfall für Sie, wenn jemand privatrechtlich eine Gaststätte bauen will. Das gibt es heute nur noch selten.“ Aus städtebaulicher Sicht sehe sie das Zentrum auch im Bereich des neuen Restaurants und der Kirche daneben: „Das wäre eine absolut erstrebenswerte Ortsmitte.“

Die Zweifel von Carmen Reinstädler, dass durch die Erdbewegungen bei den Bauarbeiten der Hang der Pfarrkirche ins Rutschen kommen könnte, zerstreute Burlefinger mit Verweis auf umfangreiche Baugrunduntersuchungen vorab. Zum zeitlichen Aspekt sagte Geisberger, dass die Familie Loibl nach dem genehmigten Bebauungsplan wohl mit den beiden neuen Häusern hinter der Pension starten wolle und erst danach das neue Gastronomie-Gebäude folgen solle.

Gemeinderat Matthias Steutzger äußerte seine Vision einer schönen Außenbewirtung am neuen Gasthaus-Standort. Ähnliche Gedanken hatte die Architektin in einer Skizze verarbeitet: Diese sieht Gastronomie-Sitzplätze am Kirchplatz vor, ebenso Elemente wie einen Brunnen. Geisbergers Einwand, dass um das Gemeindehaus herum derzeit noch die Schulbusse fahren, hat Burlefinger bereits bedacht: Sie hat dafür den Platz von Feuerwehrhaus und Recyclinghof weiter östlich im Blick. Eingezeichnet waren hier eine Wendemöglichkeit für Busse sowie Bäume und Parkplätze. Von einer Tiefgarage riet die Landschaftsarchitektin wegen der „enormen Baukosten“ und des großen Wartungsaufwands ab.

Ein Spielplatz auf dem unbebauten Friedhof?

Eine weitere Überlegung ist, einen Teil des bislang unbebauten Friedhofsgeländes umzuwandeln und Platz für einen Spielplatz zu schaffen. „Viele Gemeinden gehen im Moment diesen Weg, auch wegen des Trends zu Urnengräbern“, sagte Burlefinger. Ein ebenfalls in der zweiten Planungsvariante eingezeichnetes Café neben dem Friedhof wurde von der Runde an dieser Stelle als nicht attraktiv erachtet.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptstraße ist anstelle des früheren Schulhauses noch immer eine Kindergarten-Erweiterung für die Krippe angedacht. Burlefinger könnte sich hier auch Einzelhandel vorstellen. Gemeinderätin Margit Kunstwadl schlug vor, über ein tagsüber geöffnetes Café nachzudenken. Eher nicht mehr weiterverfolgt wird die Idee eines Jugendraums. Der Arbeitskreis Dorfleben habe sich intensiv damit beschäftigt und sei zum Ergebnis gekommen: „Das ist in einer Gemeinde wie Buch nicht mehr zeitgemäß“, so Carola Bock.

Wesentlich besser kam die Idee von Sebastian Kohlmeier an, einen „Maker Space“ in Buch zu testen – also eine Art Werkstatt für alle Generationen. Weitere Ideen waren ein neues Leichenhaus, eine Urnenwand, eine Straßenquerung oder eine Verlegung des Maibaums.

Burlefingers Auftrag an die drei Arbeitskreise war, sich noch einmal intensiv Gedanken über die Nutzung der künftigen Feuerwehr-Fläche zu machen. Die Ergebnisse sollen dann in einer gemeinsamen Sitzung am 24. Januar besprochen werden.

mot

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