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Eine neue Ortsmitte wird in der Gemeinde Buch am Buchrain auf dem Areal der Familie Loibl entstehen. Die hintere Pension bleibt, ungewiss ist noch die Zukunft der Pizzeria Gallo Nero (links). 

Familie Loibl will ihr Anwesen in der Ortsmitte neu gestalten

Was wird aus Buchs einzigem Wirtshaus?

Erheblich verändern wird sich die Bucher Ortsmitte auf dem Anwesen Loibl. Neue Wohnbebauung soll entstehen. Unklar ist, ob das Wirtshaus mit dem aktuellen Mieter Gallo Nero in seiner jetzigen Form bestehen bleibt.

Buch am Buchrain – Das Gasthaus Brenninger hat in Buch ein lange Tradition. Schon im Jahr 1300 gab es an dieser Stelle eine Taverne, seit Ende des 17. Jahrhunderts besteht an der Hauptstraße eine Wirtschaft, die früher vom Gebäudebesitzer selbst, der Familie Loibl, geführt wurde. Seit mehr als zehn Jahren betreiben Fabio und Theresa Blandino die Pizzeria Gallo Nero. Das einzige Bucher Restaurant ist wichtiger Treffpunkt und viel genutzter Veranstaltungsort für Politik und Vereine.

Wie die Geschichte des Gasthauses weitergeht, ist noch offen. Seit Anfang des Jahres ist bekannt, dass das Areal neu gestaltet wird. „In der Bevölkerung wird viel geredet, auch über eine Schließung der Wirtschaft“, gab Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) im Gemeinderat zu. Aus diesem Grund stellte Florian Loibl mit Architekt Florian Riesinger erstmals die aktuellen Planungen öffentlich vor. Loibl sagte, dass sich seine Familie der Verantwortung bewusst sei und öffentliches Interesse an Wirtshaus und Saal bestehe. Wie stark und wie genau das Verlangen der Bevölkerung sei, wolle er mit dem Gemeinderat rausfinden.

Die Pension soll unberührt bleiben

Der Architekt präsentierte zwei Gestaltungsmöglichkeiten des Areals. Unberührt bleibt in beiden Entwürfen die Pension. Im Norden des Grundstücks soll die bisherige Scheune durch zwei zweigeschossige Wohngebäude für Reihenhäuser und Wohnungen ersetzt werden. Das kam im Gremium gut an.

Der Unterschied beider Lösungen liegt in der Gestaltung der Gastronomie. In der ersten Variante soll das Wirtshaus für Wohnraum umgenutzt oder neu gebaut werden. Auf der rechten Grundstücksseite soll an Stelle der Wiese ein kleineres Gebäude für ein Restaurant oder Café entstehen. Diese Lösung würde Loibl favorisieren. Hier bliebe alles in privater Hand, vier Reihenhäuser und 21 Wohnungen könnten entstehen.

Es sollen neue Wohneinheiten entstehen

Alternativ könnte der Dorfwirt an seiner Stelle bleiben – allerdings mit einem öffentlichen Trägerwechsel, etwa an die Kommune. Mit öffentlichen Fördermitteln, zum Beispiel im Rahmen der Dorferneuerung, könnte man den Gasthof sanieren, „damit er wieder wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden kann“, so Riesinger. Rechts von den Parkplätzen wäre Wohnraum möglich, insgesamt aber etwas weniger (vier Reihenhäuser, 19 Wohnungen). Riesinger ist überzeugt: „Beide Varianten würden gut ins Dorfbild passen.“

Geisberger empfand ein Restaurant im Ort als sehr wichtig. „Das Wirtshaus muss von den Bürgern aber auch anerkannt und genutzt werden“, stellte er klar. Thomas Steidler (CSU) und Matthias Steutzger (parteifrei) fragten, ob man theoretisch einen Dorfladen oder Jugendraum in das sanierte Gasthaus integrieren könne. Dies bejahte Riesinger. Von Martin Ostermeiers Idee (CSU), Wirtshaus und Wohnungen zu kombinieren, riet er ab: „Nicht wegen der Förderung, das würde eher Probleme im laufenden Betrieb geben.“

Bürgerbefragung oder offene Infoveranstaltung?

Verändert werden auch die Parkmöglichkeiten neben der Hauptstraße. Streng genommen sind diese laut Riesinger schon immer Privatgrund. Durch Neugestaltung der Plätze mit Grünflächen müsse dies künftig strenger gehandhabt werden.

Eine Entscheidung vom Gemeinderat würde sich Loibl bis Mitte 2020 wünschen. Die Kosten der Gasthaus-Sanierung können aktuell noch nicht abgeschätzt werden, erklärte der Planer.

Margit Kunstwadl (WG) regte eine Bürgerbefragung zur Wirtshaus-Zukunft, parallel zur Kommunalwahl, an. Geisberger favorisierte eine offene Infoveranstaltung. Josef Auer (WG) warnte vor eventuell hohen Kosten im laufenden Gastronomie-Betrieb und dass eine Kommune wohl nicht der beste Träger für ein Wirtshaus sei. Robert Ulzhöfer (SPD) bat darum, dass das Pizzeria-Ehepaar Blandino, das selbst in Buch lebt, weiterhin ihr Restaurant betreiben und bei einem eventuellen Neubau ohne Pause in die neuen Räume umziehen könne. „Nach einem Jahr haben sich die Leute sonst schon umorientiert. Und eine neue Wirtschaft zu kriegen ist noch schwieriger, als eine bestehende zu halten“, warnte Ulzhöfer.

Einige vorbereitende Beschlüsse zur Ortsmitte-Umgestaltung fasste das Gremium nach der Planvorstellung einstimmig. Das vordere Loibl-Areal soll im Flächennutzungsplan als Mischgebiet geändert werden. Ebenfalls fiel der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. Die Verwaltung will zudem Fördermöglichkeiten abklären.

Markus Ostermaier

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