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Ortsmitte von Buch: Ein neuer Standort für die Gastronomie

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Von: Markus Ostermaier

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Wo ist zukünftig Buchs Gastronomie? Aktuell ist die Pizzeria noch im Haus links. Der Bebauungsplan Ortsmitte sieht auf der bisherigen Grünfläche ein neues Gebäude vor, das voraussichtlich als Gaststätte genutzt werden soll.
Wo ist zukünftig Buchs Gastronomie? Aktuell ist die Pizzeria noch im Haus links. Der Bebauungsplan Ortsmitte sieht auf der bisherigen Grünfläche ein neues Gebäude vor, das voraussichtlich als Gaststätte genutzt werden soll. Hinten die Pension Loibl, das künftige Boardinghaus. © Markus Ostermaier

Kommt eine Gaststätte in einem Neubau im Bucher Ortszentrum unter? Möglicherweise wäre auf einer unbebauten Wiese Platz dafür.

Buch am Buchrain – Buchs Zentrum wird sich in der Zukunft maßgeblich verändern. Der Bebauungsplan Ortsmitte sieht auf dem Loibl-Areal einige neue Wohnflächen vor. Ein östlich entstehendes Gebäude auf einer bislang unbebauten Grünfläche könnte für die Bevölkerung von besonderer Bedeutung sein: Möglicherweise ist dies der Platz für eine Gaststätte. Manche Gemeinderäte sorgen sich aber noch um den dadurch veränderten Blick auf die Pfarrkirche.

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Die zukünftige Gestaltung der Ortsmitte beschäftigt die Gemeinde derzeit auch im Gemeindeentwicklungskonzept. Schon davor wurde auch ein Bebauungsplan mit dem gleichen Namen beschlossen. Er betrifft das Areal der Familie Loibl, inklusive der gleichnamigen Pension und des Restaurants. Der erste Ortsmitte-Plan sah 2019 unter anderem vier Reihenhäuser und 19 Wohnungen auf dem Gelände vor. Die landwirtschaftlichen Gebäude hinter der Pension sollten neuen Wohnkörpern weichen (wir berichteten).

Bebauungsplan Ortsmitte Buch: Geltungsbereich nochmals vergrößert

Inzwischen wurde die Planung weiterentwickelt, der anfängliche Geltungsbereich von 7500 Quadratmetern ist noch größer geworden, berichtete Florian Riesinger vom Büro Arc Architekten im Gemeinderat. Benachbarte Gebäude im Westen des Planungsgebiets wurden nun aufgenommen. Neu ist zudem, dass der vordere Bereich als Mischgebiet betrachtet wird, der hintere als reines Wohngebiet.

Ebenso informierte Riesinger, dass aufgrund der im Vorjahr beschlossenen Stellplatzsatzung die Parkflächen nicht mehr an den Wohngebäuden platziert werden können. Stattdessen wird eine Tiefgarage notwendig.

Für die Öffentlichkeit am interessantesten ist aber die Zukunft der Pizzeria Gallo Nero – Buchs letzter Gaststätte. In den drei Planungsjahren wurde über die Optionen Erhalt oder Neubau des Gebäudes gesprochen. Im aktuellen Entwurf dreht sich nun alles um ein neues Gebäude, das im Osten des Grundstücks auf einer Wiese entstehen soll.

Auf Axel Krämers (CSU) Rückfrage bestätigte der Architekt: „Es soll auf jeden Fall wieder Gastronomie geben und tendenziell in dem Neubau, weil es einfach sinnvoller ist.“ Möglich wäre, dass die aktuellen, ortsansässigen Pizzeria-Inhaber nach Fertigstellung des Neubaus dort einziehen, also ohne monatelange Schließung.

„Man könnte den Neubau dann genauso zuschneiden, wie es der Wirt braucht“, erklärte Riesinger. „Da spricht schon einiges dafür“, sagte er zu der neuen Planungsvariante, denn im Bestand gebe es einige ungenutzte Räume. „Aber es ist noch keine Festlegung.“ Wie in diesem Fall die Zukunft des bisherigen Gasthauses – Sanierung oder Ersatzbau – aussehen würde, steht noch nicht fest.

Bistro oder Café als Alternativen zum Restaurant in der Ortsmitte

Matthias Steutzger (parteifrei) hinterfragte eine in der Vergangenheit ebenfalls genannte Option, dass es in der Ortsmitte nur noch eine Art Café gibt. Der Planer bestätigte verschiedene Modelle. Alternativen zum Restaurant seien Bistro oder Café. Für die Bauleitplanung sei eine Festlegung aber noch zu früh. Riesinger verwies darauf, dass sein Auftraggeber mehr dazu sagen könnte. Florian Loibl war in der Sitzung anwesend, erhielt aber kein Rederecht.

Manche Räte beschäftigte aber, dass ein neues Wirtshaus die Sicht auf die Pfarrkirche St. Martin verändern würde. Einen „ganz anderen Eindruck“ vermutet Steutzger: „Das Gebäude wäre vom Ortsbild her vielleicht schon eher störend.“ „Das wird bestimmt für uns alle ungewohnt“, meinte Margit Kunstwadl (Wählergruppe). Sie verwies aber darauf, dass auch das jetzige Gasthaus den Blick auf die Kirche von einer Richtung verhindere.

Keine derartigen Sorgen macht sich der Architekt und verwies auf „einen Riesen-Stadl“, der vor 200 Jahren an derselben Stelle stand. Ein viel größerer Eingriff sei in der Vergangenheit der Bau des Gemeindehauses vor der Kirche gewesen. „Ihre Vorfahren haben das Ortsbild am entscheidendsten verändert“, findet Riesinger und sagte: „Wir planen sehr zurückhaltend.“

Auch Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) kann sich den Neubau noch nicht vorstellen und verwies darauf, dass die Gebäudehöhe im Bebauungsplan noch festgelegt werden muss: „Das Haus sollte nicht zu wuchtig rauskommen.“ Er sagte aber auch, dass die Planung städtebaulich wohl nicht zu verhindern sei. Auf Wunsch mehrerer Räte wird eine Visualisierung des Neubaus erstellt.

Auch zur Regenrückhaltung muss noch etwas geklärt werden. Der Architekt betonte abschließend, dass der Bebauungsplan vollkommen zeitgemäß sei. „Verdichteter Wohnraum, Leben in der Ortsmitte – alles aktuelle Ziele unserer Politik.“

Pension wird Boardinghaus

Pension wird Boardinghaus

Im Gemeinderat wurde auch über einen Antrag zur Umnutzung einer Pension in ein Boardinghaus beraten. Hier geht es um die Pension der Familie Loibl an der Hauptstraße, wo kürzlich bereits Bauarbeiten erfolgten. Laut Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) sollen die Zimmer im Erdgeschoss und im ersten Stock zu fünf Appartements umgebaut werden. Der Gemeinderat genehmigte den Antrag, jedoch gab es auch vereinzelt Zweifel zur Stellplatz-Anzahl. Robert Ulzhöfer (SPD) vermutete, dass ein Parkplatz pro Appartement in der Praxis nicht ausreichen wird. Im Tagesordnungspunkt „Bebauungsplan Ortsmitte“ wurde dann die geplante Tiefgarage erwähnt. mot

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