+
Woher soll das Bucher Trinkwasser kommen? Am besten aus der eigenen Gemeinde.

Trinkwasserversorgung: Kooperation mit Nachbargemeinden nicht möglich

Buch braucht eigenen Brunnen

In Sachen Trinkwasserversorgung ist eine Kooperation mit Pastetten oder Forstern schwierig und teuer. Deshalb will Buch am Buchrain definitiv einen eigenen neuen Brunnen bauen.

Buch - Wie mehrfach berichtet, befindet sich die Kommune seit 20 Jahren auf der Suche nach einem neuen Brunnenstandort. Der Gemeinderat wollte an der Eigenversorgung festhalten.

Dies möchte auch der Großteil des aktuellen Gremiums. Dennoch war eine Vergleichsstudie mit anderen Varianten gemacht worden. Nach deren Präsentation fiel der endgültige Beschluss, einen neuen Brunnen zu errichten. Lediglich Martin Kern, Robert Ulzhöfer (beide SPD) und Matthias Steutzger (parteifrei) lehnten die Eigenversorgung ab. Sie hatten schon öfter gefordert, alternative Möglichkeiten der Wasserversorgung zu prüfen. Mit dieser Studie beauftragte das Gremium vor eineinhalb Jahren das Büro Putz aus Grafing. Ingenieur Helmut Putz hatte für das Gutachten bei den Nachbarn Pastetten und Forstern angefragt.

Die anderen Gemeinden können nicht liefern

Wie die zuständige Wasserversorgung Anzing-Forstinning mitteilte, ist eine Übernahme der Wasserlieferung nach Buch nicht möglich. Die Gemeinde braucht jährlich 135 000 Kubikmeter. Forstern benötigt 215 000 seiner bewilligten Fördermenge von insgesamt 270 000 Kubikmetern, und in Pastetten werden gar 187 000 der möglichen 190 000 Kubikmeter gebraucht. „Dadurch hat sich die Sache für mich eigentlich erledigt“, sagte Putz. „Keine der beiden Gemeinden kann Sie mit versorgen.“

Trotzdem hatte er einen Kostenvergleich erstellt, der zunächst für Ärger sorgte. Margit Kunstwadl (WG) fielen Rechnungsfehler auf. „Peinlich“, kritisierte Martin Dondl (WG), Josef Auer schimpfte: „Und darauf haben wir so lange gewartet.“ Putz entschuldigte sich dafür und präsentierte anschließend die richtigen Zahlen.

Die Herstellungskosten für den neuen Bucher Brunnen, das Bauwerk und die Einbindung ins örtliche Versorgungsnetz betragen demnach etwa 754 000 Euro. Nur die Verbundleitung zur Wasserversorgung Forstern würde – rein theoretisch – etwa 1,8 Millionen Euro kosten.

Rechenfehler erbosen Gemeinderat

Parteifreie und SPD wollten diese Argumente nicht einfach akzeptieren. Steutzger etwa forderte eine Erhöhung der Fördermenge in einer der Nachbargemeinden. „Das zu beantragen, ist nicht einfach und hat große Auswirkungen auf das Schutzgebiet“, warnte Putz und verwies zudem auf die Ablehnung des Zweckverbands.

Dem stimmte Martin Maruschke vom Wasserwirtschaftsamt München zu. Eine Ausweitung von Schutzgebieten gebe höchstwahrscheinlich Ärger mit der Bevölkerung. „Es wird nicht einfach, diese Gemeinden zu überzeugen, dass sie sich um die Versorgung einer fremden Gemeinde kümmern sollen – und es wird teuer.“

Der Ratschlag der Experten war, sich auf die Eigenversorgung zu konzentrieren. Schon seit längerem wird eine Fläche im Wald in Tannenhof favorisiert. Die Wasserwerte schwanken dort aber, wie Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) zugab. Zwischen 24 und 27 Milligramm betrug der Nitratwert zuletzt. „Bayernweit gesehen ist das eine gute Wasserqualität“, so Maruschke, der aufgrund der auslaufenden Genehmigung 2022 eine Entscheidung des Gremiums forderte.

Bei der Brunnen-Fläche hat die Gemeinde schon die Hand drauf

Putz empfahl den eigenen Brunnen ebenfalls als wirtschaftlichsten Weg. „Viele Gemeinden wären froh, wenn sie so eine gute Ausgangslage hätten.“ Wählergruppe und CSU positionierten sich deutlich für die Eigenversorgung. Axel Krämer (CSU) etwa möchte sich bei Versorgung und Wasserpreis nicht von anderen abhängig machen. Dondl und Auer lehnten die Fremdversorgung aufgrund der hohen zusätzlichen Kosten ab.

Die potenzielle Fläche im Wald hat sich die Gemeinde schon im vergangenen Jahr im Rahmen einer Vorkaufsrechtsatzung gesichert. Bald sollen die nächsten notwendigen Schritte eingeleitet werden.

Markus Ostermaier

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mahnwachen gegen Hass und Gewalt
Mehrere hundert Bürger haben am Freitagabend in Erding und Dorfen gegen Hass und Gewalt von Rechts demonstriert. Das Bündnis Bunt statt braun hatte zu den Mahnwachen …
Mahnwachen gegen Hass und Gewalt
Beamten landen Coup am Flughafen: Passagierinnen mit „Luxus-Ware“ in neun Koffern abgefangen
Am Flughafen München haben Zollbeamte zwei Türkinnen kontrolliert. Insgesamt neun Gepäckstücke stellten die Beamten sicher und dürften nicht schlecht gestaunt haben.
Beamten landen Coup am Flughafen: Passagierinnen mit „Luxus-Ware“ in neun Koffern abgefangen
So gelingt der perfekte Baumschnitt: Tipps von Lee Voithenleitner in Wartenberg
Besucher des Kurses im Wartenberger Pfarrgarten erhielten von Lee Voithenleitner allerlei Tipps zum perfekten Baumschnitt. Auch soll man bloß kein Gift gegen Wühlmäuse …
So gelingt der perfekte Baumschnitt: Tipps von Lee Voithenleitner in Wartenberg
Bereit fürs Abenteuer Nordkap: Zwei Niederneuchinger bei Charity-Rallye
Der erste gemeinsame Urlaub als Paar soll etwas ganz Besonderes sein. Andrea Stengl und Stefan Heinze suchen dabei das Abenteuer und wagen gleich den Weg ans Nordkap.
Bereit fürs Abenteuer Nordkap: Zwei Niederneuchinger bei Charity-Rallye

Kommentare