Besonderes Augenmerk gelegt wird beim Bucher Ortskernentwicklungskonzept auf den rot markierten Bereich. Diese Fläche wird als Gemeindezentrum definiert.
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Besonderes Augenmerk gelegt wird beim Bucher Ortskernentwicklungskonzept auf den rot markierten Bereich. Diese Fläche wird als Gemeindezentrum definiert.

Zentrum von Buch am Buchrain: Die Planung nimmt Fahrt auf

Bürger sollen ihren Ortskern mitgestalten

Die künftige Gestaltung des Zentrums von Buch am Buchrain nimmt langsam Fahrt auf.

Buch am Buchrain – Im März entschied sich der Gemeinderat, gemeinsam mit dem Amt für ländliche Entwicklung Oberbayern ein Ortskernentwicklungskonzept zu erarbeiten. Ein Vorentwurf für dessen Leistungsbild existiert inzwischen. Demnächst werden Planungs- und Fachbüros eingeladen, um den Prozess zu begleiten.

Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) erläuterte, dass unter dem Begriff „Ortskern“ die wichtigsten Bereiche des Hauptorts bis zur Bucher Vorstadt definiert seien. Für diese Flächen soll eine strategische Planung erfolgen. Inbegriffen sind etwa zentrale Orte wie der Pfarrhof, die Pizzeria und das Loibl-Areal, der Kindergarten oder die frühere VR-Bank-Fläche. „Wir müssen uns auch fragen, was mit dem Potenzial der Fläche vom Feuerwehrhaus und Recyclinghof passiert. Hier haben wir auch noch keine Richtschnur“, sagte Geisberger.

Untesuchungsgebiet knapp 13 Hektar groß

Er stellte im Gemeinderat Ausschnitte des Leistungsbilds vor, das Tanja Mayer vom Amt für ländliche Entwicklung erarbeitet hatte. Demnach handelt es sich um ein Untersuchungsgebiet mit einer Größe von 12,9 Hektar. Anlass des Projekts ist, dass sich in der Dorfmitte Umstrukturierungsprozesse durch Grundstücksverkäufe, Umnutzungen und Nachverdichtung anbahnen. Auch ein Zusammenwachsen des Hauptorts mit der östlichen Vorstadt werde von der Kommune in Erwägung gezogen.

„Das Entwicklungskonzept für die Ortsmitte soll die Grundlage für zukünftige politische, planerische und investive Entscheidungen sein“, erklärte Mayer. Übergeordnetes Ziel sei eine „dorfgerechte, nachhaltige, städtebaulich qualitätvolle und ortsspezifische Siedlungsentwicklung, die Schaffung von Wohnraum im Ortskern sowie das Schonen landwirtschaftlicher Flächen“.

Als weitere Ziele werden die Umstrukturierung im Bereich der Gaststätte, Wohnflächen für ältere Bürger, Schaffung von Treffpunkten oder ruhender Verkehr definiert. Buchs Strategie setzt dabei auf eine aktive Mitwirkung der Bürger.

Fachbüros sollen die Öffentlichkeit umfassend informieren

Für verschiedene Gebäude und Flächen sollen im Ortskernentwicklungskonzept Möglichkeiten und Lösungen erarbeitet sowie Leerstand unbedingt vermieden werden. Die Ermittlung der Ausgangssituation und Potenzialflächen erfolgt durch einen sogenannten Vitalitäts-Check. „Das heißt nicht automatisch, dass alles zugebaut wird“, betonte Vize-Bürgermeister Josef Auer (WG). Er verglich die oftmalige Entwicklung von Gemeinden mit einem Donut: „Außen ist viel los, innen drin aber immer weniger. Das wollen wir in unserem Zentrum vermeiden und ungenutzte Plätze betrachten.“

Robert Ulzhöfer (SPD) plädierte dafür, den bewerbenden Fachbüros eine Mindestanzahl an Terminen vorzugeben, an denen sie die Öffentlichkeit über Planungsfortschritte informieren sollen.

Ihn interessierte außerdem, warum nach der Brunnenstraße nicht ein größerer Teil des unbebauten Feldes Richtung Sportgelände in den Umgriff aufgenommen werde. Geisberger erläuterte, dass die danach folgenden Flächen ins Wasserschutzgebiet des bestehenden Brunnens fallen. Auer ergänzte, dass dieser Bereich von der künftigen Entwicklung nicht ausgenommen sei, man sich im Konzept aber auf den vorhandenen Ortskern konzentrieren wolle.

18 geeignete Planungsbüros und -teams

Des Weiteren fragte Ulzhöfer, ob für die bereits angelaufenen Planungen auf dem Loibl-Areal, das unter anderem aus dem Gasthaus besteht, nun eine Art Veränderungssperre bestehe. Geisberger erklärte, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien und im Rahmen des laufenden Verfahrens weiter behandelt würden.

18 geeignete Planungsbüros und -teams hat das Amt für ländliche Entwicklung vorgeschlagen. Buchs Favoriten werden demnächst zu einer persönlichen Vorstellungsrunde eingeladen. Beurteilt werden sie dann von den beiden Bürgermeistern, zwei Vertretern des Amts für ländliche Entwicklung sowie zwei Gemeinde-Mitarbeitern. Unterstützt werden sie von einem dritten Mitglied aus dem Gremium, Stadt- und Verkehrsplaner Ulzhöfer. Die Auftragsvergabe ist nach Planung der Behörde für Anfang 2021 vorgesehen.

Markus Ostermaier

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