Die Bauarbeiten haben begonnen: Am St.-Florian-Ring finden Vorbereitungen für die Erdarbeiten sowie Bodenuntersuchungen für den kommunalen Wohnungsbau statt.
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Die Bauarbeiten haben begonnen: Am St.-Florian-Ring finden Vorbereitungen für die Erdarbeiten sowie Bodenuntersuchungen für den kommunalen Wohnungsbau statt.

Parteifreie/SPD-Antrag abgelehnt: Kommunaler Wohnungsbau wird nicht an Landkreis-Gesellschaft abgegeben

Kommunaler Wohnungsbau: Buch bleibt Bauherr

Der kommunale Wohnungsbau in Buch am Buchrain wird nicht in die Hände der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises übergeben. Ein entsprechender Vorstoß von Parteifreien/SPD im Gemeinderat ist gescheitert.

Buch am Buchrain – Mehrmals haben Parteifreie Bürger/SPD die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises, in der Buch am Buchrain seit einigen Jahren Mitglied ist, ins Gespräch gebracht. Nun schlug die Gruppierung angesichts der bevorstehenden Investitionen erneut vor, die Realisierung des kommunalen Wohnungsbaus in deren Hände zu geben. Im Gemeinderat scheiterten sie damit erneut.

Mehrmals hat das Gremium in den vergangenen Jahren festgelegt, das Gebäude in Eigenregie zu errichten. In ihrem aktuellen Antrag bezogen sich Martin Kern, Robert Ulzhöfer (beide SPD) und Matthias Steutzger (parteifrei) auf die geplanten Projektkosten von 5,3 Millionen Euro. Nachbar Walpertskirchen zeige laut Kern, dass die Errichtung eines solchen Baus mit 3,1 Millionen Euro Kosten auch billiger gehe.

Martin Kern (SPD): Wohnungsbau für die Kommune keine wesentliche Einnahmequelle

Kern erinnerte daran, dass sich Buch von den Ursprungsgedanken entfernt habe. Vor einigen Jahren seien sechs bis acht Wohneinheiten mit Garagen vorgesehen gewesen. Stand heute sind es 13 Einheiten mit Tiefgarage.

Kern ist überzeugt, dass der Wohnungsbau für die Kommune keine wesentliche Einnahmequelle darstellen wird. Dies wird von anderen Räten immer wieder als Argument für das Projekt angeführt. Seinen Berechnungen nach werden die Kapitalkosten mit Zinsen und Tilgungen etwas höher sein als die Mieterträge. In dieser Prognose werde mit einem Quadratmeterpreis von 10,50 Euro kalkuliert, was man Kerns Einschätzung nach nicht bei jeder Wohnung fordern kann. In Walpertskirchen koste der Quadratmeter der einfacheren Wohnungen 8,50 Euro.

Die Gruppierung mutmaßt zudem, dass der Verwaltungsaufwand des Gebäudes nicht von den VG-Mitarbeitern geleistet werden kann. Man müsse mit weiteren Kosten rechnen. Aus diesen Gründen sei es kaum möglich, Rücklagen für Instandhaltungen zu bilden. Diese müssten durch den kommunalen Haushalt abgedeckt werden. Die Gruppierung prognostiziert das jährliche Defizit auf 60 000 Euro. „Mir fehlt die Fantasie zu sagen, dass das eine Einnahmequelle der Gemeinde ist“, sagte Kern. „Man kann das natürlich so verwurschteln, dass es sich auf null ausgeht, aber in die Zukunft gesehen ist das eher schwierig.“

Nur die drei Antragsteller unterstützen bei der Beschlussfassung ihren eigenen Vorschlag

Aus diesem Grund würde seine Gruppierung bevorzugen, den Bau der Wohnungsbaugesellschaft zu übergeben. Buch hätte so mehr finanzielle Freiheiten für andere Projekte und könnte die Belegung der Wohnungen zu 70 Prozent steuern.

Zu Kerns Argumenten äußerte sich kein Gemeinderat. Lediglich Josef Auer (WG) berichtete von seiner Teilnahme an der Jahreshauptversammlung der Wohnungsbaugesellschaft im Vorjahr. Diese plane aktuell Projekte in Erding, Wartenberg und Isen. „Sie hätten also wohl gar keine Kapazitäten für uns, oder der Bau wäre nur sehr abgespeckt“, mutmaßte Auer. Er würde die Fläche lieber in Gemeindehand behalten. Das sahen wohl auch seine Ratskollegen so. Nur die drei Antragsteller unterstützen bei der Beschlussfassung ihren eigenen Vorschlag.

Debattiert wurde auch über die Auftragsvergabe von Erd- und Verbauarbeiten sowie Wasserhaltung. Wirtschaftlichster Bieter war die Gebrüder Klarwein GmbH aus Weßling mit einer Auftragssumme von 250 000 Euro brutto. Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) informierte, dass die Regierung von Oberbayern den vorzeitigen Maßnahmenbeginn bewilligt habe. „Der Plan ist genehmigt und rechtskräftig.“

Auf Rückfrage Kerns antwortete er, dass das Leistungspaket auf Basis der Planung vom Dezember 2020 ausgeschrieben wurde. Dabei kenne der Gemeinderat „doch noch gar nicht den finalen Plan“, so Kern: „Der letzte Stand wegen der Heizung ist uns nicht bekannt.“

Erste Arbeiten laufen schon

Weitere für ihn ungeklärte Themen seien die Gestaltung der Tiefgarage, Fenster oder Verglasung. Steutzger fand, aufgrund der Kostendimension sei es gerechtfertigt, dass das Gremium über die Sachstände besser informiert werde. Ulzhöfer fürchtete, dass wegen des Standortwechsels der Heizung noch größere Umplanungskosten anfallen werden. Mit dieser Kritik standen Parteifreie/SPD allerdings alleine da. Nur sie stimmten gegen den Auftrag an die Gebrüder Klarwein GmbH.

Bereits zum Zeitpunkt der Sitzung war am St.-Florian-Ring gebuddelt worden. Geisberger erläutert dazu auf Nachfrage unserer Zeitung, dass dort nicht etwa mit den erst vergebenen Leistungen früher begonnen worden sei. Es handle sich um vorbereitende Arbeiten, archäologische Erkundungen sowie Kampfmittel-Ermittlungen. Zudem werde der Trafokasten versetzt.

Markus Ostermaier

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